In den kommenden Tagen stehen turbulente Wetterereignisse bevor. Verantwortlich hierfür ist eine rege Tiefdruckaktivität zwischen Island und Skandinavien, bei der in raschen Abständen die Tiefdruckausläufer auch Deutschland überqueren und mit Ihren Fronten beeinflussen werden. Je nachdem, ob Deutschland auf der milderen Vorderseite oder auf der kühleren Rückseite der nach Osten abziehenden Tiefdrucksysteme liegt, ist mit einem Auf und Ab der Temperaturen zu rechnen. Wirklich winterlich wird es aber bis auf die mittleren Lagen bis zum 4. Februar nicht werden können. Zwar sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen am 1. und 2. Februar nicht gänzlich auszuschließen, doch sind die Temperaturen mit +0 bis +6 Grad noch zu mild. Dafür sind Windereignisse am 29. und 31. Januar und am 3. und 4. Februar zu erwarten. Potential für Starkwindereignisse bleibt erhalten, doch wird sich in den kommenden Tagen im Detail zeigen müssen, wie stark der Wind tatsächlich ausfallen wird. Mehr Details hierzu in der aktuellen Wettervorhersage Februar.

Viel Niederschlag

Die Tiefdrucksysteme sorgen auch für einiges an Niederschlag. So werden bis einschließlich 4. Februar Niederschlagssummen von verbreitet 20 bis 40 l/m² in Aussicht gestellt. Örtlich sind auch bis 60 l/m² zu erwarten. Wenn man bedenkt, dass der Februar in seinem vieljährigen Sollwert eine Niederschlagsmenge von 49 l/m² aufweist, ist das im Verhältnis reichlich Niederschlag. Die Schneefallgrenze schwankt meist zwischen 1.000 bis 1.500 Meter und kann am 1. und 2. Februar kurzzeitig bis auf 500 Meter absinken.

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Winter…oder?

Man muss auch heute noch skeptisch bleiben, denn das was die Wettermodelle berechnen gleicht einem Pendelprozess. Von einem Extrem in das andere um am Ende dann etwas um den Durchschnittswert herum zu berechnen. Fraglich ist zum heutigen Stand zudem, ob die Milderung am 3. und 4. Februar überhaupt so kommen mag, wie sie aktuell - von beiden Wettermodellen - berechnet wird. Gesichert ist also nach dem 1. Februar noch nichts und es ist und bleibt ein Wettertrend. So liegen die Wettermodelle mit ihren sog. Hauptläufen am 3. und 4. Februar etwa um 3 Grad über dem, was der Mittelwert der Kontrollläufe berechnet. Welche Temperaturen werden zu erwarten sein? Das Spektrum umfasst am 4. Februar einen Bereich von -1 bis +10 Grad, bei einem Mittelwert von +2 bis +3 Grad (Hauptlauf: +6 Grad). Das ist zunächst wenig winterlich und eher dem nasskalten Bereich zuzuschreiben, kann aber entscheidend für die höheren Regionen sein, denn 40 l/m² an Niederschlag entspräche in etwa einer Neuschneemenge von 40 bis 70 cm (je nach Schneeart und dessen Feuchtegehalt).

Aber dann kommt der Winter?

Die Wettermodelle gehen im Wettertrend tatsächlich den Weg, welcher in Richtung Winter über Deutschland, der Schweiz und Österreich führen kann. Interessant dabei ist, dass die Entwicklung zunehmend konstanter berechnet wird. So bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch. Der entscheidende Umstellungsprozess beginnt aber zum 3. Februar in der Form, als dass sich das Azorenhoch steil nach Norden in Richtung Island aufstellen kann und somit einen Impuls anregt. Nachfolgend können die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa abtropfen und den Hochdruckkeil nach Norden stabilisieren. Sollte diese Konstellation gelingen, so könnten ab dem 5. Februar mit einer nordöstlichen Grundströmung kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Deutschland geführt werden.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel amerikanisches Wettermodell - Erneut eine Wendung um 180 Grad © www.meteociel.fr

Wie kalt kann es werden und ist Schnee zu erwarten?

Rein aus der Modellinterpretation heraus werden für den 8. Februar Tageshöchstwerte von -7 bis -3 Grad über dem Süden und Osten und -3 bis +2 Grad über dem Norden und Westen berechnet. Schneefall ist bei dieser Konstellation nicht auszuschließen, da die Luftmassen in der Höhe aber sehr kalt sind, ist kräftiger Dauerschneefall weniger wahrscheinlich.

