Warmer Frühling, warmer Sommer und ein warmer Herbst - folgt nun ein kalter Winter? Der statistische Rückblick lässt eine Schlussfolgerung zu.

Der November dümpelt gerade so vor sich hin. Wolken- und Hochnebelfelder mit etwas Sonnenschein und am Mittwoch und Donnerstag ist über dem Süden auch mit etwas Regen zu rechnen. Doch mit einem schwachen Wind ein für Meteorologen eher langweiliges Wetter. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Temperaturen für die Jahreszeit außergewöhnlich warm sind. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage November 2018.

Apropos zu warm. Wir erhalten derzeit viele Fragen und Spekulationen, wie sich denn der Winter 2018/19 entwickeln könnte, wenn die Monate zuvor allesamt zu warm waren - irgendwann muss es doch mal wieder kälter werden können?! Wir gehen dieser Frage heute mit einer statistischen Auswertung näher nach.

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Der Herbst 2018

Der September war mit einer Abweichung von +1,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Der Oktober 2018 war mit einer Abweichung von +1,7 Grad ebenfalls deutlich zu warm. Und betrachtet man die kommenden Novembertage, so sollen diese bis zum 10. November ebenfalls deutlich zu warm ausfallen. Rückblickend waren die ersten drei Novembertage um +3,3 Grad zu warm. Das alleine ist jedoch nur ein Wettertrend. Was aber, wenn der November ebenfalls zu warm ausfallen wird?

Warmer Herbst, kalter Winter?
Warmer Herbst, kalter Winter?

Wie waren die Winter in der Vergangenheit, wenn der September, Oktober und November zu warm waren? Diese Konstellation kam von 1960 bis 2017 insgesamt 9 Mal vor

September, Oktober und November zu warm
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember, Oktober und November zu warm 3 % 13 % 9 (16 %)

Heraus kommt wenig repräsentatives Ergebnis, da die es bislang nicht allzu oft vorkam, dass alle drei Herbstmonate zu warm waren. War das aber der Fall, so zeigte sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein milden Winter. Aber wer sagt denn, dass der November 2018 tatsächlich zu warm ausfallen wird. Was also ist, wenn der November zu kalt ausfällt?

September und Oktober zu warm, November zu kalt
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember und Oktober zu warm, No­vember zu kalt 4 % 5 % 5 (9 %)

Diese Konstellation kam noch seltener vor, ist aus statistischer Sicht nicht relevant. In Summe lässt sich daraus keine Ableitung machen.

Herbst zu warm, Herbst zu kalt - Auswirkungen auf den Winter

Nimmt man die Herbstmonate zusammen, so sieht das Ergebnis etwas klarer aus.

Herbst zu warm, zu kalt - Auswirkungen auf das Winterwetter
Herbst Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Herbst zu warm 21 % 36 % 32 (57 %)
Herbst zu kalt 12 % 26 % 21 (38 %)

Interessant. War der Herbst insgesamt zu warm, so ergab sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu kalte Winter. Das stützt die oben genannte These - zumindest im Ansatz. Nichtsdestotrotz zeigt sich in beiden Konstellationen ein Trend für warme Wintermonate!

Welche Auffälligkeiten gibt es aber hinsichtlich eines Herbstmonats und dem darauf folgenden Winter?

Insgesamt gibt es 28 unterschiedliche Varianten. Betrachtet man nur die einzelnen Monate, so sieht das Ergebnis wie folgt aus.

Betrachtung der einzelnen Herbstmonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember warm 18 % 34 % 29 (52 %)
Sep­tember kalt 18 % 27 % 25 (45 %)
Oktober warm 20 % 30 % 28 (50 %)
Oktober kalt 16 % 32 % 27 (48 %)
No­vember warm 25 % 33 % 32 (58 %)
No­vember kalt 10 % 31 % 23 (41 %)

War der September zu warm, war häufiger der Winter zu warm. Anders sieht es aber aus, wenn der Oktober und der November ebenfalls zu warm waren. Hier zeigt die Statistik eine ansteigende Wahrscheinlichkeit für kältere Wintermonate.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu kalt, bzw. normal ausfällt?

Sicherlich, es ist eine Spielerei, aber warum nicht? Los gehts.

