In der kommenden Februarwoche wechseln sich Hochdrucksysteme und Tiefdruckgebiete mit ihrem Einfluss auf das Wetter über Deutschland ab. So ist es am Dienstag und Mittwoch noch häufiger sonnig und weitgehend trocken bevor zum Donnerstag die Ausläufer eines Tiefdrucksystem über Skandinavien Deutschland von West nach Ost überqueren können. Am Freitag sorgt ein weiteres Zwischenhoch für etwas mehr Sonnenschein und am Samstag folgt schon das nächste Tiefdrucksystem mit Regen nach. Die Temperaturen bewegen sich meist in einem nasskalten Bereich, können aber am Samstag über dem Süden örtlich auf bis +10 Grad ansteigen. Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

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Milde Wetteraussichten

Das amerikanische Wettermodell war in den letzten Tagen wenig beständig. So war in den Berechnungen mal ein Hochdrucksystem über Skandinavien mal aber auch über Mitteleuropa zu sehen. Entscheidend ob winterlich kalte oder milde Temperaturen vorherrschend sein können, ist letztlich die Hochdruckposition.
Anders das europäische Wettermodell. Beständiger wurde hier das Hochdrucksystem über Mitteleuropa berechnet, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer milden Südwestwetterlage führen kann. Das europäische Wettermodell hält auch heute an den Berechnungen der letzten Tage fest und simuliert bis in das letzte Februar-Drittel hinein ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa was den milden Wettercharakter in den Berechnungen der letzten Tage bestätigt. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zwischen Neufundland, Grönland und Island bis nach Skandinavien hin reichend ist als hoch zu bewerten und im Verbund mit dem Hoch über Mitteleuropa können die milden Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Somit ist die Variante des europäischen Wettermodells durchaus plausibel.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute im Zeitraum zwischen den 17. und 20. Februar ebenfalls eine kräftige Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Island und Skandinavien. Gleichzeitig versucht sich von den Azoren, über England, Deutschland bis über das westliche Russland eine Hochdruckbrücke aufzubauen. Das gelingt aber nicht so recht, was bis zum 20. Februar über Deutschland zur Ausbildung eines Hochdrucksystem führen kann. Gleichzeitig drängt die atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien vor und im Verbund beider Wettersysteme kommt es über Deutschland zu einer gradientenschwachen und milden Hochdruckwetterlage.

Vergleicht man die Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells, so stellt man fest, dass diese sich zunehmend ähnlicher werden.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen und amerikanischen Wettermodell übereinandergelegt © www.meteociel.fr

Legt man die Simulationskarten beider Wettermodelle übereinander, so ergibt sich über Deutschland - fast übereinstimmend - eine ruhige und gradientenschwache Hochdruckwetterlage. Welche Temperaturen wären möglich? In den Nächten Frost und tagsüber +5 bis +10 Grad. Da ist man dem Frühling näher als dem Hochwinter.

Wie wahrscheinlich ist diese Milderung?

In den vergangenen Tagen zeigten sich auch in den Berechnungen des europäischen Wettermodells immer wieder Schwankungen zwischen einem Hochdrucksystem über Skandinavien und über Mitteleuropa. Wie eingangs schon erwähnt ist die Position des Hochdrucksystems entscheidend, ob das jetzt kaltes oder auch mildes Wetter über Mitteleuropa zur Folge haben wird.
Die Kontrollläufe bestätigen auch heute wieder ein breites Entwicklungsspektrum beim Wetter im zeitlichen Verlauf nach dem 18. Februar. Das amerikanische und auch europäische Wettermodell gehören mit ihren Berechnungen zu den wärmsten Varianten. Der Mittelwert der Kontrollläufe pendelt sich in einem Jahreszeit typischen Bereich ein.

Anders formuliert bleibt das Entwicklungsspektrum der Kontrollläufe hoch. So liegen die möglichen Temperaturen beispielsweise am 24. Februar in einem Spektrum zwischen -7 bis +12 Grad bei einem Mittelwert von +2 Grad über den Süden und +4 Grad über dem Norden. Zum Vergleich: die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells weisen am 24. Februar ein Temperaturwert von +7 Grad über dem Norden und +9 Grad über dem Süden aus. Liegt also damit deutlich über dem Mittelwert der Kontrollläufe und ist zum aktuellen Stand als warmer Ausreißer oder früher Trendsetter zu bewerten. So ist auch in den kommenden Stunden und Tagen mit weiteren Veränderungen zu rechnen. Eine nachhaltige Milderung ist zum aktuellen Stand zwar nicht auszuschließen aber gemäß den Kontrollläufe weniger wahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher sind hingegen Wetterentwicklungen welche der Jahreszeit entsprechen.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 12.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Interessant aber wird es, wenn man die Kontrollläufe miteinander vergleicht. Wie im obigen Diagramm gezeigt, nehmen die kalten und warmen Varianten gleichermaßen zu - Hop oder Top für den Winter? Schaut man sich die einzelnen Kontrollläufe näher an, so stellt man fest, dass ein Hochdrucksystem über Skandinavien im gleichen Wahrscheinlichkeitsverhältnis wie ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa steht. Das stützt noch einmal die These, dass es in den kommenden Stunden noch zu weiteren Veränderungen in den Berechnungen der Wettermodelle kommen wird.

