Turbulente Wettertage stehen bevor und lassen die Temperaturen in den Nächten örtlich bis an die 0 Grad Grenze absinken. Der Herbst macht sich so langsam bemerkbar. Bleibt das so, oder setzt sich der Altweibersommer durch?

Gleich zwei Tiefdrucksysteme überqueren Deutschland in den kommenden 72 Stunden. Für eine kurze Pause sorgt der Samstag mit einem Zwischenhoch, doch am Freitag und Sonntag kann der Wind kräftig auffrischen und über exponierten Lagen auch stürmisch sein. Unwetterpotential ist gegeben. Etwas kurios kann das Wetter am Sonntag ausfallen. Eine Luftmassengrenze sorgt über dem Norden im Tagesverlauf für zunehmend kräftigen und länger andauernden Niederschlag bei Werten von +10 bis +15 Grad, während über dem Süden von Bayern und Baden-Württemberg für längere Zeit die Sonne scheinen und die Temperaturen auf spätsommerliche +20 bis +25 Grad ansteigen lassen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Gefahr von Bodenfrost nimmt zu

Ist das Sturmtief vom Sonntag abgezogen, gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich subpolarer Luftmassen, was die Tageswerte auf +13 bis +18 Grad absinken lassen kann. Gleichzeitig sorgt ein Hochdrucksystem für einen ruhigeren Wettercharakter, doch mit den klaren Nächten steigt die Gefahr von Bodenfrost. In den aktuellen Vorhersagen der Wettermodelle werden Tiefstwerte von -0 bis +8 Grad berechnet.

Der Altweibersommer hat seine Chancen, doch für wie lange?
Der Altweibersommer hat seine Chancen, doch für wie lange?

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Amerikanisches Prognosemodell: Abwechslungsreich in den Oktober 2018

Geht es nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells, so verlagert sich das Hochdrucksystem im Zeitraum vom 24. bis 26. September über Deutschland, Österreich und die Schweiz, weicht aber bis zum 30. September weiter nach Westen aus.

So hat bis zum 28. September der Altweibersommer mit Tageswerten von +16 bis +23 Grad seine Möglichkeiten, sich mit einem relativ trockenen und warmen Wettercharakter durchzusetzen. Doch mit der Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems kann Deutschland auf die nördliche Strömungskomponente gelangen, was ab dem 28. September wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland führen kann.

Schnee im Oktober?

Der Wettertrend der Wettermodelle einer westlichen Verlagerung des Hochdrucksystems ist für den Start in den Oktober 2018 seit ein paar Tagen zu beobachten und wird vom amerikanischen Prognosemodell aktuell gestützt. Gleichzeitig bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch und die Frontalzone kann sich bis nach Skandinavien durchsetzen.

Zum Start in den Oktober ergeben sich nun zwei mögliche Szenarien. Entweder das Hoch dehnt sich zu einer Hochdruckzone von Neufundland bis über Mitteleuropa reichend aus und sorgt für einen ruhigeren und warmen Wettercharakter, oder es stellt sich auf dem Atlantik steil nach Norden auf und die Tiefdrucksysteme tropfen von Skandinavien aus nach Süden über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab. Unter bestimmten Voraussetzungen wären dann auch Schneeschauer möglich. Das kommt im Oktober schon manchmal vor. Jedenfalls wären mit einem Trog Mitteleuropa die Temperaturen Anfang Oktober gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu kühl zu bewerten.

Unter bestimmten Voraussetzungen könnte es nach dieser Berechnung Anfang Oktober auch Schneeschauer geben.

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Unter bestimmten Voraussetzungen könnte es nach dieser Berechnung Anfang Oktober auch Schneeschauer geben. © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Herbstliche Hochdruckdominanz

Grundsätzlich ist die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ganz ähnlich der des amerikanischen Prognosemodells. Das Hochdrucksystem positioniert sich im Bereich zwischen England und Deutschland zunehmend nördlicher.

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Doch im Unterschied verlagert sich das Hochdruckgebiet nicht nach Westen, sondern bleibt bis in den Oktober hinein im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien quasi ortstreu. Das blockiert die Tiefdrucksysteme und eine Trogwetterlage mag sich nicht so recht einstellen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen aber im Einflussbereich der östlichen Hochdruckgradienten, was aus nördlichen Richtungen gemäßigt kühle Luftmassen über das Land führen kann. Zunehmend herbstlich und leicht unbeständig.

Doch hat auch nach diesem Wettertrend das Hoch das Potential sich weiter nach Westen oder auch Osten verlagern und mit kühlen Herbstwetter oder einem Altweibersommer das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen kann.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018 - gemäßigtes Herbstwetter

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Gemäßigtes Herbstwetter © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Ein herbstlicher Wettercharakter

Keine Frage, der Herbst hat auch heute die besseren Karten. Die Kontrollläufe stützen einen nachhaltigen Wetterwechsel mit einem Auf und Ab der Temperaturen im Zeitraum vom 21. bis 28. September und nachfolgend sinken die Werte Anfang Oktober in einem für die Jahreszeit zu kühlen Bereich ab.

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Das Temperaturspektrum liegt am 28. September zwischen +11 bis +22 Grad (Mittelwert: +15 bis +17 Grad) und am 6. Oktober zwischen +7 bis +24 Grad (Mittelwert: +13 Grad). Der Mittelwert liegt Anfang Oktober 2018 etwa um 2 bis 3 Grad unter dem langjährigen Durchschnittswert im leicht zu kühlen Bereich.

Erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit

Den herbstlichen Grundcharakter Anfang Oktober rundet die Niederschlagsprognose ab, welche im Zeitraum vom 30. September bis 6. Oktober eine leicht erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit simuliert.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 21.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Ob sich der herbstlich unterkühlte Wettercharakter Anfang Oktober wird durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Unterstützung erhält dieser Wettertrend vom Langfristmodell, welches den Oktober mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend leicht zu warm simuliert. In der Niederschlagsbewertung soll der Oktober 2018 deutlich zu trocken ausfallen. Das spricht für ein Hochdrucksystem in der Nähe von Mitteleuropa.

Wir wird der Winter 2018/19?

Auch über die Wintermonate bleibt das Langfristmodell klar strukturiert und berechnet den Dezember, Januar und Februar 2019 mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert teils deutlich zu warm und in der Niederschlagsprognose zu nass. Dass dies aber nur ein erster Wettertrend zur Winterprognose ist, zeigt der Blick auf andere Langfristmodelle, welche den Winter keineswegs durchweg deutlich zu warm berechnen. Mit entscheidend wird sein, wie sich nun die Großwetterlage einstellen und zu einem Ausgleichsverhalten oder einer Erhaltungsneigung führen wird. Statistisch gesehen folgt einem kalten Oktober in 70 Prozent der Fälle ein warmer Winter nach.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Oktober 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
November 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 21.09.2018

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