In den kommenden Tagen wechseln sich Zwischenhoch und Tiefdruckgebiete ab und sorgen am Dienstag, Mittwoch und Freitag für einen ruhigen und sonnigen und am Donnerstag und Samstag für einen windigen und unbeständigen Wettercharakter. So sind bis einschließlich Samstag über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und weite Teile von Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit 0 bis 2 l/m² nur wenig Niederschläge zu erwarten. Anders die Situation über dem Westen und über dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg, wo Niederschlagssummen von 7 bis 15 l/m² und nach Süden von 13 bis 20 l/m² möglich sind. Die Temperaturen liegen meist im Bereich zwischen +1 bis +7 Grad, so dass die Niederschläge größtenteils als Regen niedergehen können. Über den Mittelgebirgen schwankt die Schneefallgrenze zwischen 200 bis 500 Meter und nach Süden steigt diese auf 700 bis 1.500 Meter an, sinkt aber zum Sonntag allgemein auf 300 bis 500 Meter ab. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

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Geht es in Richtung Winter?

Das Major-Warming in Stratosphärenhöhe ist aktuell in vollem Gang und erreicht mit einem Temperatursprung von 72 Grad seinen vorläufigen Höhepunkt am 17. Februar. Entscheidend aber ist der Einfluss auf die unteren Luftschichten und die Winddrehung der sonst zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades. Vor 5 Tagen war mit Windgeschwindigkeiten von +180 km/h noch alles in Ordnung und aktuell liegen die Windgeschwindigkeiten bei -80 km/h (gestern -18 km/h) und das Minimum wird für den 15. Februar mit -130 km/h berechnet. In Zeitraum darüber hinaus erholt sich die Windgeschwindigkeit zwar, bleibt mit dem Mittelwert von -70 km/h im negativen Bereich. Sollte das so eintreten, wäre das als kräftiges Major-Warming zu bewerten, welches den Übergang zum Final-Warming vollziehen kann. Der Polarwirbel könnte in Folge daraus zusammenbrechen und in dieser Wintersaison nur noch bedingt eine Rolle spielen. Jedenfalls würde durch die Strömungsverhältnisse der Kälteklops über dem nördlichen Kanada außer Kraft gesetzt werden können, welcher für das Wetter über Deutschland eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Die Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bleiben aber unsicher. Erst in rund 3 Tagen wird man mit Gewissheit sagen können, in welche Richtung sich das Wetter entwickeln wird. Derzeit sieht es aber nach nasskalten bis winterlichen Wetterverhältnissen aus.

Polarwirbelberechnung Februar

Major-Warming in Stratosphärenhöhe mit vorläufigem Höhepunkt am 17. Februar © www.meteociel.fr

Amerikanisches und europäisches Wettermodell schwanken

In den letzten Tagen waren die Berechnungen der Wettermodelle mal mild, mal kalt. So verwundert der Umschwung beider Wettermodelle auch heute nicht. Nach milder Varianten von gestern, sind es heute die kälteren Varianten, welche bei einem Major-Warming wahrscheinlicher sind. Im Zeitraum vom 16. bis 20. Februar setzt sich in der Simulation im Bereich zwischen England, Island und Skandinavien ein Hochdrucksystem durch. Gleichzeitig entsteht über der Mittelmeerregion ein Tiefdruckgebiet. Das amerikanische Wettermodell berechnet das Hoch etwas westlicher, das europäische Wettermodell mehr über Skandinavien. In beiden Fällen können aber aus nordöstlichen Richtungen Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden. Da der Sonnenstand aber zu dieser Jahreszeit schon recht hoch ist, pendeln sich die Tageshöchstwerte bis zum 20. Februar auf nasskalte +0 bis +5 Grad und über dem Westen örtlich bis auf +7 Grad ein. Für richtiges Winterwetter fehlt also noch etwas.

Winterwetter: Entwicklung der Großwetterlage hat Potential

Vor allem für Winterfreunde hat die kommende Wetterentwicklung aber durchaus das Potential für mehr und noch steht nicht fest, wie sich die Wettersysteme - und insbesondere das Hochdruckgebiet - positionieren werden. Milde, nasskalte und auch winterliche Wetterlagen bleiben möglich, wenngleich winterliche und nasskalte Großwetterlagen deutlich an Wahrscheinlichkeit zugenommen haben.

Die Kontrollläufe stützen am 15. Februar und am 17. Februar kurze Warmluftphasen (vor allem über dem Süden) und berechnen ab dem 20. Februar eine sehr breites Entwicklungsspektrum. So liegen die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe am 24. Februar zwischen -16 bis +6 Grad. Damit Schneefall und Dauerfrost bis in tiefere Lagen möglich ist, sollten die Höhentemperaturen sich zwischen -4 bis -7 Grad bewegen. Der Mittelwert liegt über dem Norden bei -6 Grad und über dem Süden bei -4 Grad. Das Temperaturspektrum in tieferen Lagen liegt am 24. Februar zwischen -9 bis +8 Grad (Mittelwert: -1 Grad). Das macht noch einmal deutlich, welches Potential in der kommenden Wetterentwicklung noch steckt. Gegenüber gestern aber festigt sich langsam ein kalter Wettertrend.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 13.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Gestörtes Zirkulationsmuster kann den Winter bringen

