Wann kommt der Winter wieder? Das ist eine der derzeit am häufigsten gestellten Frage an uns. Die zweite Frage, die unsere Leser beschäftigen ist: kommt der Winter überhaupt noch in der Saison 2017/18? In den kommenden Januar-Tagen beruhigt sich das Wetter erst einmal und zum Wochenende sorgt ein Hochdruckgebiet über dem skandinavischen Raum für so etwas wie eine Veränderung der Großwetterlage. Das ist ein Versuch den für Winterfreunde so gnadenlosen Westdrift etwas entgegenzusetzen. So dreht die Grundströmung auf östliche Richtungen und führt - zumindest nördlich der Linie von Köln und Dresden - etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland, welche über dem Norden nahe der 0 Grad Grenze und über dem Süden meist zwischen +5 bis +10 Grad herum pendeln. Nein, Winterwetter sieht - trotz der Ostströmung - anders aus.

Aber dann…dann kommt der Winter?

Das kommt darauf an, wie sich das Hochdrucksystem nördlich, bzw. östlich von Deutschland verhalten und positionieren wird.

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Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so schwenkt dieses um und berechnet das Hochdrucksystem über dem westlichen Russland und Skandinavien im Zeitraum vom 7. bis 15. Januar stabiler, was Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich einer schwachgradientigen Wetterlage bringt. Was das bedeutet? Östliche Grundströmung, wechselnde Bewölkung, teils zähe Nebel- oder Hochnebelfelder bei einer geringen Niederschlagsneigung. Da aber über dem Kontinent durch den Westdrift der vergangenen Tage keine Kälte vorhanden ist, kann diese auch nicht nach Deutschland geführt werden. Nichtsdestotrotz sind in den Nächten frostige Werte und tagsüber mit -2 bis +5 Grad nasskalte Temperaturen zu erwarten. Die kühleren Temperaturen werden über dem Norden berechnet.

Erst im Zeitraum vom 15. bis 20. Januar steht ein weiterer Wetterwechsel nach dem amerikanischen Wettermodell bevor, welcher die Tiefdruckaktivität wieder aufleben lässt. Da aber über Neufundland ein Tiefdrucksystem berechnet wird, verlagert sich der Kaltluftzustrom weiter nach Osten, was über Deutschland eine nasskalte Nordwestwetterlage zur Folge haben kann. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen wären nicht auszuschließen und die Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen nach diesen Berechnungen möglich.

Das europäische Wettermodell berechnet den Konflikt zwischen dem aktiv-dynamischen Atlantikwetter und dem Hochdrucksystem über Skandinavien und den westlichen Russland. Das Finale wird zur Monatsmitte und auch zur Winterhalbzeit am 15. Januar berechnet. Ein kräftiges Tiefdrucksystem mit 955 hPa über England sieht sich einem Hochdrucksystem mit 1030 hPa über dem westlichen Russland gegenüber. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten. Interessant aber ist, dass das Azorenhoch durch die Tiefdruckaktivität bei England weit nach Westen ausweicht und das Grundmuster im Ansatz meridionalisieren lässt.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Was bedeutet das für den Winter?

Noch nichts. Zu konträr sind die Berechnungen und im Mittel deutet vieles zunächst einmal auf ein ruhige Wetterlage bis zum 13. Januar hin. Da aber die Wettermodelle weiterhin unterschiedliche Berechnungen haben, bleiben die Entwicklungsmöglichkeiten vielfältig. Plausibel erscheint zum heutigen Stand eine nasskalte Wetterphase. Die Kontrollläufe berechnen im Zeitraum vom 5. bis 10 Januar über dem Süden eine Temperaturentwicklung, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +4 bis +7 Grad zu warm sein kann. Über dem Norden wird der Temperaturüberschuss mit +3 bis +5 Grad etwas geringer berechnet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das erste Januar-Drittel viel zu warm ausfallen wird, denn die bereits vergangenen Januar-Tage haben einen Überschuss von rund +5,8 Grad vorzuweisen.

