Die Woche hat aus Wettersicht einiges zu bieten. So nimmt schon heute der Wind und die Niederschlagsneigung von Westen her zu und sorgt bis zum Mittwoch - vor allem über den südlichen Regionen - für einiges an Niederschlag. Zum Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze dann teils bis in tiefere Lagen ab und ab den mittleren Lagen ist mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Den kräftigen Sturm - mit Option auf Extremwindereignisse in Form von orkanartigen Windböen - wird weiterhin für den Donnerstag berechnet. Da dies aber ein sehr dynamischer Vorgang ist, sind Veränderungen noch möglich. Nachfolgend werden maritime Kaltluftmassen nach Deutschland geführt, was die Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen absinken lassen kann und bei Tageswerten von -2 bis +2 Grad über dem Süden und +0 bis +4 Grad über dem Nordwesten ab den mittleren Lagen zur Ausbildung einer Schneedecke führen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Januar 2018.

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Winterlich kalt oder milde Temperaturen?

Die Wettermodelle haben in den letzten Tagen immer wieder eine nasskalte bis winterliche Wetterlage über Mitteleuropa im Zeitraum vom 17. bis 22. Januar in Aussicht gestellt, was auch heute noch der Fall ist. Darüber hinaus gab es vermehrte Unsicherheiten und das amerikanische Wettermodell war mit seinen Berechnungen stets die kälteste Variante. Das hat sich seit gestern geändert und das amerikanische Wettermodell repräsentiert mit seinem Hauptlauf nun stets die wärmsten Varianten.

Schaut man sich die aktuelle Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells an, so ist diese nahezu identisch mit den vorherigen. Das Tiefdrucksystem verlagert sich bis zum 21. Januar über Skandinavien und trogt über die östliche Mittelmeerregion nach Süden aus. Statt sich diese Wetterentwicklung aber weiter intensivieren kann, wird die Luft raus genommen und durch die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik verlagert sich das Azorenhoch weiter in Richtung der Mittelmeerregion. Der Trog über Mitteleuropa wird bis zum 23. Januar abgeschnürt und nachfolgend laufen die Tiefdrucksystem auf das Hoch über der Mittelmeerregion auf, was zu einer milden Südwestströmung führen kann. Welche Temperaturen wären zu erwarten? Sollte das amerikanische Wettermodell sich mit seiner Variante durchsetzen können, so wären bspw. am 25. Januar +6 bis +12 Grad zu erwarten. Überspitzt ausgedrückt wäre man den frühlingshaft milden Temperaturen näher als den hoch winterlichen Werten.

Das europäische Wettermodell stützt die nasskalte in tieferen bis teils winterliche Wetterentwicklung ab den mittleren Lagen vom 19. bis 22. Januar. Darüber hinaus kann sich der Trog aber ebenfalls nicht durchsetzen. Stattdessen liegt über dem östlichen Europa ein schwaches Hochdruckgebiet, während die atlantische Frontalzone zwischen Island und England versucht, weiter nach Skandinavien voranzukommen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen demnach in einer milden Südanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bis zum 24. Januar auf +4 bis +8 Grad und über dem Westen und Südwesten örtlich bis auf +12 Grad ansteigen lassen kann. Unterschiedliche Entwicklung, gleiches Ergebnis.

Wie sicher ist diese Milderung im letzten Januar-Drittel?

Auch wenn die Wettermodelle derzeit einheitlich auf eine Milderung setzen, so ist diese keineswegs gesichert, was jetzt aber auch nicht gleichbedeutend damit ist, als dass sich der Winter durchsetzen kann. Wie gestern bereits angedeutet, wird sich die Wetterentwicklung wohl irgendwo in der Mitte wiederfinden können. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist nach den nasskalten Tagen ab dem 22. Januar ein Aufwärtstrend auszumachen, wenngleich der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodell weiterhin zu den wärmsten Varianten zählt. So liegt das Temperaturspektrum am 25. Januar zwischen -6 bis +10 Grad bei einem Mittelwert von +1 bis +3 Grad. So bewegt man sich wohl eher im nasskalten Temperaturbereich. Zum Vergleich: das amerikanische Wettermodell berechnet für den 25. Januar +10 Grad und liegt damit um 9 bis 7 Grad über dem Mittelwert der Kontrollläufe. Mit anderen Worten ausgedrückt: Milderung ja, aber ob diese so kräftig wie nach dem amerikanischen Wettermodell berechnet ausfallen wird, darf hinterfragt werden. Erste Anzeichen für andere Wetterentwicklungen haben sich in den Simulationen von heute Nachmittag gezeigt.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 15.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Winterhalbzeit

