Die Wetterprognose wird heute nicht einfach werden! Bis zum Sonntag ist nach der aktuellen Wettervorhersage Dezember 2017 alles in trockenen Tüchern. Das Sturmtief zieht heute über Deutschland hinweg und führt auf seiner Rückseite Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Schauer sollten bis Freitagnachmittag wieder bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen können. Am Samstag und Sonntag pendeln sich die Temperaturen auf etwa 0 Grad ein und zeitweilige Schneefälle sorgen ab ca. 200 bis 400 Meter für die Ausbreitung einer Schneedecke und winterliche Wetterverhältnisse. Örtlich können am Samstag auch kurze Wintergewitter nicht ausgeschlossen werden.

Winter oder Tauwetter: Randtief sorgt für Unsicherheiten

Am späten Nachmittag des 2. Advents zieht ein Tiefdrucksystem direkt über Deutschland hinweg und sorgt in der Höhe für die Zufuhr milder Luftmassen. Gegenüber den Simulationen der letzten Tage liegt die berechnete Zugbahn heute etwas nördlicher, so dass die Milderung zum Start in die neue Dezemberwoche in ganz Deutschland greifen könnte. Details bleiben hier aber noch abzuwarten. Das sog. Geopot liegt zwischen 115 und 125 bei Temperaturen von -2 bis +6 Grad in rund 1.200 Meter Höhe. Das hat eine errechnete Schneefallgrenze von 500 bis 1.200 Meter zur Folge. Zieht das Tief weiter südlicher, so können in der gleichen Höhe die Temperaturen auf -1 bis -4 Grad zurückgehen, was die Schneefallgrenze auf 200 bis 600 Meter absinken lassen kann. Entsprechend groß ist der Entwicklungsspielraum. Erfahrungsgemäß wird sich die Schneefallgrenze bei solchen Wetterlagen zwischen 600 bis 800 Meter einpendeln können.

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Teils winterliches Misch-Masch-Wetter

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells, so liegt Deutschland in der nun folgenden Vorweihnachtszeit bis zum 17. Dezember am südlichen Rand eines Troges, welcher von einem Tiefdrucksystem über Skandinavien aus gesteuert wird. Das Zirkulationsmuster ist über Deutschland, Österreich und der Schweiz nordwestlich orientiert, was in raschen Abständen Tiefdrucksysteme mit ihren Niederschlaggebieten über Mitteleuropa hin wegführt. Kurzzeitig kann es zwischendurch mal milder werden, die Temperaturen gehen aber im Vergleich zum Montag allgemein wieder etwas zurück und pendeln sich auf -1 bis +4 Grad in den Jahreszeit typisch nasskalten Bereich ein. Ab ca. 400 bis 600 Meter kann es richtig winterlich werden.

Schneeprognose: Winterlich ab den mittleren Lagen

Schneeprognose bis 17. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 3 cm 0 bis 4 cm 0 bis 4 cm
Westen 0 bis 2 cm 2 bis 7 cm 7 bis 25 cm
Osten 0 bis 4 cm 4 bis 8 cm 8 bis 30 cm
Süden 0 bis 4 cm 4 bis 8 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen.

Kontrollläufe: Das wird eine knappe Sache

Ob die Woche winterlich beginnt, hängt also von der Zugbahn des Tiefdrucksystems ab. Interessant ist, dass die Kontrollläufe am Montag eine Differenz der Höhentemperaturen von 10 Grad simulieren (-8 bis +2 Grad). Da ist also noch eine Menge an Möglichkeiten gegeben und wahrscheinlich läuft alles auf eine sog. Nowcastprognose hinaus.

Im Zeitraum vom 12. bis 17. Dezember pendelt sich der Mittelwert des Temperaturspektrums mit 0 bis +2 Grad auf einen für die Jahreszeit leicht zu kalten Bereich ein (wärmere Werte über dem Norden). Das unterstreicht noch einmal das Potential des Dezembers 2017, dass dieser gegenüber dem langjährigen Mittelwert als normaler Monat in die Wettergeschichte eingehen könnte. Aktuell liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,7 Grad im zu warmen Bereich. Das sollte heute noch weiter ansteigen, sich am Wochenende und darüber hinaus weiter normalisieren können. Entscheiden wird das Eintreffen oder Ausbleiben des Weihnachtstauwetter sein, dazu aber später in der Weihnachtswetterprognose mehr.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 07.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Winterprognose des Langfristmodelle

Es ist Zeit mal wieder einen Blick auf die unterschiedlichen Wetterprognosen der Langfristmodelle für die Wintersaison 2017/18 zu riskieren.

  • Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet die Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad zu warm. Für Österreich und die Schweiz liegt die Abweichung mit +0,5 bis +2 Grad etwas höher.
  • Das CFSv2 Modell berechnet den Winter 2017/18 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im Dezember normal bis leicht zu mild, den Januar 2018 mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm und den Februar mit +1 bis +2 Grad zu warm.
  • Das IRI-Modell berechnet die Wintersaison mit einer höheren Wahrscheinlichkeit normal.
  • Das METOffice simuliert eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent für einen zu warmen, von 20 bis 60 Prozent für einen normalen und 0 bis 20 Prozent für einen zu kalten Winterverlauf 2017/18.

