Im Verlauf der Woche kommt es zu einem Wechselspiel aus Tiefdrucksystemen und Hochdruckgebieten. Heute dominiert noch einen Tiefdrucksystem und sorgt - je nach Höhenlage - für gelegentliche Regen- oder Schneefälle, welche am Montag in Schneeregen- oder auch Schneeschauer übergehen können. Am Dienstag und Mittwoch folgt eine Zwischenhochsequenz und sorgt über Deutschland für weitgehend ruhiges, sonniges und trockenes Wetter. Zum Donnerstag erreicht ein Sturmtiefausläufer und überquert Deutschland von West nach Ost, was den Wettercharakter wieder unbeständiger werden lassen kann. Die Temperaturen steigen mit +0 bis +5 Grad aus dem nasskalten bis zum Donnerstag mit +7 bis +12 Grad in den milden Bereich an. Weitere Details in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

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Wetter Winter: Wetterentwicklung bleibt komplex

Die Milderung im Zeitraum vom 14. bis 16. Februar haben beide Wettermodelle in ihren Simulationen berücksichtigt. Die Frage ist nun, ob sich im nachfolgenden Zeitraum eine winterliche, normale oder eine milde Großwetterlage einstellen kann.

Die unwinterliche Variante

Das europäische Wettermodell berechnet heute gegenüber den letzten Tagen eine Wendung. Statt sich eine Hochdruckbrücke von den Azoren über Mitteleuropa bis über das westliche Russland ausdehnt kann, zeigt sich nun eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik welche das Hochdrucksystem von den Azoren weiter in Richtung Mitteleuropa und der Mittelmeerregion berechnet. So können aus südwestlichen Richtungen milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Da das Hochdrucksystem mit seinem Zentrum über Deutschland liegt, ist nach diesen Berechnungen mit einem ruhigen und trocknen Wettercharakter zu rechnen. Würde diese Simulation eintreten, so wären am 20. Februar Temperaturen von +4 bis +8 Grad und örtlich bis +12 Grad zu erwarten.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell - Mildes Hochdrucksystem über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Die komplexe Variante

Nicht ganz so einfach sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells. Nach der Milderung vom 15. bis 17. Februar bildet sich von den Azoren über England bis nach Skandinavien ein Hochdruckkeil aus, was zum 20. Februar über dem skandinavischen Raum zur Ausbildung eines autarken Hochdrucksystems führen kann. Im gleichen Zeitraum entsteht über dem Mittelmeerregion ein Tiefdruckgebiet, sodass die Grundströmung über Deutschland aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen kommen kann. Die Komplexität der Wetterentwicklung besteht nun darin, dass das Tiefdrucksystem über dem Mittelmeerregion warme Luftmassen von Süden nach Norden führt, während das Hochdrucksystem kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führt. Nach den Berechnungen von heute kommt es direkt über Deutschland zu einer sogenannten Grenzwetterlage, welche die kalten Luftmassen über dem Norden von der warmen Luft über dem Süden trennt. Entlang dieser Luftmassengrenze kann es zu kräftigen Niederschlägen kommen. Nun lässt sich im Detail eine Grenzwetterlage auf so einen langen Zeitraum hinaus nicht vorhersagen und so sind in den kommenden Stunden noch weitere Veränderungen zu erwarten. Im Gegensatz aber zum europäischen Wettermodell ist das aber eine völlig andere Berechnung der Großwetterlage. Insofern ist weiterhin mit Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle zu rechnen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell - die komplexe Variante mit Grenzwetterlage über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Die normale Variante

Die Kontrollläufe bestätigen die Milderung im Zeitraum vom 14. bis 16. Februar und nachfolgend zeigt sich ein Temperaturspektrum, welches der Jahreszeit entspricht. Die Kontrollläufe stützen also keineswegs die viel zu warmen Varianten das europäischen Wettermodells noch die zu kalten Varianten des amerikanischen Wettermodells. Und so liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 17. bis 25. Februar über dem Westen bei +4 Grad, über dem Süden bei +3 Grad, dem Norden bei +2 Grad und dem Osten bei +1 Grad. Weder winterlich kalt, noch sonderlich mild. Aber mit der Temperaturverteilung lässt sich erkennen , dass eine Grenzwetterlage nicht unmöglich erscheint. Gut zeigen sich die Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung im nachfolgenden Diagramm.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 11.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Update: Major-Warming

