Die Wetterentwicklung der kommenden Tage wird auch nach den jüngsten Berechnungen - vor allem für Freunde des Winterwetters - wieder spannender. Zwar ändert sich an der milden Südwest bis Westströmung bis Ende Januar 2018 zunächst einmal wenig, doch der mögliche Umbau der Großwetterlage zeigt sich in den Simulationen Anfang Februar erneut.

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Veränderung der Großwetterlage in Richtung Winter?

So verlagert sich das Hochdrucksystem von Mitteleuropa Ende Januar und Anfang Februar weiter auf den Atlantik und nimmt dort eine relativ weit nördliche Position ein. Das zwingt nun die atlantische Frontalzone mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne eine nördlichere Zugbahn einzunehmen. Die Wahrscheinlichkeiten, dass das Hochdrucksystem auf dem Atlantik sich steiler nach Norden aufstellt, steigen somit an. Daraus können sich im wesentlichen drei Entwicklungen für das Februar-Wetter ergeben.

  1. Das Hochdrucksystem keilt zwischen den Azoren und Grönland auf und wird durch ein Trog über Mitteleuropa und den kräftigen Tiefdrucksystemen über Neufundland gestützt. Somit entsteht auf dem Atlantik eine Hochdruckblockade, welche den Winter nach Deutschland, Österreich und die Schweiz bringen kann.
  2. In der zweiten Variante gelingt der Trog über Mitteleuropa nicht und das Hochdrucksystem kippt über Mitteleuropa weg, was über Deutschland, der Schweiz und Österreich für kurzzeitig nasskalte Wetterverhältnisse sorgen kann, welche nachfolgend aber wieder von einer milden westlichen bis südwestlichen Grundströmung abgelöst werden können.
  3. Dem Hochdrucksystem gelingt es sich auf dem Atlantik zu positionieren, allerdings nicht in Form eines Blockadehochs, sondern als Störimpuls. Die Tiefdrucksysteme rutschen an der Ostflanke des Hochdrucksystems nach Süden ab und können über Deutschland für eine nasskalte Wetterlage mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen sorgen.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Kontrolllauf amerikanisches Wettermodell - Wenn sich das Hochdrucksystem nicht an der richtigen Stelle positioniert, so kann das Wetter im Februar auch mild bleiben © www.meteociel.fr

Winter oder nicht - ein Hochdrucksystem wird entscheidend sein

Wie schon vor ein paar Tagen einmal beschrieben, ist der Ausweg aus dem dauermilden Januarwetter entweder ein Blockadehoch auf dem Atlantik, oder über Skandinavien. Klappt das nicht, geht’s im Februar mild weiter. Interessant ist, dass beide Varianten weiterhin möglich sind. Deutlich zu warme Berechnungen sind hingegen in den Kontrollläufen rückläufig, aber weiterhin nicht auszuschließen. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 23.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Nasskalte Wetterlage mit Option auf Winterwetter im ersten Februar-Drittel wahrscheinlicher?

Noch ist ein Fragezeichen zu setzen, der Wettertrend der letzten Tage bestätigt sich aber auch heute wieder erneut. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 6. Februar zwischen -4 bis +8 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad über dem Süden und +3 Grad über dem Norden. Bei einer durchschnittlichen Höhentemperatur von -4 bis -6 Grad sind nasskalte Wetterverhältnisse in tieferen Lagen wahrscheinlicher als tiefwinterliche. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer nicht ausgeschlossen. Ab den mittleren Lagen nehmen die Optionen auf winterliche Wetterverhältnisse zu, da die Schneefallgrenze bei diesen Werten zwischen 300 und 500 Meter liegen kann.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:45 Uhr
Beide Wettermodelle berechneten heute Nachmittag und auch heute Abend das Hochdrucksystem westlich von Europa in einer mehr oder minder aufrechten Position, was die die Polarfront zunehmen in Schwingung versetzen kann. Ob Deutschland Anfang Februar letztlich auf der kalten und damit winterlichen, oder milden Seite der Welle liegen wird, bleibt heute Abend noch offen. Aktuell berechnen die Wettermodelle die kalte Seite und eröffnen für den Winter einen größeren Spielraum in den ersten Februar-Tagen.

Meridionales Zirkulationsmuster
Wie auch immer das nun ausgehen mag, eine stringente Westwetterlagen erscheint Anfang Februar immer unwahrscheinlicher zu werden. So sind die Wellenbewegungen recht klar und zeigen sich besonders an den Berechnungen des europäischen Wettermodells heute Abend sehr deutlich.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Winterliches oder mildes Wetter - was ist wahrscheinlicher?
Betrachtet man den NAO-Index, so wird dieser heute Abend leicht positiv bewertet. Sollte sich also ein Hochdrucksystem in Richtung Island und Grönland bewegen, so müsste der NAO-Index neutral bis negativ werden. Das zeigt, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, als dass das Hoch Mitteleuropa näher rücken kann, als es manchen Winterfan lieb ist. Sollte bspw. das Hoch direkt über Mitteleuropa liegen, so wäre mit einem milden, ruhigen und auch sonnigen Wettercharakter im Februar vorlieb zu nehmen.

Die Kontrollläufe sind heute Abend insgesamt wieder etwas kälter geworden, aber auch hier zeigt sich, dass das amerikanische Wettermodell zu den kälteren Varianten gehört. Anders Formuliert ist noch keine Entscheidung gefallen, wenngleich die Wahrscheinlichkeit Anfang Februar für nasskaltes Wetter mit Optionen auf winterliche Wetterverhältnisse derzeit höher sind, als deutlich zu warme Wettervarianten.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 24. Januar gegen 17:00 Uhr.

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