Der Herbst startet mit einer weitgehend stabilen und spätsommerlich warmen Großwetterlage, doch kann sich über dem Süden ein Mittelmeertief bemerkbar machen.

Ein Hochdrucksystem dehnt sich in den kommenden Tagen über Skandinavien aus und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland. Zuvor sind aber über dem Süden von Deutschland und dort im Schwerpunkt über dem südlichen Bayern noch kräftige - teils unwetterartige - Niederschläge zu erwarten. Weiter nach Norden lässt der Niederschlag nach. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage September 2018.

Ein Hoch über Skandinavien sorgt für einen spätsommerlichen Herbstauftakt

Der Herbst 2018 beginnt mit dem Hoch über Skandinavien spätsommerlich warm. Häufig liegen die Werte im Bereich von +20 bis +25 Grad und örtlich sind bis +28 Grad möglich. Doch ganz ungetrübt ist der spätsommerliche Herbstbeginn nicht, denn von Süden könnte sich im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern ein schwaches Mittelmeertief mit Wolken und gelegentlich etwas Niederschlag bemerkbar machen.

Über dem Norden ein spätsommerlicher Herbstauftakt - nach Süden nehmen die Wolken und die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu
Über dem Norden ein spätsommerlicher Herbstauftakt - nach Süden nehmen die Wolken und die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Amerikanisches Prognosemodell: Hochdruckblock bis Mitte September?

Ein spätsommerlicher Wettercharakter im Herbst ist nichts außergewöhnliches, doch aufgrund der Vorgeschichte aus diesem Jahr dann doch etwas ungewöhnlich. Denn seit Februar halten sich über Skandinavien immer wieder Hochdrucksysteme und werden nur phasenweise durch Tiefdruckgebiete abgelöst. Eine richtig nachhaltige Wetterumstellung - so dass man von einem Ausgleichsverhalten sprechen könnte - hat es so nicht gegeben.

Schaut man sich die aktuelle Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells an, so kann sich bis zum 15. September die Hochdruckzone von den Azoren bis über das westliche Russland quer über Deutschland, Österreich und der Schweiz ausdehnen.

Bei Temperaturen von +20 bis +25 Grad wären immer wieder Wolkenfelder und phasenweise auch ein paar Niederschläge möglich, doch der Wettercharakter selbst wäre nach dieser Variante als spätsommerlich und weitgehend trocken zu bewerten.

Diese bis Mitte September andauernde Hochdruckphase berechnet das amerikanische Vorhersagemodell seit ein paar Tagen und weicht nicht von dieser Variante ab.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Herbstwetter der spätsommerlichen Art © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Etwas unbeständigeres Herbstwetter

So beständig das amerikanische Prognosemodell seine Hochdruckvariante simuliert, genauso beständig bleibt das europäische Vorhersagemodell seiner Prognose treu. Zwar strebt auch nach dieser Berechnung ein Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa, doch mag sich eine nachhaltige Hochdruckzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht entstehen.

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Immer wieder können Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa vorstoßen und in der ersten September-Dekade für einen abwechslungsreichen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen sorgen. Die Wellenbewegung entlang der Polarfront ist als entsprechend hoch zu bewerten. Würde das Hoch sich aber nur etwas weiter nach Osten verlagern, so hätte diese Variante viele Gemeinsamkeiten mit der des amerikanischen Wettermodells. Es kommt - mal wieder - auf die exakte Hochdruckposition an.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Hochdruckzone bleibt westlicher und ermöglicht über Deutschland, Österreich und der Schweiz einen unbeständigeren Wettercharakter © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Erste September-Dekade viel zu warm

Nicht nur die Wettermodelle bleiben ihren Wettervorhersagen treu, auch die Kontrollläufe stützen die Wetterprognosen der letzten Tage. So liegt das Temperaturspektrum am 6. September zwischen +19 bis +28 Grad (Mittelwert: +23 bis +24 Grad) und am 14. September zwischen +12 bis +27 Grad (Mittelwert: +20 bis +21 Grad). Das erste September-Drittel könnte demnach gegenüber dem langjährigen Mittelwert um 3 bis 6 Grad zu warm ausfallen! Eine langsame Normalisierung erfolgt demnach erst in der zweiten September-Dekade.

Wenig Niederschlag

Die Niederschlagssignale sind in den ersten Septembertagen über dem Osten und Südosten etwas erhöht, sonst aber besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen weitgehend trocken Wetterverlauf der ersten Septemberdekade. Aber auch darüber hinaus bleibt die Niederschlagsleistung als nicht sonderlich hoch zu bewerten.

Diagramm Temperaturen September 2018 vom 30.08.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Die Vorhersagemodelle sind sich über die Stabilität der kommenden Großwetterlage nicht einig und so gibt es eine gemäßigte und auch eine zu warme Variante. Der Wettertrend des Langfristmodells bleibt auf der gemäßigten Seite und berechnet die Temperaturen im September mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu warm. Eine Übereinstimmung gibt es in der Niederschlagsprognose. Der September 2018 soll über dem Westen deutlich zu trocken und über dem Osten leicht zu trocken gegenüber dem Sollwert ausfallen-.

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Aber auch der Oktober wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad größtenteils mit einem normalen Temperaturniveau berechnet, welcher tendenziell etwas zu warm ausfallen kann. Aber auch hier zeigt sich mit einem Niederschlagsdefizit eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Hochdruckdominanz.

Nasser und milder Winter 2018/19?

Dass das Ausgleichsverhalten irgendwann kommen wird, ist klar. Voraussichtlich wird das mit einer West- oder Südwestwetterlage einhergehen können. Und geht es nach dem Wettertrend des Langfristmodells, so könnte das Ausgleichsverhalten im November beginnen und sich mit einer höheren Niederschlagsleistung bis in den Februar 2019 hinein ziehen.

Mehr Wolken und mehr Niederschlag bedeutet aber in den Wintermonaten auch mildere Temperaturen und so wird der letzte Herbstmonat November mit einem Temperaturüberschuss von +0,5 bis +2 Grad simuliert. Die Wintersaison von Dezember bis Februar aber mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad und örtlich bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet.

Rechnet man die Mittelwerte zusammen, so ergibt sich - zum aktuellen Stand - ein etwa um +0,4 Grad zu warmer Herbst und ein um +1,2 Grad zu warmer Winter 2018/19.

Sollten sich aber - wider Erwarten - die Erhaltungsneigung mit hohem Luftdruck über dem nördlichen Europa durchsetzen können, so wäre ein Winter zu erwarten, welcher seinem Namen auch gerecht werden würde.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken über dem Westen und Süden
Oktober 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: deutlich zu trocken
November 2018 +1 bis +2 Grad Trend: normal
Dezember 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: etwas zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 30.08.2018

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