Bezüglich des Major-Warming in Stratosphärenhöhe gibt es aber in den Kontrollläufen noch keine einheitliche Richtung für die Entwicklung der Großwetterlage im letzten Februar-Drittel. So erstreckt sich die Entwicklung von kalten Ost- bis zu milden Südwestwetterlagen. Aber auch Trog- bis hin zu den bereits erwähnten Grenzwetterlagen ist nach dem 17. Februar ein breites Spektrum zu möglich.

Betrugen die Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades noch +180 km/h, so sind es aktuell +29 km/h. Für den 15. Februar werden -144 km/h berechnet und steigen darüber hinaus auf -36 km/h an. So findet weiterhin eine Umkehr der Winde in 30 km Höhe von West-Ost auf Ost-West statt, was den Polarwirbel ab dem 13. Februar auch nachhaltiger beeinflussen kann. Das erklärt auch, warum die Wettermodelle nach dem 16. Februar eine Vielzahl an möglichen Wetterentwicklungen berechnen.

Polarwirbelberechnung Februar

Major-Warming mit vorläufigem Höhepunkt am 14. Februar © www.meteociel.fr

Was ich im Tagesverlauf in den Simulationen der Wettermodelle alles verändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem Update der Wetterprognose Winter 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Berechnete das amerikanische Wettermodell heute Morgen noch eine Grenzwetterlage über Deutschland, so war es heute Nachmittag eine milde West- bis Südwestwetterlage. Heute Abend erfolgte dann eine erneute 180 Grad Drehung, bei der sich in der letzten Februar-Dekade über den skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem auszubilden kann. Im Zusammenspiel mit einem Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion können aus nordöstlichen Richtungen kalte Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Geht es rein nach der Modellinterpretation des amerikanischen Wettermodells so sind ab dem 18. Februar über dem Süden und ab dem 20. Februar über ganz Deutschland Temperaturen um, bzw. unter 0 Grad möglich.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Erneut eine 180 Grad Wendung © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: Das Wechselspiel geht weiter
Betrachtet man die Kontrollläufe, so war das amerikanische Wettermodell heute Nachmittag eines der wärmeren Varianten und heute Abend eines der kältesten Varianten. Der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt im Zeitraum vom 16. bis 26. Februar in einem für Jahreszeit absolut typischen Bereich. Das Temperaturspektrum erstreckt sich in einer Höhe von circa 1.500 Meter von -13 bis +4 Grad und weist eine Differenz von 17 Grad auf. Zum Vergleich: für eine vernünftige Wettervorhersage wäre eine Differenz von +2 bis +4 Grad und für eine Wetterprognose von +2 bis +6 Grad wünschenswert. Das ist also noch viel an Veränderungen möglich.

Europäisches Wettermodell: Milde Variante
Das europäische Wettermodell hält indes an seiner milden Variante von heute Morgen fest, bei der sich über Mitteleuropa ein Hochdrucksystem und über dem skandinavischen Raum ein Tiefdruckgebiet positionieren kann. In Folge daraus würde Deutschland, die Schweiz und Österreich in einer milden Anströmung er Luftmassen aus südwestlichen Richtungen liegen können.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - Milde Südwestwetterlage © www.meteociel.fr


Es kommt noch immer auf die Position an
Was lässt aber die Berechnungen so sprunghaft werden? Wie in den vergangenen Tagen bereits erläutert, kann das Major-Warming in Stratosphärenhöhe dafür verantwortlich gemacht werden. In den Kontrollläufen erkennt man immer wieder Varianten, welche das normale Zirkulationsmuster (West-Ost) nachhaltig stören können. Vor allem im Bereich zwischen Skandinavien, Island und Grönland zeigen die Kontrollläufe vermehrt Hochdruckeinschübe. Je nach Position können über Europa hieraus sehr kalte oder aber auch milde Wettervarianten entstehen. In den kommenden Stunden und auch Tagen ist somit mit weiteren Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle zu rechnen.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 12. Februar gegen 13:00 Uhr.

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