Das Potential für winterliche Wetterverhältnisse ist mit der Verlagerung des Hochdrucksystems nach Westen - raus auf den Atlantik - zwar vorhanden, doch wird es Anfang Februar im Detail sehr darauf ankommen, wie und wo sich das Hochdrucksystem positionieren wird.

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Turbulenter Wetterwechsel in den Februar

Das amerikanische Wettermodell bestätigte heute Nachmittag noch einmal seine Varianten von heute Morgen und berechnet den Übergang im Zeitraum vom 31. Januar auf den 1. Februar von mild zu nasskalt mit einem ordentlichen Austausch der Luftmassen, welcher über exponierten Lagen, wie auch über den Küstenregionen auch das Potential für Starkwindereignisse hat. Begleitet wird der Temperaturrückgang von kräftigen Regenfällen am 31. Januar, bevor zum 1. Februar die Niederschläge meist in Schauerform bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen können. Sind am 31. Januar über dem Süden noch +5 bis +10 Grad zu erwarten, so wird es von Norden her mit +0 bis +3 Grad schon spürbar kühler - am 2. Februar könnten die Werte dann verbreitet um die 0 Grad herum und in einigen Regionen auch im Dauerfrostbereich liegen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

Jetzt kommt der Winter?

Wie in den letzten Tagen bereits beschrieben, so hat die Wetterentwicklung absolut das Potential für ein Blockadehoch auf dem Atlantik mit anschließender Kaltluftzuführung arktischer Luftmassen bis nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Doch auf die Hochdruckposition kommt es an.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem zum 4. Februar zwischen den Azoren und Island und einer absoluten Blockadeposition. Gestützt wird das Konstrukt jeweils von Tiefdrucksystemen links und rechts vom Hoch. Das hätte im weiteren Verlauf durchaus auch winterliche Optionen bis in das Flachland herab. Schaut man sich die dazugehörige Simulationskarte genauer an, so erkennt man im Ansatz auch einen Polarwirbelsplit, bei dem das Blockadehoch auf dem Atlantik nur allzu gerne mitspielen möchte. Gelingt der Hochdrucktransfer nach Norden in Richtung Island, Grönland europäisches Nordmeer, könnte der Winter auch für einen längeren Zeitraum sich nach Süden durchsetzen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel europäisches Wettermodell © www.meteociel.fr

Apropos Polarwirbelsplit: Das der Ansatz unter Umständen auch gelingen kann, zeigt der AO-Index, welcher in Teilen deutlich negativ berechnet wird.

Kommt mildes Wetter?

Das amerikanische Wettermodell zeigt in seinen Berechnungen von heute Nachmittag, dass das auch ganz anders im Februar verlaufen kann. So ist der Kaltluftzustrom zwischen Kanada und Grönland in Richtung Neufundland als außergewöhnlich stark zu bewerten. Über kurz oder lang wird es das Hochdrucksystem schwer haben, sich als Blockadehoch zu positionieren. So ist im Ansatz immer wieder ein meridionales Strömungsmuster zu erkennen, welches auch die Zufuhr kalter Luftmassen ermöglicht. Eine nachhaltig winterliche Wetterentwicklung ist das aber nicht - eher nasskalt.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel amerikanisches Wettermodell © www.meteociel.fr

Die Variationen sind vielfältig

Warum sind die Unsicherheiten in der Wetterprognose aber in den letzten Tagen so hoch? Das liegt daran, dass die Veränderungen vom Polarwirbel ausgehen und geringfügige Verschiebungen weiter südlich enorme Auswirkungen haben können. Verbindet sich bspw. das Azorenhoch über Skandinavien mit dem Kontinentalhoch, so herrscht nicht nur ein gestörtes Zirkulationsmuster vor, sondern auch eine recht imposante Ost Strömung.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel amerikanisches Wettermodell © www.meteociel.fr

Wie auch immer das Spiel für den Winter im Februar über Deutschland ausgehen mag, klarer zeichnet sich zum heutigen Stand ab, als dass der Polarwirbel Anfang Februar Schwierigkeiten mit seiner Stabilität bekommen wird. Und immer wenn so etwas in Spiel kommt, stellt sich auch gleichzeitig die Frage, ob ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe da eine Rolle spielt. Denn Auffällig ist nach manchen Kontrollläufen eine ausgeprägte Hochdruckposition über dem skandinavischen Raum. Ost-West Umkehr? Aktuell wird ein für Februar sehr kräftiges Minor-Warming berechnet. Der Sprung zum sog. Major-Warming wird aber nicht vollzogen. Das heißt aber nicht, dass sich in den kommenden Tagen noch ein Major-Warming daraus entwickeln kann - wir werden das genauer im Auge behalten.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel in Stratosphärenhöhe (~30 km) nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Es bleibt dabei: der Winter 2018 hat ein großes Potential sich im Februar über Deutschland zu zeigen. Ob dies gelingen mag, wird vom Hochdrucksystem auf dem Atlantik oder über Skandinavien abhängen. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 20:00 Uhr.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:09 Uhr
Es zeichnete sich ja schon heute Nachmittag ab, dass die Wettermodelle in den kommenden Stunden nochmal einen Sprung in die eine oder andere Richtungen machen können, doch das was das amerikanische Wettermodell heute Abend berechnet, ist eine 180 Grad Wendung.

Skandinavienhoch
Die Kontrollläufe deuteten es gewissermaßen schon an, dass sich im Februar 2018 über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem positionieren könnte. So berechnet das amerikanische Wettermodell heute Abend zunächst einmal den Grundstein für eine Wetterumstellung Anfang Februar, bei der mit einen Kaltluftschwall Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen möglich sind. Das Azorenhoch liegt dabei weit auf dem Atlantik und im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien ist im Ansatz eine Trogwetterlage zu erkennen. Über Island positioniert sich aber schon das nächste kräftige Tiefdrucksystem und schnürt den Trog über Mitteleuropa ab, bevor dieser richtig entstehen kann. Nachfolgend kann vom 3. bis 5. Februar vorderseitig nochmals wärmere Luft nach Deutschland geführt werden.

Winterliche Großwetterlage
Vom 5. bis 6. Februar dehnt sich aber ein Hochdruckkeil von den Azoren nach Skandinavien aus und gleichzeitig wird mit Hilfe eines Mittelmeertiefs kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland geführt. Der Hochdruckkeil verlagert sich bis zum 9. Februar über Skandinavien, was im Verbund mit dem Mittelmeertief zu einer strammen und kalten Ostwetterlage führen kann. Sollte sich diese Wetterlage tatsächlich so einstellen können, so wären bspw. am 9. Februar Tageshöchstwerte von -8 bis +0 Grad möglich.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - So sieht eine 180 Grad Wendung aus © www.meteociel.fr


Wie wahrscheinlich ist nun eine winterliche Wetterentwicklung im Februar?
Es ist, wie es ist - alles bleibt offen. Zumal das amerikanische Wettermodell nach den Kontrollläufe einen sehr deutlichen zu kalten "Ausreißer" repräsentiert. Das Entwicklungsspektrum reicht von Werten über +10 Grad bis zu hochwinterlichen -10 Grad. Der Mittelwert der Kontrollläufe schwankt im nasskalten Bereich. Und wer hier regelmäßig mit liest, der kennt unsere Einschätzung. Wenn es knifflig wird und die Modelle warme oder kalte Ausreißer sind, dann gewinnt häufiger die mildere Variante. Anderseits wird es aber auch mal Zeit für ordentliches Winterwetter. Man wird sehen. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 26. Januar gegen 17:00 Uhr.

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