Wetter Winter 2017/2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2017/2018 aktuelle Wetterprognose vom 04.01.2018 - Skandinavienhoch oder Westdrift?

Am heutigen 4. Januar sind über dem Süden mit ergiebigen Dauerregen teils unwetterartige Niederschlagsmengen zu erwarten. Zum Wochenende hin aber dreht die Grundströmung auf östliche Richtungen und führt im Schwerpunkt über dem Norden auch kühlere Luftmassen nach Deutschland. Da aber der Westdrift bislang ganze Arbeit geleistet hat, fehlt über dem osteuropäischen Raum die Winterkälte. In Folge daraus ist tagsüber weiterhin mit Plusgraden und in den Nächten über Norddeutschland mit leichtem Nachtfrost zu rechnen. Zwar sind am Sonntag auch leichte Schneefälle nördlich der Mittelgebirge teils bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen, mit Winterwetter hat das aber wenig gemeinsam. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Januar.

Sture Wettermodelle

Wird das jetzt was mit dem Skandinavienhoch oder setzt sich erneut der Westdrift durch? So eindeutig lässt sich auch heute die Frage nicht beantworten und vieles deutet auf einen Kompromiss hin. Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so baut sich im Zeitraum vom 7. bis 13. Januar ein Hochdruckgebilde über dem skandinavischen Raum auf, welches über Deutschland, Österreich und der Schweiz für gradientenschwache Wettervorgänge sorgen kann. So ist mit einer überwiegend schwachen und östlich orientierten Grundströmung ein Wechselspiel aus zähen Nebel- und Hochnebelfelder, wechselnder Bewölkung und etwas Sonnenschein zu rechnen. Zwischendurch sind hin und wieder auch leichte Niederschläge möglich, welche bei Tageswerten von +4 bis +8 Grad eher ein nasskalten statt winterlichen Wettercharakter zur Folge haben kann. Allenfalls in den Nächten ist bei Aufklaren mit leichtem Frost zu rechnen.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum stabiler und kann sich in seiner Position auch besser gegen die anrennenden atlantischen Tiefdrucksysteme standhalten. So ist auch hier im Zeitraum vom 7. bis 14. Januar mit einer Ostströmung zu rechnen, welche im Gegensatz aber zum amerikanischen Wettermodell die Temperaturen näher an die 0 Grad Grenze führen kann. Verbreitet ist auch Dauerfrost möglich. Aber auch hier gilt, dass die Niederschlagsneigung eher schwach ausgeprägt ist.

Kompromisslösung

Nur allzu gerne wünscht man sich beim Wetter eine klare Entscheidung: warm oder kalt, Sonne oder Regen. Aber wie im realen Leben auch, spielt sich häufiger alles in einer Grauzone ab - es gibt eben nicht immer nur Schwarz oder Weiß. War das amerikanische Wettermodell in den letzten Tagen noch voll auf Westdrift getrimmt, so nähert sich die Berechnung langsam dem europäischen Wettermodell an, bevor zur Monatsmitte erneut der Westdrift durchbrechen könnte. Zu stark wird die Kaltluftzufuhr über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland berechnet, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik unentwegt auf hohem Niveau hält.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Das europäische Wettermodell hat da schon etwas mehr entgegenzusetzen. Schaut man sich aber hier die Berechnungen des Polarwirbels zum 14. Januar an, so kann man schon erahnen, was passieren wird. Eine heftiges Aufeinander-prallen von sehr kalten und sehr warmen Luftmassen bei Neufundland. Interessant ist, dass sich das Azorenhoch weit nach Norden vorwagt und somit die Situation dort noch verschärft. Die Wellenbewegung entlang der Polarfront ist aber unverkennbar, was meridionale Wetterlagen nicht grundsätzlich ausschließt.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Wie sieht eine Kompromisslösung aus?

Der Blick auf die Kontrollläufe zeigt, dass kältere Varianten gegenüber den letzten Tagen zugenommen haben. So festigt sich langsam ein Trend, welcher in Richtung nasskaltes Wetter geht. Der Mittelwert der Temperaturen in knapp 1.400 Meter Höhe liegt im Zeitraum vom 10. bis 15. Januar zwischen -2 bis -3 Grad. Damit Schneefall bis in mittlere Lagen möglich ist, sollten die Höhentemperaturen um -4 bis -5 Grad und für Schneefall bis in tiefere Lagen um die -7 Grad liegen. Das zeigt, dass die Prognosen derzeit weit entfernt von deutliche zu warmen Wetter, aber eben auch von einer hoch winterlichen Wetterphase sind. Dabei bewegt sich der Temperaturmittelwert der Kontrollläufe mit +0 bis +3 Grad knapp um den vieljährigen Mittelwert. So extrem sind die Temperaturen also nicht zu bewerten. Das Temperaturspektrum zeigt aber bspw. am 15. Januar mit -8 bis +9 Grad, was alles noch an Möglichkeiten gegeben ist.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 04.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Anders die Situation in den USA, wo in den kommenden Tagen noch weitere kräftige Schneefälle bis hin zu sog. Blizzards (Winterstürme) zu erwarten sind. Dass man dabei aber auch seinen Spaß haben kann, zeigt der Blizzard aus dem Jahre 2015.

