In der kommenden Woche ist mit einen überwiegend ruhigen Januar-Wetter zu rechnen. So ist der Himmel mal aufgelockert, mal stark bewölkt und über Bayern und Baden-Württemberg zeigen sich auch mal zähe Nebelfelder. Lösen diese sich auf, so kann auch hier die Sonne zum Vorschein kommen. Niederschläge sind nur gelegentlich zu erwarten und eigentlich nicht erwähnenswert, wenngleich zwischen Köln und Berlin heute die Niederschläge durchaus auch als Schnee bis in tiefere Lagen fallen können. Der Wind kommt heute noch frisch bis mäßig aus östlichen Richtungen und schwächt sich im Verlauf der kommenden Woche ab. Die Temperaturen sinken über dem Norden zunächst auf +1 bis +4 Grad ab, aber allgemein pendeln sich die Werte im Verlauf der Woche auf +4 bis +8 Grad ein.

Ruhiges Winterwetter

Winterwetter? Nicht wirklich, obwohl Winter und Wetter gleichermaßen ist, aber eben nicht so recht zusammenfinden will. So auch in dieser Woche, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz im gradientenschwachen Umfeld einer Hochdruckzone liegen. Gradientenschwach bedeutet in den Wintermonaten von Dezember bis Februar häufiger auch grau-trübes, bzw. neblig-trübes Wetter. Setzt sich dann doch mal die Sonne durch, so sind auch länger andauernde sonnige Abschnitte möglich. Über diese Wetterentwicklung sind sich beide Wettermodelle bis zum 14. Januar einig.

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Amerikanisches Wettermodell: Antriebslosigkeit

Im Zeitraum nach dem 14. Januar gehen die Berechnungen der Wettermodelle sehr weit auseinander. Nach dem amerikanischen Wettermodell verlagert sich die Hochdruckzone weiter nach Osten über das westliche Russland und gibt den atlantischen Tiefdrucksystemen mehr Spielraum, sich über Europa zu entwickeln. Dadurch aber, dass den Tiefdrucksystemen der Weg über das östliche Skandinavien verweht bleibt, entsteht über Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 14. bis 20. Januar eine von Nordwest nach Südost verlaufende Tiefdruckachse. Anders formuliert kann sich nach diesen Berechnungen eine nasskalte Nordwestwetterlage einstellen, bei der zeitweilige Niederschläge zu erwarten sind. Die Temperaturen pendeln sich auf +2 bis +6 Grad ein und die Schneefallgrenze schwankt zunächst zwischen 800 bis 1.200 Meter, sinkt aber bis zum 19. Januar auf die mittleren Lagen zwischen 400 bis 800 Meter ab. In den Nächten ist wieder vermehrt mit Nachtfrost zu rechnen. Nicht winterlich, aber auch nicht warm - nasskalt!

Europäisches Wettermodell: Skandinavienhoch

Das europäische Wettermodell macht es den Meteorologen nicht so einfach. Statt sich das Hochdrucksystem nach Osten zurückzieht, verstärkt es sich bis zum 15. Januar über Skandinavien und führt mit einer strammen Ostströmung kältere Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte - vor allem über dem Norden von Deutschland - in den Dauerfrostbereich absinken lassen kann. Ab dem 15. Januar macht sich von Island ein Tiefdrucksystem auf den Weg nach Deutschland und drückt dabei die Hochdruckzone weiter nach Norden. Auch hier ist das Strömungsmuster bei einer zunehmenden Niederschlagsaktivität bis zum 17. Januar nordwestlich geprägt. Nasskalt, aber mit höheren Schneeoptionen für die mittleren Lagen.

Chancen auf Winter

Nasskaltes Wetter ist derzeit die wahrscheinlichste Wetterentwicklung im zweiten Januar-Drittel. Wie aber stehen die Chancen auf Winterwetter? Nach dem amerikanischen Wettermodell nur mäßig, da sich die Tiefdruckaktivität größtenteils auf dem Atlantik abspielt und dadurch die Wahrscheinlichkeit für eine warme Vorderseitenanströmung der Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz höher ist.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Nach dem europäischen Wettermodell sieht das aber etwas anders aus. Die Tiefdruckaktivität konzentriert sich über Mitteleuropa. Gleichzeitig ist ein intaktes Azorenhoch anzutreffen und die Tendenz zu hohem Luftdruck über dem östlichen Kanada und dem europäischen Nordmeer ist zu erkennen. Sollte sich das Wetter tatsächlich wie berechnet entwickeln können, so wäre ein meridionales Strömungsmuster ein Lösungsweg.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Mittelmäßiges Winterwetter

Die Kontrollläufe bleiben ihren Berechnungen der letzten Tage treu und simulieren keine sonderlichen Ausschläge in Richtung deutlich zu warmes Wetter oder gar in Richtung Hochwinter. Der Mittelwert liegt knapp über dem langjährigen Mittelwert im leicht zu milden Bereich, was im Grunde genommen ein Fürsprecher einer nasskalten zweiten Januardekade ist. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ist darin ganz gut eingebettet.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 06.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt heute Abend gegen 20:30 Uhr an dieser Stelle.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:27 Uhr
Keine, bzw. nur wenig Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle. Sowohl das amerikanische, wie auch europäische Wettermodell bleibt den Varianten von heute Morgen und heute Nachmittag treu. In Folge daraus ist ein nasskalter Wettercharakter in der zweiten Januar-Dekade wahrscheinlicher als eine hochwinterliche Wetterphase.

Aber auch die Kontrollläufe bleiben verhalten und zeigen nur eine geringe Entwicklungsmöglichkeit in die deutlich zu warme, wie auch deutlich zu kalte Richtung. Anders formuliert sind die Temperaturen leicht über dem langjährigen Durchschnitt einzustufen. Erst ab den 18. Januar zeigt sich ein Trend in die negative Richtung.

Ebenso uneinheitlich bleiben die Randfaktoren. Der AO-Index ist erst deutlich negativ, zeigt dann aber deutliche Signale sowohl in die negative, wie auch positive Richtung. Der NAO-Index ist als leicht positiv zu bewerten, was letztlich für eine nasskalte Wetterentwicklung spricht. Interessant aber ist heute Abend die Simulation der zonalen Winde entlang des 65. Breitengrades, welche nach einem Maximum Anfang Januar (216 km/h) ab der Monatsmitte rasant unter den Durchschnittswert zurückgehen (65 km/h). Das ist zunächst einmal ein Signal, mehr nicht. In diesem Zuge lohnt sich aber auch immer der Blick auf ein Minor-, bzw. Major Warming und hier berechnet das amerikanische Wettermodell immer wieder einmal stärkere Signale zum 20. Januar hin. Auch das gilt es in den nächsten Tagen einmal genauer zu betrachten. Aber zusammenfassend ist Hochwinter mit einem kräftigen Wintereinbruch bis zum 13./15. Januar wenig wahrscheinlich.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 8. Januar gegen 13:00 Uhr.

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