Wetter Winter 2017/2018 aktuelle Wetterprognose vom 01.02.2018 - Länger andauernde winterliche Wetterperiode?

Die Zufuhr kalter Luftmassen hat bereits begonnen und über dem Süden hat es heute Morgen schon den ersten Schnee im Februar bis auf Lagen von etwa 400 Meter herab gegeben. Im Tagesverlauf steigt die Schneefallgrenze zwar wieder etwas an, pendelt sich aber bis zum Freitag auf 500 bis 700 Meter ein. Ab Samstag intensiviert sich die Kaltluftzufuhr und Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind dann verbreitet bis in tiefere Lagen zu erwarten. Ab Sonntag und auch zum Start in die neue Woche dreht der Wind aus nordöstliche Richtungen und führt kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was ab dem 5. Februar verbreitet für Dauerfrost und in den Nächten mit -10 bis -2 Grad für mäßigen bis strengen Nachtfrost sorgen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

Anzeige

Der Winter kommt und …

Es gibt jetzt kaum mehr Zweifel daran, dass der Winter sich bis zum 5. Februar mit kalten Luftmassen durchsetzen kann. Ob auch der von vielen lang ersehnte Schnee hinzukommt, wird sich noch zeigen müssen, da sich die - mitunter auch kräftigen Schneeschauer - ungleich über Deutschland verteilen können. Kahlfrost ist also nicht auszuschließen. Schaut man sich die Struktur des Troges an, so zeigt sich dieser in den Simulationen beider Wettermodelle gut strukturiert und führt in der Höhe Temperaturen von bis zu -15 Grad nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einen Unsicherheitsfaktor gibt es aber noch. Das Italientief, welches gerne mit einem Kaltluftzustrom nach Süden über der Mittelmeerregion entsteht und nach Norden zieht. Meist dient es mit seiner Zugbahn über das östliche Europa als sog. Ansaugmotor für die Kaltluftmassen. Sollte dieses Tief etwas weiter westlich hochziehen, so werden über den Alpenraum und auch über Süddeutschland mildere Luftmassen herangeführt werden können. In diesem Fall gibt es zwei Varianten: Regen und Tauwetter, oder auch kräftige Schneefälle. Man wird sehen.

… bleibt vorerst

Beide Wettermodelle berechnen den Erhalt des Troges bis zum 10. Februar. Der längste Kälteabschnitt diesen Winters steht also bevor. Ob es auch im zweiten Februar-Drittel winterlich bleiben wird, wird sich noch zeigen müssen. Auch hier berechnen die Wettermodelle einheitlich die Zunahme von tiefen Luftdruck über Island, welcher unter allen Umständen nach Osten vorrücken möchte. Sollte dies gelingen, würde es rasch milder werden können. Wird das Tiefdrucksystem aber daran gehindert, so könnte sich zum einen die winterliche Wetterlage erhalten, oder aber sie wandelt sich in eine nasskalte Nordwestwetterlage um.

Polarwirbelberechnung Februar

Winterliche Großwetterlage nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Winterliche Wetteraussichten

Das der winterliche Abschnitt vom 4. bis 10. Februar zunehmend wahrscheinlich wird zeigen auch die Kontrollläufe. So liegt das Temperaturspektrum am 5. Februar zwischen -4 bis +2 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Norden, -0 Grad über dem Süden) und am 10. Februar zwischen -7 bis +4 Grad (Mittelwert: -2 Grad). Darüber hinaus berechnet das amerikanische Wettermodell eine gegenüber den Kontrollläufen zu warme Variante, bleibt aber zuvor in den Kontrollläufen gut eingebettet. Der Mittelwert der Kontrollläufe bleibt bis zur Monatsmitte meist um die 0 Grad. Mit anderen Worten sieht das - mal abgesehen von den Unsicherheiten des Italientiefs - für Freunde des Winterwetters gut aus und passt auch ganz gut zu den bevorstehenden Winterferien.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 01.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Major-Warming?

