In den kommenden Tagen ist über Deutschland mit einem weitestgehend ruhigen Wettercharakter zu rechnen. So baut sich über England ein Hochdrucksystem und über dem Mittelmeerregion ein Tiefdruckgebiet auf. Deutschland liegt im gradientenschwachen Umfeld dieser beiden Wettersysteme. Im Verbund der beiden Wettersysteme kommt es über Deutschland zu einem Wechselspiel aus Sonne, Wolken, teils neblig-trüben oder einem hochnebelartig bewölktem Wettercharakter. Niederschläge sind nur ganz vereinzelt zu erwarten. Der Wind aus nordöstlichen Richtungen frischt ab der Wochenmitte auf und führt kalte Luftmassen nach Deutschland Österreich und die Schweiz. Bis zum Samstag können die Tageshöchstwerte verbreitet bis auf die 0 Grad Grenze absinken und im Schwerpunkt über den östlichen und südlichen Regionen auch schon im Dauerfrostbereich liegen. Ob Schneefall dabei sein wird hängt stark von der Zugbahn des Mittelmeertief ab. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

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Frühlingshaft mild, oder hochwinterliche Großwetterlage?

Zwar sind die Berechnungen der Wettermodelle zwischenzeitlich klar strukturiert, doch Unsicherheiten ergeben sich noch mit den Positionen zwischen dem Hochdrucksystem über dem Norden (Grönland, Island und Skandinavien) und dem Tiefdruckgebiet über dem Süden (Neufundland, Azoren und der Mittelmeerregion).
So berechnete das amerikanische Wettermodell heute Nacht eine Variante, bei der sich über den Azoren ein kräftiges Tiefdrucksystem hat ausbilden können und auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen von Afrika aus über dem Mittelmeerregion bis nach Norden transportiert. Im gleichen Zeitraum splittet sich das Hochdrucksystem über Skandinavien in zwei Teile auf, was zu einem Hochdruckgebiet zwischen Grönland und Island und einem über dem westlichen Russland führen kann. So wird dem Tiefdrucksystem über den Azoren ein höherer Spielraum zur Verfügung gestellt, um die waren Luftmassen bis nach Skandinavien hoch zu führen. Statt hochwinterlich kalt wäre es bei dieser Variante frühlingshaft mild.

Heute Morgen berechnete das amerikanische Wettermodell eine andere Wetterentwicklung. Zunächst bildet sich zum 25. Februar im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien ein kräftiges Hochdrucksystem aus, während über dem östlichen Europa sich ein Tiefdrucksystem positionieren kann. Im Verbund dieser beiden Wettersysteme werden sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Auf dem Atlantik tropft ein Tiefdruckgebiet in Richtung der Azoren ab, während sich das Hochdrucksystem über Skandinavien bis zum 27. Februar weiter nach Westen in Richtung Island und Grönland ausdehnen kann. Deutschland verbleibt bis dahin im Zustrom dieser sehr kalten Luftmassen arktischen Ursprungs. Das Tiefdruckgebiet über den Azoren verlagert sich bis zum 28. Februar über die Mittelmeerregion und dient als Ansaugmotor der kalten Luftmassen aus nördlichen Richtungen. Nach diesen Berechnungen wäre eine hochwinterliche Wetterlage bis Ende Februar sehr wahrscheinlich, bei der es vor allem über dem Süden von Deutschland eine höhere Schneefallwahrscheinlichkeit geben kann.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation mit einer kalten Nordostwetterlage über Deutschland © www.meteociel.fr

Etwas anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Bis zum 26. Februar bildet sich ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem skandinavischen Raum aus, während auf dem Atlantik den Tiefdrucksystemen gar nichts anderes übrig bleibt, als nach Süden in Richtung der Azoren auszuweichen. Bis zum 27. Februar dehnt sich das Skandinavienhoch noch etwas weiter nach Westen aus und blockiert die atlantische Tiefdrucksysteme zwischen Grönland, Island und England. Auf der Rückseite des Hochdrucksystem werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland geführt werden können. Daran ändert sich nach diesen Berechnungen bis Ende Februar nichts.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation mit einem Blockadehoch auf dem Atlantik und einer kalten Nordwetterlage über Deutschland © www.meteociel.fr

Hochwinter

Man sieht, das trotzt der einigermaßen gesicherten Entwicklung der Großwetterlage, sich im Detail noch Unsicherheiten ergeben können. So sind die möglichen Wetterlagen bis Ende des meteorologischen Winters eine Grenzwetterlage (Süden mild, Norden kalt), eine kalte Nordost- bis Nordwetterlage, oder eine milde Südwestwetterlage. Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem positioniert.

