Nach dem Sturm von heute beruhigt sich das Wetter in den kommenden Tagen wieder etwas, wobei im Schwerpunkt über Baden-Württemberg und Bayern morgen noch Starkniederschläge zu erwarten sind und der Wind über weite Teile böig bleibt. Aber so kräftig wie heute wird der Wind bis zum 7. Januar wohl nicht mehr blasen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Januar 2018. Nichtsdestotrotz gilt es heute noch die aktuellen Warnhinweise zu beachten: Windprognose | Unwetterwarnungen | Warnlagenbericht

Veränderung der Großwetterlage?

Das amerikanische Wettermodell berechnete in den letzten Tagen stets die Hochdruckentwicklung über dem skandinavischen Raum. Statt dieses sich aber dort in seiner Position hätte festigen können, wurde es durch die kräftige Tiefdruckaktivität nach Osten weggedrückt. Daran hat sich heute nichts verändert. So ist im Zeitraum vom 9. bis 11. Januar mit einem überwiegend ruhigen Wettercharakter zu rechnen und die Temperaturen pendeln sich auf +4 bis +8 Grad ein. Winterwetter hat demnach zunächst einmal keine Chancen sich durchzusetzen.

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Erst im Zeitraum vom 12. bis 15. Januar zeigt sich erneut die Möglichkeit einer Hochdruckausbildung über dem europäischen Nordmeer, was mit entsprechender Tiefdruckaktivität über dem östlichen Skandinavien kühlere Luftmassen bis nach Deutschland, die Schweiz und Österreich führen könnte. So richtig nachhaltig ist das aber nicht und zum heutigen Stand wohl eher eine nasskalte Angelegenheit mit der Option auf Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen.

Europäisches Wettermodell stützt eine Veränderung des Zirkulationsmusters

Man könnte sagen, dass das europäische Wettermodell mit seiner Variante genauso stur wie das amerikanische Wettermodell ist. Denn auch hier hat sich in den letzten Tagen nur wenig verändert. Der Unterschied liegt in der Berechnung der Position des Hochdrucksystems. Nach dem europäischen Wettermodell positioniert sich das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum und festigt dort seine Position im Zeitraum vom 8. bis 13. Januar. Statt einer West- bis Südwestströmung ist ein östliches Zirkulationsmuster möglich, mit der sukzessive kältere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz transportiert werden können. Dauerfrost wäre in weiten Teilen von Deutschland ab dem 10. Januar möglich. Ob auch Schneefall möglich sein wird, bleibt abzuwarten - generell sind die Wahrscheinlichkeiten unter verstärktem Hochdruckeinfluss aber als gering einzustufen.

Winter…oder?

Leider gibt es nicht viel Neues zu berichten. Die Wettermodelle bleiben konträr in ihren Berechnungen zueinander und man muss weiter abwarten. Hop oder Top heißt die Devise und der Winter steht am Scheideweg. Betrachtet man die Kontrollläufe, so sind diese ebenfalls wenig aufschlussreich, sind aber in ihrem Mittelwert im ersten Januar-Drittel wärmer als der vieljährige Durchschnittswert. Erst ab der zweiten Januardekade zeigt sich ein langsamer, aber dennoch stetiger Abwärtstrend der Temperaturen, was den Winter einmal näher in Richtung der mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) bringen kann.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 03.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Man darf gespannt sein, welches Wettermodell sich anpassen wird. Aus diesem Grunde erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr ein kurzes Update der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:42 Uhr
Das amerikanische Wettermodell schwenkte im Tagesverlauf etwas um und berechnet den hohen Luftdruck in Form einer "Hochdruckblase" über dem skandinavischen Raum stabiler. In Folge daraus ergibt sich im Zeitraum vom 7. bis 15. Januar eine Strömungsmuster, welches aus östlichen Richtungen dominiert werden kann. Da aber die Kaltluftmassen über dem Kontinent fehlen, sinken die Temperaturen nur sehr langsam ab. Bspw. werden für den 14. Januar Tageshöchstwerte von +0 bis +4 Grad im überwiegend nasskalten Bereich berechnet. Im zunehmend gradientenschwachen Umfeld ergibt sich zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit für sie Ausbildung zäher Nebel- und Hochnebelfelder und die Niederschlagsneigung ist prinzipiell als gering einzustufen.

Anders bleiben die Berechnungen des europäischen Wettermodells, welches das Hochdrucksystem über Skandinavien im Zeitraum vom 7. bis 13. Januar stabiler berechnet und mit einer kräftigeren Ostströmung kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Dauerfrost bei einer leichten Niederschlagsneigung wäre nach dieser Simulation deutlich wahrscheinlicher als nach dem amerikanischen Wettermodell.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell: die Ost-West Strömung ist hier wesentlich signifikanter und stärker berechnet © www.meteociel.fr


Kaltluft muss weite Umwege in Kauf nehmen
Man sieht an der Simulation des europäischen Wettermodells sehr schön, welche Umwege die Kaltluft nehmen muss, um bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz zu gelangen. Aber immerhin bedeutet das auch, dass es durchaus Ansätze dafür gibt, dass bislang seit Weihnachten anhaltend westliche dominierte Strömungsmuster zu verändern. Ob das letztlich zu einem Hochwinter führen kann, bleibt abzuwarten. Dazu müsste sich auch die Zirkulation über Kanada verändern, was im Moment aber nicht zu erkennen ist.

Ein Blick auf die Randfaktoren
Der AO- und NAO-Index werden zum zweiten Januar-Drittel weiterhin zunehmend positiver berechnet. Was das bedeutet? Grundsätzlich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine West- bis Nordwestwetterlage. Im Grunde stützt das die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells erneut.
Die zonalen Winde in 30 km Höhe entlang des 65. Breitengrades bleiben bis auf weiteres positiv und erreichen im zweiten Januardrittel Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 km/h. Eine sog. QBO Ost-West Umkehr wird damit zunehmend unwahrscheinlicher. Ein kräftiges Minor-Warming, geschweige denn Major-Warming ist und bleibt nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Was folgt daraus? Randfaktoren, welche maßgeblich die Stabilität des Polarwirbels beeinträchtigen können, bleiben positiv und stützen eher eine Stabilität des Polarwirbels. Was lässt sich daraus ableiten? Der Hochwinter ist wohl nur durch das Skandinavienhoch machbar, andernfalls setzt sich der Westdrift durch.

Langfristmodell: Kleine Korrekturen
Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für den Winter eine kleine Korrektur gegenüber den letzten Tagen. Anstatt der Januar 2018 um +3 bis +4 Grad zu warm werden könnte, liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert nun im Bereich zwischen +2 und +3 Grad und nur noch über Teilen von Ostdeutschland bis +4 Grad. Der Februar 2018 wird mit einer Abweichung von +2 bis +3 Grad unverändert zu warm berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 03.01.2018


Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 4. Januar gegen 13:00 Uhr.

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