Nach dem ruhigen Januarwetter der letzten Tage folgt nun eine Wetterphase, welche so ziemlich alles zu bieten hat. Von Sturm über schweren Sturm bis hin zu Orkan, von Regen über Schneefall und etwas Sonnenschein - von allem ist etwas dabei, wobei der Donnerstag mit einer Randtiefentwicklung und einem erhöhten Unwetterpotential mit Extremwindereignissen kein Spaß werden sollte. Das Schnellläufersystem wird im Übrigen heute Nachmittag etwas weiter nördlicher berechnet und führt mildere Luftmassen nach Deutschland, so dass die Niederschläge überwiegend als Regen fallen sollten. Der Schwerpunkt der Winde wird zum aktuellen Stand für Donnerstagnachmittag mit Windgeschwindigkeiten von 70 bis 90 km/h und über den Küstenregionen, wie auch den exponierten Lagen von teils über 120 km/h berechnet. Das ist also in der Wetterküche einiges los - mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Wetter Januar 2018.

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Nach dem Sturm kommt der Winter?

Ja und nein. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so kommt es im Zeitraum vom 19. bis 21. Januar zur Zufuhr maritimer Kaltluftmassen, welche bis in tiefere Lagen für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer und ab den mittleren Lagen für die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen können. Geht es nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells, so können die Temperaturen auch noch etwas weiter zurückgehen, was am 23. Januar über dem Süden verbreitet zu Dauerfrost und über dem Norden zu leichten Plusgraden führen kann. Insgesamt ist man aber dem nasskalten Winterwetter deutlich näher, als einer hochwinterlichen Wetterlage!

Dem Winter fehlt die Durchschlagskraft

Von einer winterlichen Wetterlage, wie sie in den letzten Tage noch von den Wettermodellen einheitlich berechnet wurde, nehmen die Wettermodelle seit heute Nacht zunehmend Abstand. Allen voran das amerikanische Wettermodell, welches bereits zum 22. Januar eine milde West bis Südwestwetterlage berechnet. Den Tiefdrucksystemen gelingt es demnach nicht, einen stabilen Trog in Richtung Mittelmeerregion aufzubauen und so kippt das gesamte System nach Osten weg. Statt Dauerfrost wären demnach am 22. Januar schon wieder mit Tageswerten von +5 bis +10 Grad zu rechnen. Alles andere als winterlich.

Aber auch das europäische Wettermodell lässt in seinen Berechnungen von heute Morgen am Winter kein gutes Haar. So positioniert sich zum 24. Januar ein kräftiges Tiefdrucksystem auf dem Atlantik zwischen Island und England, während sich von der Mittelmeerregion aus ein Hochdruckkeil nach Skandinavien ausbildet. So würde Deutschland, Österreich und die Schweiz spätestens ab dem 25. Januar auf die warme Südwestanströmung der atlantischen Frontalzone gelangen können.

Statt Winter nun mild?

Nein, ganz so einfach ist es nicht. Die Kontrollläufe bleiben im Zeitraum vom 16. bis 22. Januar in einem Bereich, welcher in tieferen Lagen zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer und ab den mittleren Lagen zur Ausbreitung einer Neuschneedecke führen kann. Typisch für den Winter in Deutschland - im Flachland nasskalt und winterlich ab den mittleren Lagen. Darüber hinaus berechneten die Kontrollläufe in den letzten Tagen einen Temperaturanstieg, welcher auch heute beibehalten wird, jedoch mit dem Unterschied, dass die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells jetzt nicht mehr die kalten, sondern die warmen Ausreißer repräsentieren. Ob das ein Trend ist, oder ob in den kommenden Stunden wieder ein Rückfall in die kältere Richtung stattfindet, bleibt abzuwarten. Fakt aber ist zum derzeitigen Stand, dass nach dem 22. Januar so ziemlich alle Wetterentwicklungen möglich sein können. Favorisiert wird im Wettertrend zum Augenblick aber eine mildere Variante.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 14.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Was ist die Ursache für den Umschwung der Brechungen?

In den letzten Tagen zeigte sich immer wieder die Trogwetterlage über Mitteleuropa, welche den Winter bis in tiefere Lagen hätte bringen können. Mit verantwortlich war das Kontinentalhoch, welches von Osten her quasi wie eine Stütze funktionierte und die Tiefdrucksysteme daran hinderte, weiter nach Osten voranzukommen. Der Ausweg der Tiefdrucksysteme war nach Süden, bzw. nach Südosten zwischen dem Azorenhoch und dem Kontinentalhoch zu nehmen. Aktuell aber berechnen die Wettermodelle den Rückzug des Kontinentalhochs, bzw. dessen Konzentration auf den sibirischen Raum. An der Wetterentwicklung hat sich nur wenig verändert, sie findet nur mehrere tausend Kilometer östlicher statt. Das erkennt man auch gut anhand der Berechnungen von heute Mittag.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Was bedeutet das für das Winterwetter?