In den letzten Tagen zeigte sich in den Kontrollläufen mehrheitlich der Wettertrend zum Aufbau eines Hochdrucksystems im Bereich zwischen Grönland, Island, Skandinavien bis hin zum Kontinentalhoch über Sibirien. Das wäre bei einem Major-Warming auch eine plausible Entwicklung. Dieser Trend bestätigt sich heute erneut und macht ein gestörtes Zirkulationsmuster wahrscheinlicher als andere Varianten. Warum gestört? Mit so einem Hoch in dieser Position würde die Grundströmung auf Ost-West drehen. Normal wäre über Mitteleuropa aber West-Ost.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Februar hat hohes Potential winterlich kalt auszufallen

Das Langfristmodell berechnet in seiner aktuellen Wetterprognose für den letzten Wintermonat eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis -2 Grad. Die aktuelle Abweichung der bereits vergangenen Februar-Tage liegt im Übrigen bei -1 Grad und sollte sich in den kommenden Tagen auf -0,5 bis 0 Grad normalisieren können. Entscheidend aber wird das letzte Februar-Drittel sein. Aber egal wie der Februar ausfallen wird, der Winter 2017/18 wird wohl als fünfter zu warmer Winter in Folge in die Wettergeschichte eingehen. Dafür ist die Zeit bis Ende Februar (meteorlogisches Winterende) zu kurz.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 13.02.2018

Zusammenfassung: Winter hat Optionen

Das nunmehr seit 10 Tagen beschriebene Major-Warming zeigt sich nun offensichtlicher in den Berechnungen der Wettermodelle. Sehr häufig entsteht bei einem Major-Warming ein Hochdrucksystem im Bereich zwischen Grönland, Island und Skandinavien, welches das normale Zirkulationsmuster außer Kraft setzt und dem aktiven Polarwirbel über Kanada und Grönland ordentlich zusetzt. Diese Wetterentwicklung ist aktuell sehr wahrscheinlich geworden, wenngleich diese als noch nicht gesichert gilt. Das werden die kommenden drei Tage zeigen müssen und beendet damit auch die Zeit der Unsicherheiten.

Gegen 20:45 Uhr erfolgt heuet Abend an dieser Stelle ein Update der Wetterprognose Winter 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:58 Uhr
Heute Nachmittag wie auch heute Abend bestätigen die Wettermodelle eine Umstellung der Großwetterlage zum letzten Februar-Drittel hin. Milde Varianten haben demnach nur wenig Wahrscheinlichkeiten sich durchzusetzen. Das amerikanische Wettermodell berechnet zum 18. Februar die Ausdehnung eines Hochdruckkeils von den Azoren bis nach Skandinavien, was zum 20. Februar zu einem autarken Hochdrucksystem zwischen England, Island und Skandinavien führen kann. Ab dem 23. bis 25. Februar verlagert sich das Hochdrucksystem weiter nach Skandinavien, während die atlantischen Tiefdruckgebiete weit nach Süden über die Azoren bis über die Mittelmeerregion ausweichen. Die normale Zirkulation ist nach diesen Berechnungen vollständig "gestört".

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Vollständig gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr


Europäisches Wettermodell: Winterlich kalt
Das europäische Wettermodell geht in seinen Berechnungen nicht gar so forsch vor. So etabliert sich auch hier ein Hochdruckkeil von den Azoren, über England bis nach Skandinavien. Gleichzeitig entsteht über dem Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem. Im Verbund beider Wettersysteme werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs aus nordöstlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - teilweise gestörtes Zirkulationsmuster - Wirbel über Kanada bleibt intakt © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Temperaturtrend wird kälter
Sowohl heute Nachmittag wie auch heute Abend berechnen die Kontrollläufe ein nur durchschnittliches Temperaturspektrum im Zeitraum vom 20. bis 28. Februar. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Denn eine nicht gerade geringe Anzahl der Varianten berechnet eine sehr kalte letzte Februar-Dekade und nur wenige Varianten zeigen eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung im letzten Februar-Drittel. Das zeigt, dass die ganz milden Varianten noch nicht "vom Tisch" sind. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass das Major-Warming in Stratosphärenhöhe ganze Arbeit leistet - und damit zu kälteren Wetterlagen über Mitteleuropa führen kann - ist hoch.

Ein Blick auf die Randfaktoren
Recht kräftig haben heute im Tagesverlauf die sogenannten Randfaktoren des AO-Index und des NAO-Index reagiert. Beide Werte werden nach dem 16., bzw. 18. Februar deutlich negativ berechnet. Der negative AO-Index zeigt zum einen, das der Polarwirbel zunehmend instabil wird und der negativen NAO-Index bestätigt, dass ein Hochdruckgebiet im Bereich zwischen Grönland, Island und Skandinavien nicht die unwahrscheinlichste Lösung ist.

Das wird für Meteorologen und Freunde des Winterwetters eine ganz spannende Zeit. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 14. Februar gegen 13:00 Uhr.

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