Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2018/19 aktuelle Wetterprognose vom 17.09.2018 - Temperatursturz mit nachhaltigen Folgen für das Herbstwetter?

Atlantische Tiefdrucksysteme greifen auf Deutschland über und leiten einen Temperatursturz in Richtung herbstlicher Werte ein. Wie nachhaltig ist diese Wetterentwicklung?

Die Wetterwoche hat einiges zu bieten. Vom Sommer in den Hochsommer und mit erhöhten Potential für Unwetter erfolgt zum Ausklang der Woche ein Wetterumschwung. Mit stürmischen Winden und etwas Regen sinken die Temperaturen mit +14 bis +18 Grad auf einen frühherbstlichen Wettercharakter ab. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Der Herbst bislang viel zu warm

Die zurückliegenden Herbsttage waren gegenüber dem langjährigen Mittelwert bisweilen um rund +3,1 Grad deutlich zu warm. In den kommenden Tagen ist nun mit einem erneuten ansteigen der Differenz zu rechnen und es stellt sich die Frage, ob der September ein neuerlicher Rekordmonat hinsichtlich der Temperatur werden kann? Dazu aber später mehr. Fakt aber auch ist, dass der September erst zu 27 Prozent sein Niederschlagssoll erreicht hat. Um das auszugleichen, müsste es in der letzten September-Dekade einiges an Niederschlag geben.

Der erste Herbstmonat ist bislang viel zu warm und deutlich zu trocken
Der erste Herbstmonat ist bislang viel zu warm und deutlich zu trocken

Amerikanisches Prognosemodell: Wetterumschwung mit ersten Herbststurm möglich

Das amerikanische Prognosemodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage zum kommenden Wochenende einen Wetterwechsel in zwei Etappen. Das erste Sturmtief zieht am Freitag über Deutschland hinweg und sorgt für kühlere Temperaturen. Nachfolgend aber entsteht am 22. September über England ein sog. Schnellläufer, welcher am Sonntag über Deutschland für schweren Sturm und bei entsprechender Zugbahn auch für orkanartige Winde sorgen kann. Auf der Vorderseite des Randtiefs können kurzzeitig nochmals sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden.

Details belieben noch abzuwarten und Veränderungen sind hinsichtlich einer solch dynamischen Wetterentwicklung möglich, doch sollte sich diese Vorhersage bewahrheiten, so wäre das ein Sprung vom Hochsommer, in den Frühherbst, zurück in den Sommer mit anschließend herbstlich kühlen Temperaturen - und das binnen 96 Stunden.

Herbstlicher Wettercharakter mit Option auf Altweibersommer

In der weiteren Entwicklung ziehen die Tiefdrucksysteme nach Osten ab, während von Neufundland am 24. September schon das nächste Sturmtief entsteht. Zwischen beiden Tiefdrucksystemen aber entsteht eine Lücke, in welche das Azorenhoch nach Norden aufkeilt und sich zum 25. September über England positionieren kann.

Somit wird die atlantische Frontalzone zunächst einmal blockiert, aber Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Hochdruckgradienten und damit in einer kühlen Nordwestanströmung der Luftmassen, was die Tageswerte auf herbstliche +10 bis +16 Grad zurückgehen lassen kann. Niederschläge sind bei dieser Konstellation weniger relevant.

Die erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik aber drückt das Hoch stets weiter nach Osten. Dort versperrt aber ein weiters Tiefdrucksystem den Weg und so weicht das Hoch nach Norden in Richtung Skandinavien aus. Ebenfalls wieder in einer blockierenden Funktion gegenüber der atlantischen Frontalzone, welche letzten Endes auf das Hoch aufläuft. Mit entsprechender Positionierung könnten aus südlichen bis östlichen Richtungen ab dem 28. September wärmere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden, was die Tageswerte auf +16 bis +22 Grad und örtlich bis auf +24 Grad ansteigen lassen könnte. Der Altweibersommer.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Nach einer turbulenten Wetterphase könnte sich ein Hochdrucksystem über Skandinavien ausbilden © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Auf und Ab

Die Überschrift ist zwei Tage alt, hat aber heute noch Bestand. Denn nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Wettermodells erfolgt nach der Hitze der Woche zum kommenden Wochenende ein vorübergehender Wetterumschwung mit frühherbstlichen Tempertaturen.

