Nach Weihnachten wird es in einigen Regionen oberhalb etwa 400 bis 600 Meter mal kurzzeitig winterlich werden können. Verantwortlich hierfür ist eine nordwestliche Grundströmung, welche ab dem 26. Dezember kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind dann bis in tiefere Lagen wieder möglich. Mit Winter ist das aber nicht gleichzusetzen - vielmehr mit nasskalten Dezemberwetter. Zum Jahresende wird es auch schon wieder spürbar wärmer und zum Start in den Januar 2018 kündigt sich schon das nächste Sturmtief mit Potential für unwetterartige Starkwindereignisse an.

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Winterwetter vorerst nicht in Sicht

Tiefwinterlich verschneite Landschaften werden wohl nur in höheren Lagen zu sehen sein. Darunter bleibt es grün bis braun. Dafür sorgt das Zirkulationsmuster, welches recht stringent von West nach Ost verläuft. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen Anfang Januar nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells am südlichen Rand der atlantischen Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland bis nach Skandinavien erstreckt. Ist diese erst einmal in Gang gesetzt (was heute geschieht), hat sie häufig eine Dauer von 7 bis 14 Tagen. So liegt der frühestmögliche Zeitraum für eine Veränderung Ende Dezember, bzw. erst im ersten Januar-Drittel. Deutlicher zeigt sich die eingefahrene Situation in der nachfolgenden Berechnung des europäischen Wettermodells von Polarwirbel Anfang Januar.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung des Polarwirbels nach dem europäischen Wettermodell Anfang Januar © www.meteociel.fr

Deutet etwas auf einen Wetterwechsel Anfang Januar hin?

Nicht wirklich, zumindest nicht zum aktuellen Stand. Zwar gibt es hin und wieder überraschende Varianten, aber so richtig etwas mit nachhaltigem Winter haben diese nichts gemeinsam. So berechnet das amerikanische Wettermodell im ersten Januar Drittel ein recht imposantes Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa. Das hätte Potential, den Druck der Tiefdrucksysteme vom Atlantik her zu blockieren und es zeigt sich im Polarwirbel ein Muster, welches den Kältepol von Kanada und Grönland weg transportiert. Ob diese Berechnungen tatsächlich so eintreten, darf bezweifelt werden. Interessant ist jedoch, dass das amerikanische Wettermodell in den letzten Tagen vermehrt Varianten berechnet, welche die Kaltluftzufuhr in Richtung Neufundland abschwächen, oder gar auch zum Erliegen bringen könnte.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell Anfang Januar © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: wenig winterliche Aussichten

Die Höhentemperaturen sinken nach Weihnachten ab und steigen zum Jahresende in einen Bereich an, welcher für die Jahreszeit etwa um 2 bis 5 Grad zu warm ist. Deutlicher zeigt sich ein zu warmes Verhältnis im nachfolgenden Diagramm.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 24.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Was machen die Randfaktoren

Unauffällig und wenig Richtungsweisend, im Trend bestätigt sich aber ein für die Jahreszeit zu warmer Wetterabschnitt bis in das neue Jahr hinein.

Winterprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell führt seine Simulationen seit dem Sommer unbeirrt fort und berechnet in seiner heutigen Wetterprognose einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert viel zu warmen Winter. Aktuell hat der Dezember eine Temperaturabweichung von +1,2 Grad, welche in den kommenden Tagen noch weiter ansteigen sollte. Für den Januar 2018 wird eine Abweichung von +2 bis +4 Grad und für den Februar von +2 bis +3 Grad berechnet. Rechnet man das Maximum aus, so könnte die Wintersaison um +2,8 Grad und im Minimum um +1,8 Grad zu warm werden. Aber auch das Langfristmodell kann sich irren (s. Januar 2017).

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 24.12.2017

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