Deutschland liegt in den kommenden Tagen zwischen einem Tiefdrucksystem über dem Süden und einem Hochdruckkeil über dem Norden. So kommt es über dem Westen und Süden bei meist starker Bewölkung zu gelegentlichen Niederschlägen, welche teils bis in tiefere Lagen als Schnee niedergehen können. Etwa nördlich der Linie von Köln und Dresden scheint hingegen oftmals die Sonne und es bleibt dort trocken. Am Wochenende erreicht eine schwache Störung Deutschland und führt in der Höhe etwas mildere Luftmassen heran. So können die Niederschläge teils als Schnee, teils auch als Regen niedergehen. Die Schneefallgrenze schwankt - je nach Tageszeit - zwischen 100 bis 300 Meter, bzw. 400 bis 600 Meter meist um die mittleren Lagen herum. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für das Wetter Februar 2018.

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Nasskaltes Winterwetter

So findet der nasskalte Wettercharakter seine Fortsetzung bis in das zweite Februar-Drittel hinein. Die Tageshöchstwerte liegen meist im Bereich zwischen +0 bis +4 Grad, örtlich auch mal bis +6 Grad und in den Nächten ist mit leichten bis mäßigen Frost von -7 bis -1 Grad zu rechnen. Winter-Light.

Daran wird sich voraussichtlich bis zum 15. Februar nichts verändern. Zwar versucht die atlantische Frontalzone weiter nach Osten voranzukommen, wird aber vom Kontinentalhoch über dem westlichen Russland blockiert. In Folge daraus befinden sich Deutschland, Österreich und die Schweiz in einer Großwetterlage, welche weder winterlich, noch richtig mild ist.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell - Kompromisslösung: nichts Halbes und nichts Ganzes © www.meteociel.fr

Der Winter und das Major-Warming

Als äußerst interessant sind die Simulationen beider Wettermodelle in den letzten Tagen hinsichtlich einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung, dem Major-Warming zu bewerten. So erreichen mit dem heutigen Tage die Windgeschwindigkeiten entlang des 65. Breitengrades einen Höchstwert von +180 km/h wenden sich dann aber dramatisch in eine negative Richtung um und weisen zum Beginn des zweiten Februar-Drittels negative Windgeschwindigkeiten von -144 km/h aus. Es gibt somit nur noch geringe Zweifel an einem Major-Warming. Die negativen Windgeschwindigkeiten halten sich zum heutigen Prognosestand bis in das letzte Februar-Drittel hinein.

Polarwirbelberechnung Februar

Vorläufiger Höhepunkt des Warmings am 12. Februar © www.meteociel.fr

Die Auswirkungen auf das Winterwetter

Welche Auswirkungen das im Detail auf den Winter in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wird, lässt sich zum aktuellen Stand beim besten Willen noch nicht vorhersagen. Die negative Umkehr der Windgeschwindigkeiten aber bedeuten in der Höhe eine Ost-West Umkehr, was ein normales Zirkulationsmuster für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr ermöglicht.
In Ausgeprägter Form wäre auch ein März-Winter zu diskutieren - soweit ist es aber noch lange nicht!
In den Kontrollläufen aber mehren sich die Differenzen der Höhentemperaturen ab dem 12. Februar und erstreckt sich über dem Norden von -13 bis +5 Grad und über dem Süden von -14 bis +9 Grad. In Folge daraus ergibt sich bspw. am 20. Februar ein Temperaturspektrum in tieferen Lagen von -8 bis +10 Grad! Der Mittelwert liegt zwischen +1 bis +3 Grad in einem für die Jahreszeit-typischen Wert.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 06.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Das Major-Warming wird also auch Auswirkungen auf den Polarwirbel haben. Im Detail ob es über Deutschland nun winterlich oder frühlingshaft mild werden kann, wir daran auszumachen sein, wie die Achse des Polarwirbelsplits verlaufen wird. In den beiden Hauptläufen der Wettermodelle ist kein Polarwirbelsplit zu erkennen. Die Kontrollläufe aber zeigen, was alles bei einer Ost-West Umkehr der Winde passieren kann.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel Kontrolllauf - Auswirkungen eines Major-Warming auf den Polarwirbel © www.meteociel.fr

