Wetter Winter 2017/2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2017/2018 aktuelle Wetterprognose vom 15.02.2018 - Frühlingshaft mild, oder hochwinterlich kalt?

Der Wettercharakter der kommenden Tage ist über dem Süden von Deutschland bis einschließlich Samstag als wechselhaft zu bewerten. So kommt es bei starker Bewölkung immer wieder zu zeitweilig Niederschlägen, welche am heutigen Donnerstag und auch am Samstag etwas kräftiger ausfallen können. Anders die Situation über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge, wo sich bei auf gelockerter Bewölkung häufiger auch einmal die Sonne zeigen kann. Ab Sonntag drehen sich diese Verhältnisse um und über dem Norden ist häufiger starke Bewölkung zu erwarten, während über dem Süden häufiger die Sonne zum Vorschein kommen kann. Niederschläge sind über dem Norden aber nur ganz vereinzelt zu erwarten. Deutlicher zeigt sich das in der Niederschlagsberechnung. So sind über dem Saarland, Rheinland Pfalz, dem südlichen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern Niederschlagssummen zwischen 5 bis 10 l/m², etwa südlich einer Linie von Mannheim und Nürnberg 10 bis 30 l/m² zu erwarten und entlang des Alpenrandes können auch bis zu 50 l/m² niedergehen. Weiter nach Norden und Osten sind Niederschlagssummen von 0 bis 5 l/m² möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

Hochwinterlich kalt …

Bis zum 21. Februar dehnt sich nach den Berechnungen beider Wettermodelle ein Hochdruckkeil des Azorenhochs bis nach Deutschland aus und sorgt für den weitgehend ruhigen und etwas unbeständigen Wettercharakter über Deutschland. Die Temperaturen bleiben aber mit Werten von +4 bis +8 Grad unwinterlich - oder anders formuliert ist bis zum Start in das letzte Februar-Drittel nicht mit einem Wintereinbruch zu rechnen.

Ab dem 21. Februar berechnet das amerikanische Wettermodell die Ausbildung eines Hochdrucksystem im Bereich zwischen England, Island und Skandinavien. Bis zum 23. Februar dehnt sich das Hochdrucksystem weiter nach Norden aus und erstreckt sich von Skandinavien über das europäische Nordmeer bis nach Grönland. Nachfolgend positioniert sich über den westlichen Russland und im östlichen Europa ein Tiefdruckgebiet, was im Verbund beider Wettersysteme kalte Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen bis nach Deutschland führen kann. Die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik werden durch das Hochdrucksystem frühzeitig vor Mitteleuropa blockiert und müssen weit nach Süden ausweichen. Das kann ab dem 26. Februar zur Ausbildung von Tiefdrucksystemen über der Mittelmeerregion führen. Kalte Luft über dem Norden, feucht warme über dem Süden. Anders ausgedrückt riecht das erneut nach einer Grenzwetterlage über Deutschland. Hoch winterlicher Norden, milder Süden und entlang der Luftmassengrenze können kräftige Niederschläge erwartet werden.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Grenzwetterlage © www.meteociel.fr

… frühlingshaft mild

Ob das aber tatsächlich so kommen mag, bleibt abzuwarten. So sind die Berechnungen des europäischen Wettermodell komplett anders. Zwar wird auch hier die Ausdehnung des Hochdruckkeils bis zum 21. Februar von den Azoren, über England bis nach Skandinavien berechnet, nachfolgend aber erhöht sich aber die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und drückt das Hochdruckgebiet weiter nach Osten weg, welches sich am 24. und 25. Februar von der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa nach Norden erstrecken kann. Gleichzeitig dehnt sich die Tiefdruckrinne auf dem Atlantik von Neufundland über Island bis nach Skandinavien aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz kommen somit in eine südwestlich orientierte Grundströmung, was sehr milde Luftmassen heranführen kann.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: fast schon frühlingshaft milde Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Was ist wahrscheinlicher?

Zunächst einmal: was steht denn zur Option? Da wäre die milde Südwestwetterlage, eine kalte Nord-, oder Nordostwetterlage, eine kontinentale kalte Ostströmung und obendrauf ist auch eine Grenzwetterlage nicht auszuschließen. Die Parameter verändern sich nahezu von Simulation zu Simulation. Hervorgerufen wird dies durch das in den letzten Tagen häufiger beschriebene Phänomen der plötzlichen Stratosphärenerwärmung, deren Maximum am 17. Februar erreicht sein sollte.
Die Windgeschwindigkeiten entlang des 65. Breitengrades liegen aktuell bei -115 km/h nahe am Minimum. Negative Vorzeichen bedeuten in diesem Fall, dass sich die normale Zirkulation der Winde in 30 km Höhe von West-Ost auf Ost-West gedreht hat und nun die Auswirkungen auf die unteren Luftschichten - und damit den Polarwirbel - beginnen. Und das braucht seine Zeit (s. Animation Major-Warming 2009).
Bis sich die Auswirkungen bemerkbar machen, können 3 bis 7 Tage vergehen und das ist auch der Zeitraum der Unsicherheiten. So bleibt heute nicht mehr zu sagen, als dass sowohl hochwinterliche, als auch frühlingshaft milde Wetterlagen im letzten Februar-Drittel über Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich bleiben.

