Nach dem Schneefall in mittleren Lagen vom Wochenende, setzt sich zum Start in die neue Woche eine von West nach Ost durchgreifende Milderung durch, was die Temperaturen bis zum 25. Januar allgemein in den Bereich von +7 bis +12 Grad ansteigen lassen kann. Kurzzeitig sind über dem Westen und Südwesten auch bis +14 Grad nicht ausgeschlossen. Das bedeutet Tauwetter bis in die höheren Lagen. Mehr dazu in der Rubrik Wetter Januar 2018.

Mild oder Winter?

Nein, diese Frage ist weiterhin nicht geklärt. Das zeigen auch heute wieder die unterschiedlichen Ansätze der Wettermodelle. Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 25. bis 30. Januar den Durchbruch der atlantischen Frontalzone bis nach Skandinavien. Gleichzeitig verlagert das Azorenhoch seinen Schwerpunkt weiter nach Mitteleuropa, sodass daraus eine milde Südwestströmung sich ergeben kann, wenngleich zum 25. bis 27. Kurzzeitig wieder nasskalte Werte nach Deutschland geführt werden können. Mit Winterwetter hat das aber alles nichts gemeinsam.

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Das amerikanische Wettermodell verfolgt einen anderen Ansatz. So ist die Wetterentwicklung zunächst sehr ähnlich der des europäischen Wettermodells. Mild im Zeitraum vom 22. bis 25. Januar, anschließend nasskalt und zum 28. und 29. Januar wieder etwas milder. Unter dem Strich ebenfalls unwinterlich. Im Gegensatz aber zum europäischen Wettermodell bleibt das Azorenhoch nicht passiv und rückt weiter nach Norden vor, sodass es mit seinem Kern zum 29. Januar über England liegen kann. Die atlantische Frontalzone muss also einen Umweg über nördlichere Bahnen nehmen. Das regt die Wellenbewegung entlang der Polarfront an und zum 31. Januar verlagert sich das Hoch weiter auf den Atlantik und liegt zwischen den Azoren, Island und Grönland. In Folge daraus können über Mitteleuropa die Tiefdrucksysteme von Skandinavien her nach Süden abtropfen. Diese Variante hatte sich gestern schon einmal angedeutet. Demnach hätte der Winter wieder eine Chance, wenn auch zunächst einmal nur für die mittleren Lagen.

Wann kommt der Winter wieder?

Wie stehen als die Chancen auf den Winter Ende Januar und Anfang Februar 2018? Nach den Kontrollläufen wurden die deutlich zu milden Varianten Ende Januar abgeschwächt und der Mittelwert bewegt sich etwas über dem langjährigen Mittelwert. Darüber hinaus sinkt der Wert langsam unterhalb des vieljährigen Wertes ab. Anders formuliert geht der Wettertrend von deutlich zu warm langsam in Richtung Normalität über, was aber keineswegs mit Winterwetter gleichzusetzen ist. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 1. Februar zwischen -4 bis +10 Grad bei einem Mittelwert von +2 Grad über dem Süden und +4 Grad über dem Norden. Das Entwicklungsspektrum ist entsprechend groß und es wird sich zeigen müssen, wohin die Reise geht. Das amerikanische Wettermodell stellt bis Ende Januar die wärmste und nachfolgend die kälteste Variante der Kontrollläufe dar. Das zeigt, dass in den kommenden Stunden mit weiteren Schwankungen zu rechnen ist.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 20.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassung

Der Wettertrend ist zunächst als mild einzustufen und kann sich darüber hinaus gegenüber dem vieljährigen Mittelwert normalisieren. Das ist aber zum heutigen Stand nicht mit Winterwetter gleichzusetzen, vielmehr kann das einen bis in die mittleren Lagen nasskalten Wettercharakter zur Folge haben. Das Entwicklungsspektrum bleibt aber hoch, was sowohl Winterwetter bis hin zu einem sehr milden Wettercharakter Ende Januar und Anfang Februar führen kann.

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine Aktualisierung der Wetterprognose Winter, dann auch u.a. mit einem Blick auf die Entwicklung der Randfaktoren und den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Im Ansatz berechnete das amerikanische Wettermodell heute Nachmittag zum Monatswechsel das Azorenhoch auf dem Atlantik in aufrechter Position, was über Mitteleuropa eine mäßig kalte Nordwestwetterlage ermöglicht hätte. Damit bestätigte es zwar die morgendliche Variante, diese waren in den Kontrollläufen aber stets die zu kalten Entwicklungen. Heute Abend berechnete das amerikanische Wettermodell eine Variante, welche sich dem Mittelwert der Kontrollläufe ganz gut anpasst. So liegt das Hochdruckzentrum zum 30. Januar im Bereich zwischen Oberitalien und den Alpen, während über Skandinavien die atlantische Frontalzone weit bis über das westliche Russland vordringen kann.

Winter?
Nein, mit Winter hat diese Wetterentwicklung wenig gemeinsam, denn zunächst einmal hätte es bis Ende Januar eine milde Temperaturentwicklung zur Folge, welche zum Start in den Februar 2018 von einer mäßig kalten Westwetterlage abgelöst werden könnte. In rascher Abfolge würden dann Tiefdrucksysteme Deutschland, Österreich und die Schweiz überqueren und bei Temperaturen von +2 bis +8 Grad für einen wechselhaften und teils windigen Wettercharakter sorgen.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Wie man sehr schön auf der Simulationskarte erkennen kann, ist der Hochdruckwirbel rund über dem sibirischen Raum äußert stark ausgeprägt, während der Polarwirbel über Grönland und Kanada seinen Schwerpunkt hat. Das Strömungsmuster verlauft im Polarwirbel so, dass der Kaltluftzustrom in Richtung Kanada aufrecht gehalten wird. Das stabilisiert wiederum das Wettersystem. Somit bleiben für Mitteleuropa milde Wetterentwicklungen wahrscheinlicher, als hochwinterliche Varianten. Erst wenn das System nachhaltig gestört wird, sind wieder Veränderungen möglich. In der Theorie: kältere Wetterlage Anfang Februar möglich
Was die Wettermodelle derzeit berechnen, ist die eine Sache, die andere ist die, dass das Hochdrucksystem den Polarwirbel nachhaltig stören kann. Und in welche Richtung das geschehen mag, bleibt offen. Interessant ist jedenfalls, dass die sog. Kontrollvarianten des amerikanischen Wettermodells mehrheitlich ein meridionales Zirkulationsmuster über Mitteleuropa berechnen. So wie es in den letzten Stunden auch der Hauptlauf berechnet hatte.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf des amerikanischen Wettermodells © www.meteociel.fr


Schaut man sich den Kontrolllauf genauer an, so ist auch hier das sibirische Hoch allgegenwärtig. Nur das Azorenhoch positioniert sich etwas anders und aus mild wird eine winterliche Wetterlage. Man wird sehen, was in den kommenden Tagen aus diesem theoretischen Ansatz alles entstehen kann - das Potential ist jedenfalls vorhanden.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 21. Januar gegen 17:00 Uhr.

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