Zwar gehen in den kommenden Tagen mit einer kräftigen Ostströmung die Temperaturen über dem Norden in Richtung der 0 Grad Grenze zurück, bleiben aber überwiegend im positiven Bereich. Am nördlichen Rand eines Niederschlagsbandes quer über den Mittelgebirgen kann am Samstag und am Sonntag leichter Schneefall nicht ausgeschlossen werden. Weiter nach Süden sorgt ein Tiefdruckausläufer dafür, dass die Kaltluftmassen nicht weiter nach Süden vorankommen, so dass es dort bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken mit +4 bis +8 Grad und örtlich bis +11 Grad milder bleiben kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Januar.

Ruhiges Januarwetter

Das amerikanische und auch europäische Wettermodell berechnen im Zeitraum vom 11. bis 15. Januar einen relativ ruhigen Wettercharakter. Verantwortlich hierfür ist ein Hochdrucksystem mit Kern zwischen dem östlichen Skandinavien und dem westlichen Russland, was die atlantische Frontalzone etwa zwischen Island und England blockieren kann. So sind die Gradienten über Deutschland, Österreich und er Schweiz schwach ausgeprägt und die Neigung zu teils zähen Nebel- und Hochnebelfelder nimmt zu. Lösen diese sich auf, so kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein. Die Niederschlagsneigung ist als schwach zu bewerten. Die Temperaturen gehen tagsüber auf +1 bis +5 Grad in den nasskalten Bereich zurück und in den Nächten kann auch wieder mit Nachtfrost gerechnet werden.

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Spannungen nehmen zu

Beide Wettermodelle berechnen zum 15. Januar einen kräftigen Tiefdruckwirbel über Island, welcher sich weiter nach Südosten in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz ausdehnt. Nach dem amerikanischen Wettermodell ist die Dynamik als gering zu bewerten, während das europäische Wettermodell den Vorgang kräftiger berechnet. Die Problematik des Tiefdrucksystems liegt darin, als dass es sich zwischen dem kräftigen Azorenhoch und dem Kontinentalhoch nach Südosten durchquetschen muss. Das riecht geradezu nach einer nasskalten West- bis Nordwestwetterlage mit Optionen auf Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen und der Möglichkeit der Ausbreitung einer Schneedecke ab den höheren mittleren Lagen.

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 15. bis 22. Januar nur schwache Gradientenvorgänge, welche in keinem Vergleich zu den vergangenen Tagen stehen. Das unterstreicht das Potential einer nasskalten Wetterlage.

Kontrollläufe: verhalten, wenig winterlich

Winterwetter oder eine nasskalte Großwetterlage? Der Kompromiss zwischen Westdrift und Hochwinter scheint in den Wettermodellen mit einer nasskalten Wetterlage gefunden worden zu sein. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe sackt über dem Süden nach dem 10. Januar regelrecht ab und korrigiert sich um 5 bis 9 Grad nach unten. Anders formuliert stützen die Kontrollläufe eine kühlere Wetterentwicklung im zweiten Januar-Drittel. Der Mittelwert des Temperaturspektrum liegt dabei im Bereich des langjährigen Mittelwertes, was zu einem Temperaturspektrum von -2 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +3 bis +4 Grad führen kann. So bestätigen die Kontrollläufe zum heutigen Stand mehrheitlich einen nasskalten und wenig winterlichen Wettercharakter in der zweiten Januardekade.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 06.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Welche Chancen hat der Winter?

Das Hochdrucksystem über Skandinavien und dem westlichen Russland wagt sich weit nach Norden vor und nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zeigen sich im Verbund mit dem Hoch über dem westlichen Kanada interessante Ansätze einer Hochdruckbrücke quer durch den Polarwirbel. Von einem Polarwirbelsplit zum aktuellen Stand zu sprechen, wäre viel zu verfrüht. Erst einmal muss sich das Hochdrucksystem positionieren, dann wird man sehen was passiert. Interessant sind die Simulationen aber allemal.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Die nächste Aktualisierung der Wettervorhersage Winter erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle in Form eines kurzen Updates.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:52 Uhr
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Nachmittag und auch heute Abend erneut Varianten, welche im zweiten Januar-Drittel wenig winterliche und allenfalls nasskalte Optionen bietet. Erst im letzten Januar-Drittel mehren sich die Optionen für einen Ausbruch arktischer Kaltluftmassen aus nördlichen Richtungen, welche auch über Deutschland , Österreich und der Schweiz für winterliche Optionen bis in tiefere Lagen sorgen könnte.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Das europäische Wettermodel verfolgt einen komplett anderen Ansatz und berechnet das Skandinavienhoch heute Abend stärker, so dass die Kaltluft über Umwege nach Deutschland gelangen kann. Interessant ist aber, dass beide Wettermodelle kühlere Varianten bereits in der sog. Mittelfrist berechnen.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: keine Hoch winterlichen Optionen
Das mag sich vielleicht in den kommenden Simulationen noch ändern, Fakt aber ist zum aktuellen Stand, dass die Kontrollläufe allenfalls eine nasskalte Variante bevorzugen, bei der Schneefall, bzw. die Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen ab dem 15./16. Januar herum zur Option stehen.

Die Großwetterlage stellt sich an diesem Wochenende um und noch ist nicht klar, welche Auswirkungen das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum haben wird. Es ist davon auszugehen, dass die Wettermodelle in den kommenden Tagen noch mehrfach in die eine oder andere Richtung umschwenken können. Als relativ gesichert gilt aber ein für die Jahreszeit zu milder Zeitraum bis zum 13. Januar. Interessant sind die Berechnungen der Wettermodelle aber allemal, zudem beide Varianten nicht gerade einen stabilen Polarwirbel berechnen.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 7. Januar gegen 13:00 Uhr.

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