Sollte sich aber ein gestörtes Zirkulationsmuster über Mitteleuropa einstellen können, so wäre mit kalten Auswirkungen bis in das Wetter März 2018 zu rechnen.

Die Kontrollläufe sind nicht einheitlich und stützen die unsichere Wetterentwicklung. So liegt die Differenz der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe am 27. Februar bei 23 Grad (-18 bis +5 Grad). Zum Vergleich: für eine halbwegs vernünftige Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert. Man ist also noch weit von den Details der Wetterentwicklung entfernt. Der Wettertrend allerdings, der zeigt nach den Kontrollläufen in die winterliche Richtung - daran hat sich auch heute nichts geändert. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im gesamten letzten Februar-Drittel über dem Westen bei +2 Grad, dem Norden bei +1 Grad, über dem Süden bei 0 Grad und über dem Osten bei -2 Grad.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 15.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle mit einem Update der Wetterprognose Winter.

Update der Wetterprognose Winter von 20:01 Uhr
Tagsüber gab es vom amerikanischen Wettermodell keine einheitlichen Berechnungen der Großwetterlage für das letzte Februar-Drittel. Zu groß sind die Unterschiede, als dass man daraus einen Wettertrend ableiten könnte. Zwei Varianten kristallisieren sich aber so langsam heraus. Entweder es positioniert sich ein Hochdrucksystem im Bereich zwischen Grönland, Island und Skandinavien, oder aber dieses Hoch liegt südlicher. Je nachdem wäre eine Hop oder Top Lösung zu erwarten: warm oder kalt.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Meridionales Strömungsmuster mit gestörtem Wirbel über Kanada © www.meteociel.fr


Europäisches Wettermodell: Hoch über Skandinavien
Das europäische Wettermodell hat gegenüber seinen Berechnungen von heute Morgen eine 180 Grad Wendung vollzogen, was noch einmal unterstreicht, wie komplex die kommende Wetterentwicklung in der Simulation zu erfassen ist. Man kennt diese Schwankungen aber schon aus den (Major-Warming)Jahren 2013 und 2009, insofern nichts verwunderliches. Statt einer milden Südwestwetterlage verlagert sich nun das Hochdrucksystem über den skandinavischen Raum und sorgt über Deutschland - mit Hilfe eines Mittelmeertief - ab dem 19. Februar für ein östlich orientiertes Strömungsmuster. Der Wirbel über Kanada bleibt aber - im Gegensatz zum amerikanischen Wettermodell - nach wie vor intakt. Und das könnte eine entscheidende Rolle hinsichtlich eines März-Winters spielen. Nichtsdestotrotz erkennt man den "Wille" zum Polarwirbelsplit.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell -Hoch Skandinavien - Tendenz zum Polarwirbelsplit © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Hop oder Top
Die Überschrift bleibt gegenüber gestern Abend gleich, denn es hat sich in den letzten 24 Stunden nichts verändert. Das Entwicklungsspektrum bleibt auch nach den Kontrollläufen sehr hoch, wenngleich der Mittelwert des Temperaturspektrums um, bzw. knapp unter dem vieljährigen Mittelwert liegt. Anders formuliert sind bspw. am 26. Februar Temperaturen in einem Spektrum von -8 bis +10 Grad möglich, wenngleich der Mittelwert mit +1 bis +2 Grad etwas höher als noch heute Morgen liegt - die Kontrollläufe sind also etwas milder geworden.

Winterliche Radfaktoren
Der AO-Index wird zum letzten Februar-Drittel weitgehend im negativen Bereich berechnet. Der NAO-Index folgt aber erst zum 24./25. Februar in den negativen Bereich nach. Was bedeutet das? Eine Hochdruckposition zwischen Grönland, Island und Skandinavien ist eine wahrscheinliche Wetterentwicklung, ob diese aber einen nachhaltigen Wintereinbruch und auch einem März-Winter bringen kann, bleibt abzuwarten. Spannend bleibt die Wetterentwicklung allemal.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 16. Februar gegen 13:00 Uhr.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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