Das Wetter der kommenden Tage nimmt einen eher nasskalten und zunehmend unbeständigeren Wettercharakter an. Der Grund ist die Zunahme von tiefem Luftdruck über dem Atlantik, welcher am Sonntag mit einem Tiefdrucksystem von der Nord- über die Ostsee ziehend das Wetter über Deutschland beeinflussen kann. Erste Niederschlagsfelder sorgen am Freitag und Samstag nur für gelegentlich etwas Niederschlag, welcher zum Sonntag verbreitet und auch etwas kräftiger auftreten kann, bevor zum Start in die neue Woche der Niederschlag nachlässt und zum Dienstag häufiger die Sonne zum Vorschein kommen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Februar 2018.

Schneeprognose

In welcher Form geht der Niederschlag am Wochenende nieder und wo ist mit Schneefall zu rechnen? Die Temperaturen bewegen sich mit +0 bis +5 Grad meist im nasskalten Bereich, was die Ausbreitung einer Schneedecke bis in tieferen Lagen erschwert. Dort kann aber vor allem in den Nächten mit etwas Schneefall gerechnet werden, was - kurzzeitig - auch zu einer Schneedecke von 0 bis 2 cm führen kann. Sonst ist dort eher mit Regen oder auch Schneeregen zu rechnen. Anders die Situation ab den mittleren Lagen, denn ab ca. 500 bis 700 Meter kann der Niederschlag zunehmend in Schnee übergehen und für eine Schneedecke von 0 bis 7 cm sorgen. Interessant aber kann es in der Nacht auf Montag werden. So werden - zum aktuellen Stand - über der Mitte und auch über dem Süden kräftigere Niederschläge berechnet, welche bei Werten um 0 Grad bis in tiefere Lagen als Schnee niedergehen können. Tagsüber ist bei Werten von -1 bis +5 Grad mit zahlreichen Schauern zu rechnen, welchen bis in tiefere Lagen an Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer übergehen können.

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Nasskaltes Winterwetter

Man sieht schon an der aktuellen Wettervorhersage, dass sich der Februar anders verhält wie seine zwei vorangegangenen Wintermonate. Der Dezember war größtenteils nasskalt und brachte jeweils an den ersten drei Adventswochenenden etwas Schnee, während der Januar durch sehr warme Temperaturen hervorstach. Der Februar bleibt bisweilen konstant, ist weniger labil und die Temperaturen bewegen sich größtenteils im Jahreszeit-typischen Bereich und sind aktuell mit einer Abweichung von -0,9 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt zu bewerten. Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle wird sich an diesem wintertypischen Wettercharakter bis zum 14. Februar auch nur wenig verändern.

Veränderungen stehen bevor

Sowohl das amerikanische, als auch europäische Wettermodell berechnen zur Monatsmitte jeweils einen Ansatz, welcher die Großwetterlage nachhaltig verändern kann.

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine erhöhte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, gleichzeitig aber rückt das Kontinentalhoch weiter nach Westen vor und dehnt sich bis über Skandinavien aus. Tiefdruckausläufer schaffen es erst gar nicht, bis nach Mitteleuropa oder Skandinavien vorzudringen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Im Zeitraum vom 16. bis 18. Februar baut sich von den Azoren über Skandinavien bis über das westliche Russland eine Hochdruckbrücke auf und blockiert die atlantische Tiefdruckaktivität frühzeitig vor Mitteleuropa. Gleichzeitig entsteht über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem , was mit Hilfe der Hochdruckbrücke kontinentale Kaltluftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Bis zum 20. Februar wird über dem skandinavischen Raum dann ein autarkes Hochdrucksystem berechnet. Sollte sich diese Wetterentwicklung einstellen können, so wäre mit einer östlichen Grundströmung ein kalter Wettercharakter wahrscheinlicher, als eine nachhaltige Milderung. Auch Grenzwetterlagen wären nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Wettermodell - Kalte Ostwetterlage mit Skandinavienhoch und Anschluss zum Kontinentalhoch © www.meteociel.fr

