Wer hier häufiger mit liest, der kennt unseren Spruch: Mild gewinnt immer. Zwar stimmt das in 2017 nicht ganz und "immer" müsste man durch "öfter" ersetzen, aber hinsichtlich der kniffligen Wetterentwicklung sind nach der aktuellen Wetterprognose Dezember 2017 die Würfel gefallen.

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Milderung setzt sich durch - Winter verlagert sich auf mittlere bis höhere Lagen

Bevor es milder wird, steht ein für den Süden winterliches Adventswochenende mit Schnee und Dauerfrost bevor, welches über dem Norden für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sorgen kann, aber die Temperaturen bleiben mit leichten Plusgraden meist im nasskalten Bereich.

Das Tiefdrucksystem zieht zum Start und die neue Woche etwas nördlicher und verzögert seine Dynamik vor Deutschland etwas, so dass Vorderseitig genügend Zeit bleibt, um aus südwestlichen Richtungen milde Luftmassen nach Deutschland zu führen. An sich eine knappe Kiste, bei der wenige hundert Kilometer zwischen Vollwinter und nasskalten Wetter entschieden hätten. Aber so sehr die Winterfans das bedauern mögen, der Winter legt in 2017 schon einmal ordentlich vor und zum 21. Dezember ist der kalendarische Winteranfang. Nichtsdestotrotz sorgt die Milderung bis zur Wochenmitte für eine Schneefallgrenze von rund 1.000 Meter und Tageswerten von +2 bis +7 Grad.

Teils nasskalt, teils winterlich
Teils nasskalt, teils winterlich

Winter kommt wieder - aber nicht überall

Der Winter scheint im zweiten Dezemberdrittel am Scheideweg zu stehen. Erneuert sich die Trogwetterlage, oder setzt sich die atlantische Frontalzone gegen das Blockadehoch auf dem Atlantik durch und sorgt für eine nachhaltige Milderung? Schaut man sich die Simulationen beider Wettermodelle an, so wird man mit ein "entweder oder" nicht weiter kommen. Die Lösung liegt zum heutigen Stand in einer wechselhaften, windigen Nordwestwetterlage, bei der es mal milder, aber auch mal kälter werden kann. Mal ist Regen und mal ist Schneefall zu erwarten. Misch-Masch-Wetter, oder anders ausgedrückt - nasskaltes Dezemberwetter. Winterlich mit der Ausbreitung einer Schneedecke kann es durchaus ab den mittleren Lagen mal werden, aber der richtige Winter ist erst ab den höheren Lagen zu finden, wo im Übrigen auch eine gute Schneegrundlage für Weihnachten aufgebaut wird.

Schneeprognose: zeitweilig Winterlich, teils bis in tiefere Lagen

Schneeprognose bis 18. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 1 cm 0 bis 2 cm 0 bis 2 cm
Westen 0 bis 2 cm 2 bis 7 cm 4 bis 10 cm
Osten 0 bis 4 cm 2 bis 6 cm 6 bis 20 cm
Süden 0 bis 3 cm 0 bis 5 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen

Kontrollläufe: Optionen auf Schnee ab mittlere Lagen

Die Milderung zum 10./11. Dezember gilt als gesichert. Anschließend gehen die Temperaturen bis zum 14. Dezember wieder auf einen Bereich zurück, welcher für die Jahreszeit angemessen ist und verbreitet für nasskalte Witterungsbedingungen sorgen kann. Im Vorweihnachtszeitraum vom 14. bis 18. Dezember gehen die Temperaturen wieder auf Werte zurück, welche ab 400 Meter für Schneefall und die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen können.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 07.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Ob sich der Winter nun kurz vor Weihnachten durchsetzt, oder das das letzte Aufbäumen des Troges ist, bevor sich das Weihnachtstauwetter durchsetzt, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2017. Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an diese Stelle ein kurzes Update der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 19:56 Uhr
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Nachmittag und auch heute Abend für Mitte Dezember die erneute Ausbildung des Troges über Mitteleuropa.

Trog Mitteleuropa
Mit Hilfe des Troges ist eine deutlich zu warme Vorweihnachtszeit wenig wahrscheinlich. Zudem berechnen beide Wettermodell immer wieder die Ausbreitung des Troges und auch die Kontrollläufe stützen diese Variante mehrheitlich. Da aber die Kälte über Skandinavien fehlt, deutet vieles auf ein nasskaltes Wetterszenario hin.

Winterliche Vorweihnachtszeit ab den mittleren Lagen
So gehen die Temperaturen im Zeitraum vom 15. bis 20. Dezember nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells auf -2 bis +2 Grad über dem Süden und Osten und +0 bis +4 Grad über dem Westen und Norden zurück. Die Schneefallgrenze schwankt in diesem Zeitraum meist zwischen 300 bis 600 Meter, was ab den mittleren Lagen zur Ausbildung einer Schneedecke führen kann.

Kommt das Skandinavienhoch?
Zum dritten Mal hintereinander berechnet das amerikanische Wettermodell die Ausweitung des Azorenhochs kurz vor Weihnachten 2017 über den skandinavischen Raum. Sollte das eintreten, so hätte das Weihnachtstauwetter in 2017 kaum eine Chance, stattdessen wären an Heilig Abend Temperaturen um die 0 Grad zu erwarten. Das Problem hinsichtlich einer weißen Weihnacht wird aber sein, dass mit dem angedachten hohem Luftdruck kaum Niederschläge zu erwarten sind. Aber ich schweife ab und Weihnachten liegt für das Wetter noch in weiter Ferne. Da kann noch viel passieren.

AO- und NAO-Index im neutralen Bereich
Mit der Tendenz leicht negativ auszufallen. Auch das stützt eine hohe Wahrscheinlichkeit einer ausbleibenden und nachhaltigen Milderung. Gleichzeitig stützt das aber auch kein wirkliches Winterwetter über Deutschland. Berücksichtigt man nur diese beiden Werte, so wäre ein nasskaltes Wetter bis Weihnachten zu erwarten. Nichtsdestotrotz werden beide Werte gegenüber den letzten Tage etwas positiver berechnet. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Tagen bestätigen, so wäre mit einer Erholung des Polarwirbels kurz vor Weihnachten zu rechnen. So ganz vom Tisch ist das Weihnachtstauwetter also nicht!

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