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Nachfolgend aber sorgt die hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik für einen über Mitteleuropa aufstrebenden Hochdruckkeil nach Norden, was zu einer für die Jahreszeit zu warmen aber - unter bestimmten Voraussetzungen - zu einer unbeständige Südwestwetterlage führen kann.

Das Potential für unwetterartige Wetterereignisse ist nach dieser Prognose deutlich geringer einzustufen.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Das Hoch liegt östlicher, was wärmere Temperaturen ermöglichen kann © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Temperatursturz

Seit Tagen zeichnet sich zum 22. September im Wettertrend der Kontrollläufe ein markanter Temperaturrückgang ab, welcher heute nochmals bestätigt wurde. Der Rückgang der Werte ist beachtlich und beträgt im Maximum 12 Grad. Der Zeitraum vom 22. bis 25. September wird für die Jahreszeit leicht zu kühl simuliert, vom 25. September bis 2. Oktober aber normalisiert sich der Temperaturtrend rasch wieder.

So liegt das Temperaturspektrum am kältesten Tag - voraussichtlich dem 24. September - zwischen +8 bis +25 Grad (Mittelwert: +14 bis +15 Grad) und am 2. Oktober zwischen +9 bis +23 Grad (Mittelwert: +15 bis +17 Grad). Freunde des Sommerwetters sollten also die kommenden Tage voll und ganz ausnutzen, denn es könnten die letzten Sommertage mit Werten jenseits der +25 Grad Marke in diesem Jahr sein.

Amerikanisches Prognosemodell ist ein kalter Ausreißer

Gegenüber den Kontrollläufen gehören die Prognosen des amerikanischen Modells vom 24. bis 29. September zu den kältesten Varianten. Der Mittelwert der Kontrollläufe ist deutlich gemäßigter und entspricht mehr der Variante des europäischen Vorhersagemodells. Veränderungen sind in den kommenden Stunden wahrscheinlich.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 17.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

September ein Rekordmonat?

Um das Thema nochmals aufzugreifen: Nein. Der Rekord aus den Jahren 2006 und 2016 lag bei einer Abweichung von +3,6 Grad. Einmal angenommen, der Überschuss beträgt am 20. September +4 Grad und nimmt man weiter an, dass sich die Werte in der letzten Septemberdekade normalisieren, so würde am Ende ein Überschuss von rund 2,5 Grad herauskommen. Damit der September noch normal ausfallen kann, müsste das letzte Septemberdrittel um 7 bis 8 Grad zu kalt ausfallen. Das ist mit einer entsprechenden Hochdruckposition zwar nicht unmöglich, doch zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. Damit der September einen neuen Temperaturrekord aufstellen kann, müsste die letzte Septemberdekade zwischen 2,8 bis 3,4 Grad zu warm ausfallen - auch das ist nicht unmöglich, aber ebenso weniger wahrscheinlich.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Das Langfristmodell weicht nicht von seinem Wettertrend der letzten Wochen ab. Der Oktober 2018 soll mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad und im Trend von bis +2 Grad etwas bis deutlich zu warm ausfallen. Der November mit +1 bis +2 Grad deutlich zu warm. Unter dem Strich eine deutlich zu warme Herbstprognose.

Der Winter 2018/2019 wird mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad von Dezember bis Februar ebenfalls deutlich zu warm simuliert.

Hinsichtlich der Niederschlagsprognose soll der Oktober deutlich zu trocken, der November etwas zu trocken und die Wintersaison deutlich zu nass ausfallen. Das klassische Ausgleichsverhalten eben. Ob es so kommen wird, bleibt abzuwarten.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +2 bis +4 Grad Trend: zu trocken
Oktober 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: zu trocken
November 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 17.09.2018

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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