Darüber hinaus berechnen die Kontrollläufe einen Temperaturabschwung, welcher sich im Zeitraum vom 10. bis 20. Januar dem Jahreszeit-typischen Wert annähert aber immer noch leicht zu warm sein kann. Das Temperaturspektrum schwankt im Bereich von -4 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +2 bis +4 Grad. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gehört zu den kühleren Varianten.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 04.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Die nächste Aktualisierung der Wettervorhersage Winter erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle mit einer Zusammenfassung der Simulationen vom Tage und dem Blick auf die Randfaktoren.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:02 Uhr
Beide Wettermodelle berechnen zwar weiterhin die Hochdruckausbildung über dem skandinavischen Raum, jedoch wird die Position im weiteren Verlauf zunehmend östlicher Berechnet, was eine winterliche Relevanz über Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend unwahrscheinlich macht. Zwar können die Temperaturen mit einer östlichen Grundströmung weiter zurückgehen, aber Tageswerte von -1 bis +4 Grad über dem Norden und +3 bis +7 Grad über dem Süden sind eben nicht winterlich. Allenfalls in den Nächten ist hier und da einmal mit etwas Nachtfrost zu rechnen.

Deutschland verbleibt nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells bis zum 15. Januar weitgehend im Einflussbereich eines schwachgradientigen Umfeldes, was neben Sonnenschein auch zähe Nebel- und Hochnebelfelder zur Folge haben kann. Die Niederschlagsneigung ist als schwach zu bewerten. Aber zur Monatsmitte zeigt sich über dem europäischen Nordmeer die Ausbildung eines weiteren Hochdrucksystems, während zur gleichen Zeit die atlantische Tiefdruckrinne versucht, sich bis nach Deutschland durchzusetzen. Die Optionen reichen von "Vollwinter" über Grenzwetterlage bis hin zu einer weiterhin anhaltenden Westdrift.

Das europäische Wettermodell bleibt indes seiner Variante von heute Morgen treu und berechnet den "Kampf um die Vorherrschaft" beim Wetter zwischen einem Islandtief und dem Kontinentalhoch direkt über Deutschland und Skandinavien. Daraus könnten sich spannende Wetterentwicklungen ergeben, da die atlantische Frontalzone weit südlich verläuft und sich über dem östlichen Kanada ein Hochdrucksystem in Richtung Grönland ausbildet.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Kontrollläufe: erst warm, dann normal
Bestätigt wird, dass der Zeitraum vom 8. bis 11. Januar relativ mild ausfallen soll - insbesondere über dem Süden von Deutschland. Darüber hinaus zeigt sich aber ein signifikanter Abwärtstrend und zum 15. Januar gibt es mehrere Varianten, welche ein deutlich kühleres Szenario berechnen. Anders formuliert ist dieses Hoch über dem europäischen Nordmeer gar nicht so abwegig.

Ein Blick auf die Randfaktoren des Winters
Der AO-Index wird in den kommenden Tagen erst einmal negativ berechnet und hat bis zum 15. Januar eine neutrale Entwicklungstendenz. Ob er sich dann positiv oder negativ entwickeln wird, ist nicht abzuschätzen. Zum aktuellen Stand gibt es Entwicklungen in beide Richtungen. Der NAO-Index hat aber weitgehend einen leicht positiven Entwicklungstrend. Was das bedeutet? Nordwestwetterlagen sind ebenso wahrscheinlich wie Westwetterlagen. Sollte sich der Polarwirbel instabil verhalten (negativer AO), dann wären auch noch weitere Optionen gegeben. Zum Ende des zweiten Januardrittels wird mal ein kräftigeres Minor-Warming berechnet, was aber zum derzeitigen Stand noch keine Auswirkungen auf den Polarwirbel haben wird. Bleibt aber interessant, da dies gegenüber gestern stärker simuliert wird.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 6. Januar gegen 13:00 Uhr.

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