Das europäische Wettermodell berechnet einen anderen Ansatz. Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist deutlich stärker zu bewerten und liegt zum 15. Februar mit einem kräftigen Tiefdruckwirbel zwischen Island und England. So werden auf der Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Nachfolgend aber baut sich über dem grönländischen Raum ein wetterwirksames Hochdrucksystem auf, welches die Verbindung zum Azorenhoch sucht. Ein kräftiger Tiefdruckwirbel dreht sich mit einem Kerndruck von bis 965 hPa über der Baffin-Bay / Hudson-Bay ein und wird durch den hohen Luftdruck blockiert. Je nachdem, wie sich nun der Kaltluftzustrom nach Süden in Gang setzt, äre über Deutschland, Österreich und der Schweiz ,it einer milden, oder auch kalten Trogwetterlage zu rechnen. Denn auch nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells zeigt sich die Ausdehnung des Kontinentalhochs weit nach Westen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach europäischen Wettermodell - Komplexes und meridionalisierendes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Amerikanisches Wettermodell die kälteste Variante

Deutlich zu kalte Varianten haben in den Kontrollläufen heute Morgen gegenüber den letzten Tagen etwas zugenommen. Der Mittelwert der Kontrollläufe pendelt sich vom 15. bis 23. Februar überwiegend in einem Bereich ein, welcher für die Jahreszeit absolut normal ist. Anders formuliert: nicht mild, aber auch nicht winterlich. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gehört zu den kälteren Varianten. Das Temperaturspektrum erstreckt sich bspw. am 20. Februar zwischen -7 bis +7 Grad bei einem Mittelwert von +0 bis +1 Grad über dem Süden und Osten und +1 bis +2 Grad über dem Norden und Westen.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 08.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Update: Major-Warming

Das Major-Warming beginnt Morgen und hat seinen vorläufigen Höhepunkt mit einem Temperaturanstieg von 72 Grad am 12. Februar erreicht. Bis zum 17. Februar bildet sich ein weiterer Höhepunkt aus, bei dem über Kanada in 30 km Höhe die Temperaturen auf bis +4 Grad ansteigen können, wo normalerweise Temperaturen von -80 Grad vorherrschend sind. Daher auch der Name der plötzlichen Stratosphärenerwärmung. Die zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades in 30 km Höhe haben aktuell eine Windgeschwindigkeit von +108 km/h vorzuweisen (vorgestern noch +180 km/h) und erreichen am 15. Februar Windgeschwindigkeiten von -126 km/h. Somit findet eine Winddrehung von West-Ost nach Ost-West statt. Je länger nun dieser Zustand anhält, desto mehr schwächt das den Polarwirbel und man sieht schon in den unterschiedlichen Interpretationen der Wettermodelle, dass da mehr Schwung in den nächsten Stunden und Tagen reinkommen mag.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf - Gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Aber selbst in der schönsten Ausprägung bedeutet das noch lange nicht winterliche Wetterverhältnisse über Deutschland. Man sieht das ganz gut an einem der Kontrollläufe, was eher nasskalte Witterungsverhältnisse zur Folge hat. Um die Auswirkungen eines möglichen Major-Warming aber besser abschätzen zu können, muss es erst einmal eintreten. Die Wahrscheinlichkeiten hierfür sind sehr hoch, die Unsicherheiten im Nachgang aber ebenso!

Ob sich daran im Tagesverlauf geändert hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Die Schwankungen waren in den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells heute deutlicher auszumachen. Zunächst einmal bleibt der Wettercharakter bis zum 14. Februar überwiegend nasskalt mit Optionen auf Schneefall teils bis in tiefere Lagen herab - vor allem in den Nächten. Ab dem 14./15. Februar aber nehmen die Unsicherheiten zu. War es heute Nachmittag noch eine nasskalte Wettervariante, welche das Wetter vom 15. bis 24. Februar hätte über Deutschland bestimmen können, so wird heute Abend wieder ein Skandinavienhoch mit der Zufuhr kontinentaler Kaltluftmassen berechnet.