Geht es nach dem Kontrollläufen, so war die Simulation des amerikanischen Wettermodells von heute Nacht ein warmer Ausreißer. Heute zeigt sich der Hauptlauf gegenüber seinen Kontrollläufen recht gut eingebettet. Ein zunehmend hoch winterlicher Wettercharakter wird über Deutschland im Zeitraum vom 22. bis 28. Februar wahrscheinlicher.
Welche Temperaturen wären zu erwarten? Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bspw. am 27. Februar zwischen -9 und +4 Grad und der Mittelwert beträgt über dem Osten -6 Grad, über dem Norden und Süden -5 Grad und über den Westen -3 Grad. Die kälteste Nacht könnte nach dem Kontrollläufen mit verbreitet Werten zwischen -14 bis -7 Grad am 28. Februar erreicht werden.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 19.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Ob sich Anfang März der sog. März-Winter durchsetzen kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter März 2018 und gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein Update der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:04 Uhr
Das amerikanische Wettermodell bestätigte in seinem Simulationen von heute Abend die Ausdehnung des Hochdrucksystems zum 25. Februar über Skandinavien. Gleichzeitig entsteht über dem östlichen Europa ein Tiefdruckgebiet, was im Verbund mit dem Hochdruckgebiet sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Zum 26. Februar entsteht über dem Mittelmeerregion ein weiteres Tiefdrucksystem, was den Zustrom kalter Luftmassen noch etwas verstärken kann. Im Zeitraum vom 27. und 28. Februar dehnt sich das Hochdrucksystem über Skandinavien weiter nach Westen und Osten aus und erstreckt sich von Grönland über Island und Skandinavien bis über das westliche Russland. Gleichzeitig nimmt die Tiefdruckaktivität über den Azoren zu, so dass Anfang März die Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen bis nach Deutschland führen könnten. So kann sich innerhalb kürzester Zeit aus einer hoch winterlichen Wetterlage eine frühlingshaft milde Wetterentwicklung ergeben. Nur als Beispiel - der direkte Modelloutput: liegen die Tageshöchstwerte am 27. Februar noch im Bereich zwischen -7 bis -1 Grad so berechnet das amerikanische Wettermodell ein Anstieg der Temperaturen bis zum 4. März auf +7 bis +13 Grad und örtlich können auch die +15 Grad überschritten werden.

Da zeigen sich die Schwankungen der letzten Tage wieder, so dass auch heute Abend ein möglicher März-Winter keineswegs als gesichert gilt und noch mit vielen Fragezeichen zu versehen ist.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Polarwirbel über dem nördlichen Kanada existiert nicht mehr - und trotzdem eine milde Südwestströmung über Mitteleuropa! © www.meteociel.fr


Kalt mit Optionen auf Schnee
Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Variante, jedoch mit dem Unterschied, dass der Kaltluftzustrom bis zum 1. März markanter und das Tiefdrucksystem weiter über der Mittelmeerregion liegt. In Folge daraus bleibt der Kaltluftzustrom bis in den März hinein intakt und mit Hilfe des Tiefdrucksystems steigen auch die Chancen auf Schneefall an.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - Hochdruckblockade auf dem Atlantik © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: es wird kalt - nur für wie lange?
Die Kontrollläufe bestätigen heute Abend nochmals, dass der Zeitraum vom 22. bis 28. Februar gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu kalt ausfallen kann. Schaut man sich den Mittelwert der bereits vergangenen Tage an, so liegt dieser aktuell bei rund -0,8 Grad im leicht zu kalten Bereich. Das sollte sich in den kommenden Tagen noch deutlich verändern können, so dass Ende Februar mit einem Temperaturdefizit von rund -2 Grad gerechnet werden kann. Im Zeitraum vom 28. Februar bis 6. März zeichnet sich ein langsamer Aufwärtstrend des Temperaturmittelwertes ab, welcher am 6. März aber noch immer etwas unter dem langjährigen Mittelwert liegen kann. Das amerikanische Wettermodell ist heute Abend erneut eines der wärmeren Varianten. In der Vergangenheit ließ sich des Öfteren beobachten, dass das amerikanische Wettermodell mit gestörten Zirkulationen nicht so gut klar kommt, wie das europäische Wettermodell.

Wird es denn auch Schnee geben können? Die Niederschlagsneigung steigt nach dem 26. Februar über dem Norden und Osten allgemein etwas an. Über dem Süden und Westen ist das erst ab dem 28. Februar zu erkennen. Die eisige Kälte ist auch nicht gerade optimal für Schneefall.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 20. Februar gegen 13:00 Uhr.

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