Update: Major-Warming

Wir wurden in den letzten Stunden häufiger gefragt, was wir denn glauben, welche Wetterentwicklung eintreffen wird? Kommt es zu einem Major-Warming, so sind Schwankungen in den Berechnungen normal und darauf haben wir in den letzten Tagen auch häufiger hingewiesen. Die Unsicherheiten kommen aus der Entwicklung des Polarwirbels, einem möglichen Polarwirbelsplit mit nachfolgend gestörtem Zirkulationsmuster. Aber das muss nicht zwingend so sein und selbst bei optimalen Bedingungen hat das über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht immer gleich Winterwetter zur Folge. Aber es ist schon auffällig, wie die Kontrollläufe immer wieder - und auch heute - ein Hochdrucksystem im Bereich zwischen Grönland, Island und dem skandinavischen Raum berechnen. In Folge daraus wird der aktive Teil des Polarwirbel über Kanada und Grönland abtransportiert und diese Verwerfungen können binnen kurzer Zeit zu gravierenden Veränderungen führen. Wie schnell das gehen kann, zeigt einer der Kontrollläufe in der Animation.

Also, wovon gehen wir aus? Intern haben wir den Spruch: "Wenn es knifflig wird, setzt sich häufiger die milde Variante durch". Häufig bedeutet aber nicht immer und so ist das in diesem Fall. Das Major-Warming kann ein entscheidender Faktor für die restliche Wetterentwicklung des Winters sein und in ausgeprägten Zustand ist ein Hochdrucksystem über Grönland, Island oder Skandinavien wahrscheinlicher.

Final-Warming?

Das Major-Warming in Stratosphärenhöhe hat bereits begonnen und hat seinen Schwerpunkt über dem Laptewsee und über der Baffin-Bay. Der Höhepunkt aber wird mit einem Temperatursprung von bis 80 Grad zum 17. Februar über dem nördlichen Kanada berechnet. Damit ein Warming auch wetterwirksam werden kann, müssen sich bestimmte Randbedingungen einstellen. Bspw. die Winddrehung von West-Ost auf Ost-West entlang des 65. Breitengrades in 30 km Höhe. Vor 4 Tagen betrugen die Windgeschwindigkeiten noch +180 km/h. Aktuell liegen diese bei -18 km/h und das Minimum wird mit -140 km/h am 15. Februar berechnet. Darüber hinaus gibt es eine wieder ansteigende Tendenz, aber wirklich erholen können sich die zonalen Winde nach den aktuellen Berechnungen im letzten Februar-Drittel nicht und bleiben mit rund -40 km/h im negativen Zustand. Eine nachhaltige Umkehr von West-Ost auf Ost-West ist also etwas wahrscheinlicher geworden. Es bleibt spannend.

Was ich im Tagesverlauf in den Simulationen der Wettermodelle alles verändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem Update der Wetterprognose Winter 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Das Wechselspiel des amerikanischen Wettermodells setzt sich auch heute Abend fort. Heute Nachmittag wurde noch eine Hochdruckvariante über Mitteleuropa berechnet, welche mildes Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Folge gehabt hätte. Heute Abend setzt sich wieder eine Variante durch, welche in den letzten Tagen schon häufiger mal zu sehen war.
So erstreckt sich ein Hochdruckkeil von den Azoren über England bis nach Skandinavien, während zur gleichen Zeit über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem entstehen kann. Im Verbund beider Wettersysteme können kalte Luftmassen arktischen Ursprungs aus nordöstlichen Richtungen nach Deutschland geführt werden. Diese Wetterlage hat grundsätzlich ein hohes Potential für sogenannte Grenzwetterlagen welche kalte Luftmassen über dem Norden von warmen Luftmassen über dem Süden trennt. Entlang der Luftmassengrenze kann es zu kräftigen Niederschlägen kommen, teils als Schnee, teils als Regen.
Vor allem über Bayern und Baden-Württemberg wäre nach diesen Berechnungen ab dem 18. Februar wieder mit Schneefällen bis in tiefere Lagen zu rechnen, wobei sich oberhalb etwa 300 bis 500 Meter auch eine Schneedecke ausbilden könnte.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Kein Vergleich zu heute Nachmittag © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Temperaturtrend wird kälter
Geht es nach dem Kontrollläufen, so ist heute Abend das amerikanische Wettermodell mit seinem Hauptlauf eines der kälteren Varianten. Schaut man sich aber die Entwicklung des Temperaturniveaus an, so ist das seit heute Nachmittag allgemein etwas zurückgegangen. Der Mittelwert des Temperaturspektrums erstreckt sich im Zeitraum nach dem 18. Februar über dem Norden zwischen -1 bis +2 Grad und über den Süden zwischen -2 bis +1 Grad. Eine nachhaltige Milderung sieht anders aus.

Europäisches Wettermodell: Etwas kälter
Aber auch das europäische Wettermodell verändert seine Wetterprognose etwas. So strebt das Hochdrucksystem zum 20. Februar mehr in Richtung England und dehnt sich bis zum 22. Februar weiter in Richtung Skandinavien aus. Viel interessanter ist aber in dieser Berechnung des kräftige Trogvorstoß auf dem Atlantik, was binnen kürzester Zeit das Zirkulationsmuster meridionalisieren lässt.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - Meridionales, fast schon mäandrierendes Zirkulationsmuster: Abkehr vom Hoch über Mitteleuropa © www.meteociel.fr


Das Wechselspiel der Wettermodelle aus milden und kalten Varianten wird sich in den kommenden Stunden und Tagen voraussichtlich noch weiter fortsetzen können. Woran das liegt? An den noch unklaren Auswirkungen des Major-Warming in Stratosphärenhöhe. Langweilig wird es nicht werden.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 13. Februar gegen 13:00 Uhr.

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