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Winter zu kalt - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember kalt, Oktober warm 12 % 11 % 13 (23 %)
Sep­tember kalt, November warm 14 % 12 % 15 (26 %)
Oktober warm, November warm 14 % 18 % 18 (32 %)
Oktober kalt, No­vember warm 11 % 12 % 13 (23 %)

Ein zu kalter September spielt eine Rolle, ebenso wie ein zu warmer Oktober und November. Stellen wir die Frage andersherum.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu warm, bzw. normal ausfällt?

Winter normal bis zu warm - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm, No­vember kalt 5 % 11 % 9 (16 %)
Oktober kalt, No­vember kalt 5 % 18 % 13 (23 %)
Sep­tember kalt, No­vember kalt 4 % 14 % 10 (18 %)
Sep­tember kalt, Oktober kalt 5 % 16 % 12 (21 %)
Sep­tember warm, No­vember kalt 7 % 14 % 12 (21 %)

Was fällt auf? Ist ein zu kalter November im Spiel, so folgt häufiger ein zu warmer Winter. Ebenso, wenn der September zu kalt ausfiel. Das ist in diesem Jahr nicht gegeben.

Statistische Relevanz für den Winter 2018/19?

Es gibt tatsächlich schwache Zusammenhänge von einem zu warmen Herbst und einer darauf folgenden ansteigenden Tendenz für eine kälteren Winter. Doch darf man nicht vergessen, dass auch bei einem warmen Herbst die Wintermonate häufiger zu warm waren. Nur das Verhältnis zu einander verändert sich. So richtig passend ist aber keine Konstellation, da die Konstellation aus drei zu warmen Herbstmonaten nicht allzu häufig vorkam.

Zu warmer Sommer, zu warmer Herbst gleichbedeutend mit einem zu kalten Winter?

Diese Variation fehlt noch. Welche Auswirkungen ergibt sich nach der Statistik, wenn der Sommer und der Herbst zu warm ausfielen?

Sommer zu warm, Herbst zu warm - Auswirkungen auf das Winterwetter
Sommer und Herbst Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sommer zu warm, Herbst zu warm 16 % 30 % 26 (46 %)
Sommer zu kalt, Herbst zu warm 5 % 5 % 6 (11 %)
Sommer zu kalt, Herbst zu kalt 9 % 9 % 10 (17,8 %)
Sommer zu warm, Herbst zu kalt 4 % 14 % 10 (17,8 %)

Signifikant: war der Sommer und der Herbst zu warm, so folgte häufiger ein zu warmer Winter nach.

Zusammenfassung

  • Datengrundlage 1960-2017, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert 1961-1990
  • War der Sommer und der Herbst zu warm, so folgte häufiger ein zu warmer Winter
  • War der Herbst zu warm, so zeigt sich eine ansteigende Tendenz für zu kalte Winter (Winter aber immer noch zu warm)
  • War der September und Oktober zu warm, waren die Winter häufiger zu warm
  • War der September und der November zu warm, so zeigte sich ebenfalls mit höherer Wahrscheinlichkeit ein zu warmer Wintertrend
  • War der Oktober und der November zu warm, so erhöhte sich die Relevanz für kältere Wintermonate
  • Signifikant: ein zu warmer November hatte häufiger einen kalten Winter zur Folge
  • Signifikant: ein zu warmer Herbst hatte ebenfalls häufiger einen kalten Winter zur Folge

Anmerkung: dieser statistische Vergleich beruht ausschließlich auf Temperaturwerten der Vergangenheit (Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD) und berücksichtigt ausschließlich die Sommer- und Herbstmonate. Für die Statistik und die Wahrscheinlichkeit gehören aber auch noch ganz andere Faktoren, wie Niederschlag und Großwetterlagen, so dass dies nur als eine Art von Datenspielerei darstellt und wissenschaftlich keine Relevanz hat. Diesen Anspruch hat diese Auswertung auch gar nicht, sondern geht lediglich auf eine Fragestellung der Leser ein. Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen hierzu? Gerne können Sie uns eine E-Mail schreiben.

Welchen Einfluss ein zu warmer Frühling und Sommer auf den Winter haben kann, können im Bericht: Wetter Herbst und Winter 2018/19 aktueller Wettertrend vom 29.08.2018 - Winterstatistik: Warmer Sommer, kalter Winter - Was lässt sich aus diesem Jahr ableiten? nachlesen.

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