Skandinavienhoch?
So bleibt auch heute Abend diese Überschrift erneut bestehen und ist auch erneut mit einem Fragezeichen versehen. Zu stark sind die Schwankungen hinsichtlich der Hochdruckposition. Woher diese kommen mögen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat man es hier schon mit den Auswirkungen des Major-Warmings in Stratosphärenhöhe zu tun. Warum Schwankungen? Die Wettermodelle müssten dies doch gut erfassen? Tun sie auch, nur verändern sich die Parameter entsprechend und je nachdem was mit/in dem Polarwirbel passiert, desto mehr oder minder gravierend sind die Veränderungen weiter südlich. Entsprechend ist es mal eine milde, mal eine nasskalte und mal eine eisig kalte Variante, welche berechnet wird (mehr dazu unter www.wetter-14-tage.de) .

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Ein gigantisches Hochdrucksystem über Skandinavien führt zu einer "gestörten Zirkulation" © www.meteociel.fr


Welche Temperaturen wären denn mit so einem Skandinavienhoch zu erwarten? Nach dieser Variante könnten die Temperaturen ab dem 17. Februar auf -4 bis +2 Grad zurückgehen. Denn fraglich wird sein, ob es in den Ballungsgebieten über Westdeutschland zu Dauerfrost reichen wird.
Wäre auch Schneefall möglich? Sicherlich ja, im Detail wird es aber auch darauf ankommen, was die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik macht. Wird diese vollständig blockiert, so ist nur mit einer geringen Niederschlagsneigung zu rechnen. Kann diese aber das Hochdrucksystem an seinen südlichen Gradienten unterwandern, kann es auch zu sog. Grenzwetterlagen kommen. Entsprechend steigt auch die Möglichkeit einer Milderung - vor allem über dem süddeutschen Raum - an. Dort wo aber der Übergang von mild zu kalt ist, können kräftige und langanhaltende Niederschläge erwartet werden.

Wie wahrscheinlich ist so ein Skandinavienhoch?
Im Winter ist so ein Hoch eigentlich nicht untypisch und entsteht gerne mal im Januar oder im Februar. Doch dieses Mal ist die Konstellation eine andere, da der Hochwinter quasi nicht vorhanden war und die Varianten sind zum derzeitigen Stand noch sehr vielfältig. Interessant ist, dass das amerikanische Wettermodell mit seiner Skandinavienhoch Variante stets der kalte "Ausreißer" in den Kontrollläufen ist. Anders formuliert ist diese Entwicklung zwar nicht unmöglich, doch gestützt wird er (noch) nicht. Veränderungen sind also zu erwarten. Nichtsdestotrotz zeigt sich in den Kontrollläufen ganz allgemein ein breites Entwicklungsspektrum der Temperaturen. So liegen die möglichen Werte bspw. am 20. Februar zwischen -5 bis +7 Grad bei einem Mittelwert von +1 bis +2 Grad. Gerade der Mittelwert liegt im Bereich, welcher für die Jahreszeit absolut typisch und normal ist. Zum Vergleich: der Mittelwert des Hauptlaufes liegt zwischen -2 bis 0 Grad.

Interessant ist in dem Zusammenhang mit dem Major-Warming in Stratosphärenhöhe zu erwähnen, dass der AO-Index zur Monatsmitte deutliche Ausreißer in den negativen Bereich zeigt. So langsam scheint die "Modellwelt" zu reagieren.

Und was berechnet das europäische Wettermodell? Weder mild noch winterlich. Es ist eine Wetterlage, wie sie die Tage schon häufiger vom europäischen Wettermodell berechnet wird. Der tiefe Luftdruck verharrt im Bereich zwischen Island, England und Mitteleuropa und hat die Tendenz nach Süden auszutrogen. Man sieht aber auch hier, wie "mächtig" und umfassend diese Hochdruckzone ist.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell - Hochdruckblockade auf dem Atlantik mit meridionalem Grundmuster und Trog Mitteleuropa © www.meteociel.fr


Anbei noch zwei Animationen vom Polarwirbel, anhand deren man erkennt, wie rasch diese Veränderungen von Statten gehen Europäisches Wettermodell | Amerikanisches Wettermodell. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 9. Februar gegen 13:00 Uhr.

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