Der Dezember 2017 war etwa um +1,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm und der Januar 2018 liegt mit seinen zurückliegenden Tagen aktuell bei einer Abweichung von rund +4 Grad im viel zu warmen Bereich. Kein Vergleich zum letzten Januar, welcher am Ende um -1,8 Grad zu kalt ausfiel. Sollte der Winter also noch normal ausfallen können, so müsste die zweite Januar-Hälfte und der Februar um rund 3 Grad kälter ausfallen als normal. Und dieses Szenario deutet sich derzeit nicht wirklich an. Schaut man auf die aktuelle Wettervorhersage des Langfristmodells, so wird der Februar 2018 mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Kumuliert man alle Wintermonate zusammen, so könnte sich am Ende eine Temperaturabweichung von +2 Grad im zu warmen Bereich ergeben. Ob das so kommt, wird sich zeigen müssen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 15.01.2018

Wie sich das Wetter im Februar 2018 entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr und gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein Update der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Der Schnellläufer bleibt am Donnerstag mit seiner variablen Zugbahn ein Thema. Heute Abend wurde die Zugbahn etwas südlicher berechnet, was über dem Norden bei Temperaturen um 0 Grad erhebliche Schneefälle zur Folge haben könnte, während es über Bayern und Baden-Württemberg bis zu +10 Grad mild werden kann. Zudem hat sich das Hauptwindfeld etwas abgeschwächt und zieht etwas südlicher über die Mittelgebirge. Schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Windböen sind aber über den entsprechenden Lagen weiterhin zu erwarten. Veränderungen bleiben weiterhin möglich.

Nasskalte bis winterliche Episode
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Abend eine gemäßigtere Variante, bei der sich die maritime Kaltluft vom 19. bis 22. Januar über Deutschland durchsetzen und in tieferen Lagen für einen nasskalten und ab den mittleren Lagen auch für einen winterlichen Wettercharakter sorgen kann. Die Temperaturen pendeln sich bei einer anfänglich regen Schauerneigung auf -1 bis +4 Grad ein und oberhalb etwa 500 Meter wäre Dauerfrost und die Ausbildung einer dünnen Schneedecke zu erwarten. Ab Sonntag kann die Schauerneigung nachlassen und häufiger auch mal die Sonne zum Vorschein kommen. Für weite Teile von Deutschland aber eher eine nasskalte Angelegenheit.

Für den Zeitraum vom 23. bis 27. Januar liegt Deutschland nach diesen Berechnungen am westlichen Rand eines Kaltluftvorstoßes über das östliche Europa und der Vorderseite eines Tiefdrucksystems bei Island. Kurzzeitig ist somit eine mildere Südwestanströmung der Luftmassen möglich, welche am 25./26. Januar in eine schwachgradientige Hochdruckwetterlage übergeht. Hochdruckwetterlage? Ja, da ist "plötzlich" wieder das Kontinentalhoch über dem westlichen Russland auszumachen. Aber anstatt es sich in autarker Formation über Skandinavien ausbreitet, geht es in den Simulationen von heute Abend in das Azorenhoch über, welches sich in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse quer über Deutschland, Österreich und die Schweiz legen kann.
Sollte sich diese Variante durchsetzen, so könnte es am 23./24. Januar mit +4 bis +8 Grad kurzzeitig mal wärmer werden, darüber hinaus ist mit -1 bis +5 Grad aber eher mit nasskalten Werten zu rechnen. Weder Winter, noch mild. Aber es zeigt sich, dass die viel zu warmen Berechnungen langsam "eingefangen" werden. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist das amerikanische Wettermodell noch immer die wärmste Variante (24./25. Januar und 27. bis 30. Januar). Dazwischen gehört es auch mal zu den kühleren Berechnungen. Das zeigt, dass in den kommenden Tagen noch mit weiteren Veränderungen zu rechnen ist.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung instabiler Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Man erkennt an der Simulation des Polarwirbels sehr gut den Einfluss des sibirischen Hochdrucksystems. Vergleich man das mit der Variante von heute Nachmittag, so sind die Unterschiede geradezu gravierend. Verbessern aber heute Abend - zumindest optional - die Chancen auf ein Skandinavienhoch.

Das europäische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 23. bis 25. Januar über dem skandinavischen Raum die Ausbreitung eines Hochdrucksystems. Allerdings mit einer von Nord nach Süd verlaufenden Hochdruckachse, so dass im Verbund mit einem kräftigen Tiefdruckwirbel zwischen Island und England milde Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Das europäische Wettermodell bleibt somit seinen Varianten von heute Morgen treu.

Zusammenfassend:
Man darf und kann in den kommenden Tagen noch mit unterschiedlichen Berechnungen der Wettermodelle rechnen. Der "Knackpunkt" wird wohl die Positionierung des Kontinentalhochs sein. Weitet dieses sich in Richtung Skandinavien aus, stehen die Winterchancen nicht schlecht. Bleibt es fern, geht eine Hochdruckverbindung mit dem Azoren-/Mittelmeerhoch ein, oder bleibt es über dem östlichen Europa "stehen", wird es wohl mild werden können.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 16. Januar gegen 13:00 Uhr.

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