Es stehen jetzt erst einmal ereignisreiche Wettertage bevor, wobei zum kommenden Wochenende auch Schneefall bis in die tiefere Lagen möglich ist. Ob der Winter sich darüber hinaus durchsetzen, oder aber die milde Atlantikluft wieder die Oberhand gewinnt, bleibt aktuell noch abzuwarten. Heute Abend wird man schon etwas mehr wissen. Sollte sich aber das Hoch wie berechnet durchsetzen können, wird das echt eine harte Nuss für Freunde des Winterwetters werden. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:03 Uhr
Die Simulation des amerikanischen und europäischen Wettermodells bestätigen nochmals das erhöhte Unwetterpotential am Donnerstag, den 18. Januar mit möglichen Extremwindereignissen mit örtlich voller Orkanstärke. Details bleiben im Vorfeld noch abzuwarten, wenngleich die Eintreffwahrscheinlichkeit der Randtiefentwicklung zunehmend wahrscheinlicher wird.

Kurz nasskalt bis winterlich
Im Zeitraum nach dem Sturm weicht das amerikanische Wettermodell nicht von seiner Variante ab und berechnet vom 19. bis 20. Januar eine nasskalte Wetterlage mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab und der Möglichkeit der Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen. Im weiteren Verlauf aber fehlt das Hochdrucksystem über dem westlichen Russland, so dass der Achsverlauf der Tiefdruckgebiete zunächst von West nach Ost ausgerichtet ist und vom 21. bis 23. Januar zu einer nasskalten Wetterlage mit reichlich Niederschlag führen kann. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 500 bis 1.000 Meter. Ab dem 23. Januar formiert sich die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik neu und drückt das Azorenhoch weiter nach Osten in Richtung Mittelmeerregion, welches sich bis zum 26. Januar über Mitteleuropa aufwölbt und somit für eine milde bis warme Südwestströmung sorgen kann. Winterwetter hätte nach diesen Berechnungen kaum eine Chance.

Das europäische Wettermodell bestätigt eine unwinterliche Wetterentwicklung im letzten Januar-Drittel. Nur mit dem Unterschied, dass ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England am Weiterkommen nach Osten gehindert wird und auf seiner Vorderseite warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. Dabei sind die Berechnungen der Wettermodelle grundsätzlich verschieden, aber mit dem gleichen Ergebnis.

Kontrollläufe: amerikanisches Wettermodell ist ein warmer Ausreißer
Die Kontrollläufe bestätigen seit heute Morgen, dass das amerikanische Wettermodell mit seinen Ausführungen stets die wärmste Variante darstellt und gegenüber dem Mittelwert der Kontrollläufe etwa um 3 bis 6 Grad zu warm ist. Betrachtet man das reine Temperaturspektrum, so erstreckt sich dieses am 25. Januar von -6 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +2 Grad. Das zeigt, wie groß die Unsicherheiten derzeitig (noch) sind, wenngleich der Trend in die milde Richtung weist.

Man erkennt aber das "Dilemma" in der Berechnung des Polarwirbels nach den amerikanischen Wettermodell. Das sibirische Hoch wird viel weiter östlicher berechnet, als das gestern noch der Fall war. Somit verschiebt sich weiterhin alles um einige tausend Kilometer nach Osten und somit auch die Kaltluftzufuhr. Ob es bei dieser "extremen" Variante bleibt, ist abzuwarten.
Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung instabiler Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Zusammenfassend:
Zwar ist ein Trend in Richtung mild nicht zu verkennen, doch gesichert ist zum aktuellen Stand noch nichts. Wir sind heute per E-Mail häufiger gefragt worden, wie wir diese Entwicklung einschätzen. Dieser Sprung des amerikanischen Wettermodells von zu kalt nach deutlich zu warm ist nicht außergewöhnlich und hat man in den letzten Jahren häufiger beobachten können. Die Wahrheit liegt aber oftmals in der Mitte. Intern pflegen wir aber gerne den Spruch: "mild gewinnt oft".

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 15. Januar gegen 13:00 Uhr.

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