Wie man erkennen kann, ist das normale Zirkulationsmuster völlig gestört und über der Polregion breitet sich ein sehr kräftiges Hochdrucksystem aus. Da dieses sich im Uhrzeigersinn dreht, kommt es zur kompletten Umkehr des Strömungsmusters, was die Kaltluftmassen über Kanada und Grönland abtransportiert und die kontinentalen Kaltluftmassen nach Mitteleuropa führt. Das was da aber simuliert wird, sind die für Winterfreunde optimalsten Varianten. Tatsächlich aber werden die Wettermodelle in den kommenden Stunden und Tagen zwischen sehr milden und auch sehr kalten Varianten hin und herspringen können.

Wettervorhersage Langfristmodell: etwas kälter

Zumindest das Langfristmodell scheint auf die Entwicklungen anzuspringen und berechnet den Februar 2018 mit einer Temperaturabweichung von -2 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt bis normal. Aktuell liegen die Temperaturen der vergangenen Februar-Tage mit 0 Grad im normalen Bereich. Das wird sich aber in den kommenden Tagen weiter in den negativen Bereich entwickeln können.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 06.02.2018

Was sich im Tagesverlauf alles für Veränderungen ergeben haben, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Wettervorhersage Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Wenig Veränderungen in den Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag und heute Abend für den Zeitraum bis zum 14. Februar. Deutschland verbleibt bis dahin im weitgehend gradientenschwachen Bereich, was die Tageswerte meist in den Bereich zwischen +0 bis +5 Grad ansteigen lassen kann. Die Chancen auf Dauerfrost sind über dem Nordosten höher als in den restlichen Regionen. Hin und wieder ist auch mit etwas Niederschlag zu rechnen, welcher in tieferen Lagen nur zum Teil auch als Schnee niedergehen kann. Die Schneefallgrenze selbst schwankt meist zwischen 500 bis 700 Meter und kann am 12. Februar mal kurzzeitig auf über 1.000 Meter ansteigen.

Deutliche Veränderungen in der weiteren Wetterentwicklung sichtbar

Ab der Monatsmitte gibt es nun verstärkt Berechnungen, welche ein Hochdrucksystem entweder im Bereich zwischen England, Island und Grönland, oder aber über dem skandinavischen Raum berechnen. Diese Hochdruckpositionen sind typisch für "gestörte Zirkulationen" und können die ersten Berechnungen der Hauptläufe hinsichtlich des Major-Warming in Stratosphärenhöhe sein. Die kommenden Stunden, bzw. Tage werden weitere Gewissheit bringen. Wie dem aber auch sei, in beiden Fällen werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden können, was eine nachhaltige Milderung in der zweiten Februar-Hälfte in Frage stellt - zumindest nach diesem Wettermodell und für diesen Augenblick.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Mögliche Auswirkung eines Major-Warming - keine geregelte Struktur, gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr


Sollte die von heute Abend berechnete Variante eintreten, so wären ab dem 17./18. Februar Tageswerte um, bzw. auch unter 0 Grad möglich. Ob auch Niederschlag zu erwarten ist, hängt noch von zu vielen weiteren Faktoren ab.

Europäisches Wettermodell mit milder Variante
Das es auch in die andere Richtung gehen kann, berechnete sowohl heute Morgen, als auch heute Abend das europäische Wettermodell. So liegt ab dem 14. Februar ein Tiefdruckzentrum über Island, was Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die milde Vorderseitenanströmung der Luftmassen bringen kann. Statt Temperaturen um 0 Grad wären hier Werte von +5 bis +10 Grad möglich.

Kontrollläufe: Trend zu Veränderungen hält sich in Grenzen
Das amerikanische Wettermodell gehört nach den Kontrollläufen zu den kälteren Varianten, was die Wetterentwicklung zwar nicht ausschließt, aber zu derzeitigen Stand weniger wahrscheinlich macht. Nichtsdestotrotz halten aber auch die Kontrollläufe nur wenig was von einer nachhaltigen Milderung. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrum meist im Bereich zwischen +2 bis +3 Grad. Anders formuliert hat sich tagsüber am insgesamt nasskalten Temperaturcharakter vom 10. bis 20. Februar wenig verändert.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 7. Februar gegen 13:00 Uhr.

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