Ohne Frage, die Wetterentwicklung bleibt weiterhin spannend und eine Veränderung der Großwetterlage steht zur Diskussion. Ob die Wettermodelle bis heute Abend eine klare Linie gefunden haben, klären wir gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

Update der Wetterprognose Winter von 20:02 Uhr
Das amerikanische Wettermodell bleibt seiner Philosophie treu. Daran hat sich weder heute Nachmittag, noch heute Abend etwas in den Berechnungen verändert. So strebt der hohe Luftdruck zwischen dem 7. und 9. Januar nach Norden auf, verlagert sich aber bis zum 13. Januar über das östliche Europa. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in diesem Zeitraum in einem schwachgradientigen Umfeld, was neben zähen Nebel- und Hochnebelfelder eine nur geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit und auch sonnige Momente zur Folge haben kann. Die Temperaturen pendeln meist um die +5 Grad Marke herum.

Im weiteren Verlauf setzt sich kurzzeitig wieder der Westdrift mit Wind und Regen durch, bevor das ganze System - ebenso kurzzeitig - um den 18. Januar herum meridionalisieren kann. Anders formuliert: wenig winterlich, eher nasskalt.

Das europäische Wettermodell bleibt seiner Variante aber auch treu und berechnet das Hochdrucksystem über Skandinavien nördlicher und weitet seinen Einfluss zum 12. Januar weiter nach Westen aus. Mit anderen Worten bleibt die östliche Grundströmung nach den Simulationen des europäischen Wettermodells erhalten, was zum Beginn des zweiten Januardrittels die Temperaturen in die Nähe der 0 Grad Grenze absinken lassen kann. Man sieht aber auch, welchem "mächtigen Klops" dem Hochdruckgebiet gegenübersteht. Weich das Hoch nur wenige hundert Kilometer nach Osten aus, so gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die milde Vorderseitenanströmung der atlantischen Frontalzone. Spannend, zumal das auf ein Hop oder Top hinausläuft! Aber wie schon so oft wiederholt: "mild gewinnt häufig".

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell: die Ost-West Strömung bleibt hier zunächst noch stärker berechnet © www.meteociel.fr


Kontrollläufe wenig winterlich
Hatten die Kontrollläufe heute Morgen noch vermehrt auch kältere Varianten zu bieten, so ist heute Abend eine einheitliche Tendenz festzustellen. Das Temperaturniveau wird im Zeitraum vom 8. bis 11. Januar relativ hoch bewertet und sinkt darüber hinaus kontinuierlich in den Jahreszeit-typischen Bereich ab. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ist in den Kontrollläufen ganz gut eingebettet. Eine hochwinterliche Wetterlage lässt sich hieraus aber nicht ableiten.

Ein Blick auf die Randfaktoren des Winters
Der AO-Index wird in den kommenden Tagen erst einmal negativ berechnet und hat in der bis zum 15. Januar eine neutrale Entwicklungstendenz. Darüber hinaus zeigt sich eine zunehmend positive Enzwicklung. Der NAO-Index wird bis zur Monatsmitte neutral und darüber hinaus positiv bewertet. Was bedeutet das? Hochwinterliche Wetterverhältnisse haben aktuell eine geringere Wahrscheinlichkeit. Minor-Warming? Zum Ende des zweiten Januar-Drittels zeigt sich Ansatzweise mal ein Minor-Warming, welches aber zum derzeitigen Stand keine Auswirkungen auf den Polarwirbel hat. Dieses gilt es aber in den kommenden Tagen mal näher zu betrachten, bzw. zu bewerten. Die zonalen Winde haben im letzten Januar-Drittel eine neutrale Tendenz vorzuweisen - aber auch das spricht nicht gerade für eine Schwächung oder Beeinflussung des Polarwirbels.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 5. Januar gegen 13:00 Uhr.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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