Interessant bleiben die Berechnungen der plötzlichen Stratosphärenerwärmung, welche weitgehend auch von den Kontrollläufen mit getragen werden. So wird die Windgeschwindigkeit in der 10 hPa Fläche entlang des 65. Breitengrades Anfang Februar mit 150 km/h hoch berechnet, stürzt aber nach den aktuellen Simulationen zur Februar-Mitte auf -60 km/h in die negative Richtung. Eine Umkehr der zonalen Winde von 210 km/h. Sollte das so eintreten, so wäre eine noch längere Winterperiode nicht auszuschließen. Warum? Ein ausgeprägtes Major Warming setzt dem Polarwirbel außerordentlich heftig zu und führt zu weitreichende Veränderungen. Wie diese aussehen werden, wird sich erst im Falle des Major-Warming zeigen müssen. Weitere Informationen zum Major-Warming ist.

Polarwirbelberechnung Februar

Auch der Hauptlauf stützt mittlerweile ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe © www.meteociel.fr

Der Winter scheint also ernst machen zu wollen. Wie sich die die Simulationen des Tages weitere entwickelt haben, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.

Anzeige

Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Die Wetterprognose hat sich im Tagesverlauf nur minimal verändert. So bleibt der winterliche Wetterkurs nach dem amerikanischen und europäischen Wettermodell im Zeitraum vom 4. bis 10. Februar erhalten. Die Tageswerte können nach den Berechnungen von heute Abend mit -5 bis 0 Grad meist im Dauerfrost verweilen und können über dem äußersten Westen und Südwesten und auch in den Ballungsgebieten leicht über 0 Grad ansteigen.

Gradientenschwaches Wetter
Die Kälte kommt zwar, doch gelangt diese zum Wochenanfang zunehmend unter Hochdruckeinfluss, was die Neigung zu Schneeschauern abklingen lässt. Dafür sinken aber die nächtlichen Tiefstwerte ordentlich ab und können verbreitet -9 bis -2 Grad erreichen. Dort wo Schnee liegt und es auch aufklaren kann, ist auch mit Frost unter -10 Grad zu rechnen. Frost ja, aber Schnee wohl nicht überall.

Betrachtet man die aktuelle und erweiterte Schneeprognose, so ist generell bis zum 9. Februar mit 0 bis 7 cm, örtlich auch über 10 cm nur mit wenig Schnee zu rechnen. Hinzu kommt noch die sog. Sublimation, wenn trocken kalte Luft den Schnee quasi "verdunsten" lassen.

Hält sich der Winter auch im zweiten Februar-Drittel?
Das muss man noch abwarten, wie sich das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa letztlich positionieren mag. Das amerikanische Wettermodell ist mit seinen Berechnungen relativ forsch und simuliert das Hochdrucksystem mehr über Mitteleuropa, was die Niederschlagsneigung weiter abklingen und die Temperaturen ansteigen lassen kann.
Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Nichts Halbes und nichts Ganzes - Änderungen sind sehr wahrscheinlich © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: winterlich
Die Kontrollläufe bestätigen heute Abend einen weitgehend winterlichen Temperaturverlauf bis Mitte Februar. Das amerikanische Wettermodell zählt mit seinen Berechnungen von heute Abend zu den milderen Varianten. Der Mittelwert bewegt sich bis zum 10. Februar deutlich unter 0 Grad und steigt in der zweiten Februar-Dekade in Richtung der 0 Grad Grenze an. Für deutsche Verhältnisse ist das winterlich.

Langfristmodell: Normaler Februar
Dass die kommende "Kältewelle" auch nachhaltiger sein kann, zeigt das Langfristmodell, welches seine Wetterprognose für Februar von Tag zu Tag weiter anpasst. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert nun zwischen -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich mit dem Trend leicht zu mild auszufallen. In der Niederschlagsentwicklung wird der Februar etwas zu trocken berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 01.02.2018


Übrigens wird das Major-Warming in Stratosphärenhöhe weiterhin berechnet. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 2. Februar gegen 13:00 Uhr.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen