Wetter Winter 2017/2018 aktuelle Wetterprognose vom 29.12.2017 - Temperaturen sinken im ersten Januar-Drittel weiter ab - Chancen auf Winterwetter?

Turbulent bleibt das Wetter nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch im neuen Jahr sorgt die atlantische Tiefdruckrinne für einen aktiv-dynamischen Wettercharakter, welcher am 3. Januar auch für Starkwindereignisse sorgen kann. Die Temperaturen bleiben mit Werten von +4 bis +8 Grad bis zum 4. Januar in einem für die Jahreszeit zu milden Bereich. Bei einer regen Niederschlagsneigung schwankt die Schneefallgrenze zwischen 800 bis 1.500 Meter.

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Winterwetter oder milde Atlantikbrise?

Wie stehen die Chancen auf Winterwetter - kommt der Hochwinter oder setzt sich die atlantische Tiefdruckfront weiterhin durch? Die Wettermodelle geben zum aktuellen Stand darauf noch keine eindeutige Antwort, Ansätze unterschiedlichster Art sind aber vorhanden.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so wölbt sich das Azorenhoch zum 5. Januar nach Norden in Richtung Island auf und blockiert, bzw. stört zunächst einmal die atlantische Tiefdruckrinne. Bis zum 6. Januar baut sich über dem europäischen Nordmeer und Skandinavien ein autarkes Hochdrucksystem auf, so dass über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Tiefdrucksystem nach Süden abtropfen kann. So meridionalisiert das Strömungsmuster, was bei einer weiteren Stabilisierung des Hochdrucksystems über Skandinavien den Hochwinter zur Folge haben könnte. Gelingt dies nicht, so kippt das Hoch nach Osten weg und die Tiefdrucksysteme nehmen wieder mehr Einfluss auf das Wetter.

Aktuell berechnet das amerikanische Wettermodell eine Zwischenlösung, bei der im gradientenschwachen Umfeld die Temperaturen ab dem 6. Januar in Richtung des Gefrierpunktes absinken können und Schneefall bis in tieferen Lagen nicht ausgeschlossen werden kann. Winterlich würde es nach diesen Berechnungen wohl aber erst ab ca. 300 bis 500 Meter werden können.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell im Januar © www.meteociel.fr

Die Berechnungen des europäischen Wettermodells simulieren das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum nicht, zeigen aber nach dem 7. Januar ein zunehmend gradientenschwaches Umfeld, was die Temperaturen auf +0 bis +4 Grad absinken lassen könnte. Nicht winterlich, eher nasskalt.

Winter hat Potential

Geht es nach den Kontrollläufen, so zeigt sich zum Jahresbeginn ein Auf und Ab der Höhentemperaturen, was im Grunde eine lebhafte Westwetterlage bestätigt (warme Vorderseite und kühle Rückseite im raschen Wechsel). Darüber hinaus pendelt sich der Mittelwert auf ein Jahreszeittypisches Niveau ein und sinkt nach dem 7. Januar in den leicht zu kühlen Bereich ab. Das zeigt, dass Winterwetter nach dem 5./6. Januar zum aktuellen Stand wahrscheinlicher wird. Zwar gehört die Simulation des amerikanischen Wettermodells zu den kälteren Varianten, aber die Anzahl der winterlichen Varianten nimmt von Simulation zu Simulation zu.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 29.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassung:

Der Winter steht erneut am Scheideweg. Gelingt es zum 5./6. Januar das Strömungsmuster und damit die Großwetterlage nachhaltig in Richtung Winter zu kippen, oder bleibt die westliche Grundströmung mit einem überwiegend westlich orientierten Strömungsmuster erhalten? Eindeutig lässt sich die Frage zum aktuellen Stand noch nicht beantworten, der Trend geht jedoch in Richtung winterliche Wetterverhältnisse ab den mittleren Lagen.

Was die Wettermodelle im Tagesverlauf berechnet haben, was das Langfristmodell für die verbleibenden Wintermonate Januar und Februar berechnet und wie die Randfaktoren sich entwickelt haben, klären wir heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle in einer kurzen Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 21:04 Uhr
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Abend für die Silvesternacht einen nachlassenden Wind bei Temperaturen von +4 bis +8 Grad

Das Wetter bleibt im neuen Jahr turbulent
Beide Wettermodelle berechnen zudem die ersten Januartage recht lebhaft. So übt die atlantische Frontalzone voll ihren Einfluss auf Deutschland, Österreich und die Schweiz aus und macht eine winterliche Wetterlage unterhalb etwa 1.000 Meter wenig wahrscheinlich. Stattdessen sind im Zeitraum vom 3. bis 5. Januar Starkwindereignisse und reichlich Niederschläge zu erwarten.

Winterliche Wetterverhältnisse frühestens ab dem 5. Januar
Heute Nachmittag berechnete das amerikanische Wettermodell eine Variante, welche einen nachhaltigen Wintereinbruch bis in tiefere Lagen hätte ermöglichen können. Heute Abend ist es eher ein Misch-Masch aus warmer Vorder- und kühler Rückseitenanströmung. Ein blockierendes Hochdrucksystem, welches zur Wetterberuhigung beitragen könnte, fehlt aber in den Simulationen vom Abend.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hier wird nun das Skandinavienhoch zum 6./7. Januar berechnet.

Polarwirbel neigt wieder zu einer schwächeren Phase
Egal, was die Wettermodelle derzeit noch alles berechnen werden, es zeigt sich aber so langsam, dass ein Wetterumschwung zum 5. Januar zunehmend wahrscheinlicher wird. Ob dieser dann winterlich ausfallen wird, bleibt abzuwarten. Schaut man auf die Entwicklungen des Polarwirbels, so wird dieser zunehmend von Hochdrucksystemen "gepiesackt", wie es Anfang Dezember schon mal der Fall war - er neigt in seiner Entwicklungstendenz wieder zur Instabilität. Gestützt wird diese Entwicklung vom AO-Index, welcher Anfang Januar zunehmend in den negativen Bereich hinein berechnet wird. Was ist der AO-Index? Stark vereinfacht gibt er Auskunft über den Zustand des Polarwirbels. Negativ bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit von Wellenbewegungen entlang der Polarfront, was meridionale - und damit Trogwetterlagen - wahrscheinlicher macht.

Kontrollläufe: kältere Varianten nehmen zu
Der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe liegt nach dem 5. Januar im Jahreszeit typischen Bereich und hätte winterliche Wetterverhältnisse ab den mittleren Lagen von 400 bis 600 Meter zur Folge. Interessant aber ist, dass deutlich kältere Varianten im Tagesverlauf zugenommen haben.

Wetterprognose Winter des Langfristmodells
Keine Veränderungen hingegen bei der Wetterprognose des Winters vom Langfristmodell. Die verbleibenden Wintermonate Januar und Februar sollen demnach gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +2 bis +3 Grad zu warm ausfallen.

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