Ja, der Winter mag vielleicht am Ende seiner Tage etwas wärmer als normal ausfallen. Dafür spricht auch die Statistik der letzten 20 Jahre. Aber die Winter verlaufen keinesfalls immer gleich und es gibt Zyklen. Die letzten Winter waren allesamt zu warm und ein kühlerer bis kalter Zyklus ist überfällig. Und so bleiben wir bei unserer Winterprognose: Der Winter 2017/18 wird anders verlaufen als die vorherigen und sicherlich auch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Die nächsten Aktualisierungen erfolgen gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Weihnachten 2017 und gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:00 Uhr
Der nasskalte Wettertrend von heute Nachmittag bestätigt sich auch in den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells von heute Abend. So wird das zweite Adventswochenende kurzzeitig winterlich, doch bereits zum Start in die neue Woche kann sich die Milderung nachhaltig bis in höhere Lagen durchsetzen und bis zum 12. Dezember anhalten.

Die Wetterküche "tobt"
Das Azorenhoch ist bis "obenhin" prall gefüllt mit warmer Luft. Gleichzeitig aber strömen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland kalte Luftmassen auf dem Atlantik. Die Begegnung von warmen und kalten Luftmassen sorgt für eine rege Tiefdruckentwicklung auf dem Atlantik. Wenn sich nun das Azorenhoch nicht steil als Atlantikblockade in Richtung Norden aufstellen kann, so könnte die Milderung in der kommenden Woche auch nachhaltiger werden.

In den aktuellen Berechnungen zeigt sich jedoch eine Erneuerung der Trogstruktur, wenngleich die Kaltluftmassen fehlen und das Ganze bis zum 17./18. Dezember eine für tiefe Lagen nasskalte Angelegenheit werden kann. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind zwar nicht auszuschließen, die Chancen auf Ausbreitung einer Schneedecke steigen aber erst im Vorweihnachtszeitraum vom 15. bis 20. Dezember für die mittleren Lagen wieder an.

Hauptlauf ganz gut eingebettet
Die Höhentemperaturen sinken am Wochenende auf bis -10 Grad ab, steigen in der neuen Woche auf bis +5 Grad an und sinken bis zum 18. Dezember auf -3 bis -6 Grad ab. Ab wann fällt Schnee? Grobe Faustregel: ab -4 Grad gibt es Schnee bis auf die mittleren Lagen und ab -7 Grad auch bis in tiefere Lagen. Gut möglich, dass es kurz vor Weihnachten noch etwas Schnee zu bestaunen gibt. Der Mittelwert der Kontrollläufe steigt im Übrigen nur kurzzeitig in den für die Jahreszeit zu warmen Bereich an. Überwiegend bewegt er sich um, bzw. knapp unter dem normalen Wert. Der Dezember 2017 hat also weiterhin ein hohes Potential normal bis zu kühl auszufallen.

Was macht der Polarwirbel?
Ein Indiz, dass die Trogwetterlage weite Teile des zweiten Dezemberdrittels beeinflussen könnte, zeigen auch die Berechnungen des Polarwirbels. Man erkennt sehr schön, wie die Hochdrucksysteme von Grönland und Sibirien aus in Richtung Polarwirbel vorstoßen und dabei das Azorenhoch anregen, sich nach Norden auszudehnen. Das hindert die atlantische Frontalzone an ihrem kompletten Durchbruch nach Osten und durch das fehlende Mittelmeerhoch ergibt sich der Freiraum für die Trogstruktur. Nur fehlt eben über Nordeuropa die Kaltluft, um den "Wintersack" zuzumachen.

Simulation Polarwirbel  vom 07.12.2017Amerikanisches Wettermodell: Simulation Polarwirbel vom 07.12.2017" © www.meteociel.fr

Typisch deutsches Winterwetter: AO- und NAO-Index überwiegend negativ
Der negative AO-Index stützt die These eines instabilen Polarwirbels in der zweiten Dezemberdekade. Zudem zeigt der NAO-Index keine großartigen Sprünge in die positive Richtung und ist überwiegend neutral mit der Tendenz leicht negativ auszufallen. Das spricht zusammenfassend im Zeitraum vom 14. bis 18. Dezember für eine nasskalte Nordwestwetterlage mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen.

QBO-Ost Umkehr?
Interessant sind und bleiben die Windgeschwindigkeiten in der sog. 10 hPa Fläche. Aktuell betragen die Windgeschwindigkeiten 72 km/h. "Normal" wären 108 km/h. Bis Weihnachten soll die Geschwindigkeit der zonalen Winde auf 54 km/h absinken. Die aktuelle Entwicklung liegt also unter dem, was für die Jahreszeit typisch wäre und lässt den Ansatz einer QBO-Umkehr in diesem Winter durchaus zu. Das ist aber erst dann soweit, wenn sich die Windgeschwindigkeit nachhaltig und für längere Zeit in die negative Richtung entwickelt. Der negative QBO kann den Polarwirbel gehörig abschwächen, was Trogwetterlagen und Polarwirbelsplits wahrscheinlicher macht. Aber so weit ist es noch nicht.

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