Wie gesichert ist eine winterliche Wetterentwicklung?

Es zeigt sich heute erneut, dass das amerikanische Wettermodell zu den Ausreißern gehört. Dieses Mal aber in die zu kalte Richtung. Das spielt aber aktuell eine weniger wichtige Rolle, vielmehr zeigt sich in den Kontrollläufen eine zunehmende Anzahl an deutlich kälteren Varianten, was eine winterliche Wetterlage noch im ersten Februar-Drittel zunehmend wahrscheinlicher macht. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums vom 6. bis 12. Februar um, bzw. auch unter der 0 Grad Grenze.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 29.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Das kann und wird sich in den kommenden Tagen sicherlich noch einiges verändern können, doch der Wettertrend der letzten Tage zeichnet sich deutlicher ab. Kippt das System - bspw. durch eine fehlende Tiefdruckunterstützung - nach Osten weg, so ist anstatt dem Winterwetter ein milder Wettercharakter zu erwarten. Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Heute Nachmittag und auch heute Abend berechnete das amerikanische Wettermodell Varianten, welche sich annähernd an dem Mittelwert der Kontrollläufe orientieren. Lediglich am 3. und 4. Februar simuliert das amerikanische Wettermodell eine zu milde Variante.

Welche Wetterentwicklungen wären möglich?
Die Wetterentwicklung im ersten Februar-Drittel gilt zwar als komplex, doch im Wesentlichen sind drei Wetterentwicklungen möglich. Zum einen kann das Hochdrucksystem auf dem Atlantik abflachen und somit der atlantischen Frontalzone einen großen Entwicklungsspielraum in Richtung Mitteleuropa gewähren. Eine stramme und milde Westwetterlage wäre zu erwarten.
In der zweiten Variante positioniert sich das Hochdrucksystem in einer "kugelrunden" Formation vor Mitteleuropa, so dass Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten von Nordwest nach Südost Deutschland überqueren könnten. Eine nasskalte Nordwestwetterlage mit Optionen auf Neuschnee ab den mittleren Lagen wäre demnach möglich.
Die dritte Variante ist die winterliche Wetterentwicklung, bei der sich ein Hochdruckkeil bis über das europ. Nordmeer und Skandinavien aufbauen kann und am östlichen Hochdruckgradienten mit Hilfe eines Tiefdrucksystems Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute Abend eine Variante, bei der das Hochdrucksystem westlich von Europa liegt und kein Hochdruckkeil nach Norden aufbauen kann. In Folge dessen überqueren in rascher Abfolge Tiefdruckausläufer Deutschland und könnten im ersten Februar-Drittel bei Temperaturen von +0 bis +3 Grad für einen überwiegend nasskalten Wettercharakter sorgen.
Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Nasskalt, nicht winterlich © www.meteociel.fr


Randfaktoren
Der AO-Index (Vereinf.: Zustand des Polarwirbels) wird bis in den Februar hinein negativ berechnet. Der NAO-Index bleibt hingegen positiv, was ein Blockadehoch auf dem Atlantik nahezu ausschließt. Bleiben die beiden anderen Varianten mit Hochdruckkeil nach Skandinavien, oder dem abflachenden Hochdrucksystem auf dem Atlantik. Ein Major-Warming mit anschließendem Polarwirbelsplit ist derzeit nicht zu erkennen, wenngleich die Möglichkeiten in dem einen oder anderen Kontrolllauf erhalten bleiben. Allzu viel Hoffnung sollten Winterfreunde darauf aber nicht verschwenden.

Langfristmodell mit weiterer Korrektur
Aus einem ursprünglich +1 bis +3 Grad zu warmen Wetter im Februar wurde in den letzten Tagen die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert auf +1 bis +2 Grad korrigiert. Heute erfolgte nun eine weitere Korrektur mit -0,5 bis +1 Grad in den leicht zu milden Bereich. Das zeigt, dass die Substanz einer nachhaltigeren Wetterumstellung in Richtung nasskalt / Winter im Februar vorhanden ist.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 29.01.2018


Das europäische Wettermodell berechnet heute Abend im Zeitraum vom 2. bis 7. Februar eine hohe Wetteraktivität auf dem Atlantik, was die Ausbreitung eines Hochdruckkeils erschwert und einen nasskalten Wettercharakter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen wahrscheinlicher macht. So passen sich beide Wettermodelle mehr oder minder dem Mittelwert der Kontrollläufe an.
Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 30. Januar gegen 13:00 Uhr.

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