Der Wettercharakter der kommenden Tage zeigt sich trocken und kurzzeitig auch spätsommerlich warm, bevor eine Störung Deutschland überqueren und die Temperaturen wieder abkühlen kann. Wie aber stehen die Chancen auf den goldenen Oktober und einer damit stabilen Großwetterlage?

Man mag es Altweibersommer oder auch Goldenen Oktober nennen, was Deutschland im Verlauf der Woche zu erwarten hat. Unter dem Strich aber sind für die Jahreszeit zu warme Temperaturen und ein weiterhin trockener Wettercharakter möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2018.

Der Herbst hat Probleme sich durchzusetzen

Nach dem fast schon sommerlich warmen Septemberfinale zeigte der Herbst, dass er es doch noch kann. Doch nachhaltig konnte der sich bislang nicht durchsetzen und so fehlt auch der dringend benötigte Landregen. Zwar kommt es zum Sonntag mit Hilfe eines schwachen Tiefdrucksystems zu einem neuerlichen Umschwung in Richtung herbstlichen Temperaturen und auch etwas Niederschlag, doch auch hier sieht es in Sachen Nachhaltigkeit mangelhaft aus. Der Wettertrend der Vorhersage-Modelle ist relativ eindeutig.

Ein Hochdrucksystem könnte den goldenen Oktober bringen
Ein Hochdrucksystem könnte den goldenen Oktober bringen

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Wettertrend der Prognose-Modelle: Hochdruck dominiert

Die einen mögen es schon gar nicht mehr hören wollen, die anderen werden es genießen. Das Wetter kann es eben niemanden recht machen, doch sollte sich die Großwetterlage so einstellen können, wie die Vorhersage-Modelle es aktuell berechnen, so hat der goldene Oktober sehr gute Chancen, sich mit einem trockenen und warmen Wettercharakter durchzusetzen.

Hoch über dem östlichen Europa / Skandinavien

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Hoch über dem östlichen Europa / Skandinavien © www.meteociel.fr

Sowohl das amerikanische, als auch europäische Wettermodell berechnen eine für den Oktober typische Großwetterlage. Eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und ein kräftiges Hochdrucksystem über dem östlichen Europa bzw. Skandinavien. Beide Wettersysteme halten sich in Schach und zum aktuellen Stand kann das Hochdrucksystem seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz geltend machen.

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In Folge daraus wäre im Zeitraum vom 8. bis 18. Oktober ein weitgehend trockener und mit Werten von +18 bis +23 Grad zu warmer Wettercharakter möglich. Im Detail aber bleibt noch abzuwarten, wie weit die Hochdruckzone sich tatsächlich nach Westen ausdehnt, bzw. wie weit die atlantische Tiefdruckzone nach Osten vorankommen mag. Zwar bleibt in beiden Fällen die Grundströmung weitgehend südlich - und somit warm - ausgeprägt, doch in der Niederschlagsprognose könnten sich noch Veränderungen ergeben.

Hochdruckzone über dem östlichen Europa - Der Herbst mit Wind, Sturm und Regen hat da schlechte Karten

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersagemodell: Hochdruckzone über dem östlichen Europa - Der Herbst mit Wind, Sturm und Regen hat da schlechte Karten © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Trocken und warmes Herbstwetter

Zwar sind die Berechnungen des amerikanischen Vorhersage-Modells gegenüber den Kontrollläufen deutlich zu warm, doch der Wettertrend der Kontrollläufe selbst ist für die Jahreszeit im Zeitraum vom 9. bis 20. Oktober durchweg zu warm. Kalte Varianten haben wenig Relevanz.

Überdurchschnittlich warm

Der Mittelwert bewegt sich im Bereich von +15 bis +17 Grad bei einem Spektrum von +11 bis +24 Grad am Tage und +4 bis +13 Grad in der Nacht. Der Mittelwert ist gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 3 bis 6 Grad zu warm. Die ersten Oktober-Tage haben eine Abweichung von -0,02 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert gerade einmal im normalen Bereich zustande gebracht.

Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass der Oktober 2018 auf einem guten Weg ist, sich nahtlos an die zu warmen Monate seit April anzuknüpfen und somit der 8. zu warme Monat in diesem Jahr zu werden. Nur der Februar und März waren bisweilen zu kalt.

Niederschlagsprognose - wann kommt Regen?

Regen ist nach den Kontrollläufen am 7. Oktober und um den 12. Oktober herum wahrscheinlich. Sonst ist die Niederschlagsneigung schwach ausgeprägt, was für die überwiegende Hochdruckdominanz spricht.

Nimmt man die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells, so werden vom 8. bis 18. Oktober Niederschlagssummen von 0 bis 5 l/m² in Aussicht gestellt. Das ist und bleibt viel zu wenig.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 4.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

In den Wettertrend des Langfristmodells kommt so langsam Bewegung. War der Oktober im Trend anfangs noch normal bis zu kühl berechnet worden, so erfolgt in den letzten Tagen eine Korrektur. Nach den aktuellen Vorhersagen liegt die Abweichung mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Ebenso der November 2018. Der Niederschlagstrend ist für den Oktober und November als zu trocken zu bewerten.

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Winterprognose 2018/19: Auch hier bewegt sich was

Das Wetter im Dezember 2018 wird mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad etwas kühler als in den vorherigen Prognosen berechnet. Aber auch der Januar 2019 hat mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad eine leichte Korrektur nach unten erfahren. Lediglich der Februar 2019 bleibt mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad deutlich zu warm zu bewerten. Somit passt sich das Langfristmodell etwas den anderen Langfristprognosen an.

Grundsätzlich aber bleibt der Trend zu einem zu warmen Winter 2018/19 erhalten, aber wie schon zum Abschluss der Wintersaison 2017/18 beschrieben, werden die Kälte- und auch Schneephasen in diesem Winter häufiger als wie in den letzten Jahren auftreten können. Ja und vielleicht kommt am Ende ja auch ein normaler Winter zustande. Man wird abwarten müssen, wie und ob sich ein Ausgleichsverhalten im Herbst, bzw. Anfang Dezember wird einstellen können. Bleibt die Erhaltungsneigung (Hoch Skandinavien / gestörtes Zirkulationsmuster) jedoch erhalten, so ist ein normaler Winter im Bereich des Möglichen.

…auch der Winter 2018/2019 wird anders ausfallen. Unserer Meinung nach stehen die Vorzeichen zunehmend günstiger, dass es auch wieder längere Kaltphasen geben kann. Ein normaler Winter sollte wahrscheinlicher sein, als ein sechster zu warmer Winter (>+0,5 Grad) in Folge. Warum? Seit dem Sommer 2017 konnte man häufiger beobachten, dass sich meridionale Großwetterlagen immer wieder einmal für längere Zeit haben durchsetzen können. Zudem nähert sich der die Sonnenaktivität so langsam ihrem zyklischen Minimum….
Zitat aus: So war das Wetter im Winter 2017/18.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
November 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 4.10.2018

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