Entgegen den Befürchtungen der Winterfans entpuppt sich die Milderung in der neuen Dezemberwoche als eine nur vorübergehende Erscheinung. Verantwortlich für Temperaturen von +4 bis +8 Grad und örtlich bis +10 Grad ist ein Sturmtief bei England, welches auf seiner Vorderseite in der Höhe von rund 1.500 Meter sehr milde Luftmassen von +4 bis +6 Grad über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinweg führt. Entsprechend steigt die Schneefallgrenze an und die bereits vorhandene Schneedecke fängt an abzutauen. Weitere Details in der aktuellen Wettervorhersage Dezember 2017.

Sturmtief sorgt für Winterwetter

So eine Milderung muss aber nicht im Widerspruch zum Winter stehen. Vielmehr sorgt das Tiefdrucksystem mit seiner Verlagerung zum 7. Dezember nach Norwegen über Deutschland für ein erhöhtes Potential von Starkwindereignissen. Nach den aktuellen Simulationen sind Windgeschwindigkeiten von 50 bis 100 km/h möglich. Gleichzeitig stellt sich das Azorenhoch auf dem Atlantik steil nach Norden auf und im Verbund beider Wettersysteme werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt und die Niederschläge gehen ab dem 8. Dezember wieder bis auf tiefere Lagen in Schnee über. Winterwetter erscheint nach den aktuellen Berechnungen zum 2. Advent wieder möglich zu sein. Die Temperaturen werden zum heutigen Stand über dem Süden mit -4 bis 0 Grad im Dauerfrostbereich und über dem Norden mit +0 bis +4 Grad im nasskalten Bereich simuliert. Soweit stimmen die Wettermodelle mit ihren Berechnungen überein.

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Wie lange bleibt das Wetter winterlich?

Die Zirkulationsstruktur gleicht der einer Erhaltungsneigung und die Großwetterlage ist vom 8. bis 12. Dezember ganz ähnlich der Aktuellen. Auf dem Atlantik zeigt sich aber eine erhöhte Tiefdruckaktivität, welche ab dem 11. Dezember von einem Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland hervorgerufen wird. Daraus können sich zwei unterschiedliche Wetterentwicklungen ergeben.

  • In der Wintervariante blockiert das Azorenhoch die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und der Trog über Mitteleuropa sorgt im zweiten Dezemberdrittel für ein winterlichen Wettercharakter, wie er in Deutschland häufig vorkommt: Dauerfrost ab den mittleren Lagen und leichte Plusgrade in tiefen Lagen. Die große Kälte ist Aufgrund des nicht vorhandenen Kältereservoir über Skandinavien nicht möglich.
  • In der zweiten Variante kommt der Atlantik - so richtig - in Schwung. Das Azorenhoch flacht ab und ein Tiefdrucksystem nach dem anderen jagt in Richtung Europa. Das Spektrum erstreckt sich dabei zwischen einer nasskalte Nordwest-, einer gemäßigt milden West- und warmen Südwestwetterlage. Der frühestmögliche Zeitpunkt solch einer Umstellung wird für Mitte Dezember in Aussicht gestellt.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 03.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Kontrollläufe: Potential für Winter bis Mitte Dezember

Die Kontrollläufe berechnen mehrheitlich die Milderung der kommenden Woche, bei der die Temperaturen kurzerhand mal um 4 bis 7 Grad wärmer als der Jahreszeit typische Wert werden. Sinken aber schon 24 Stunden später um bis zu 10 Grad in einen Bereich ab, welcher gegenüber dem vieljährigen Mittelwert etwa um 5 Grad zu kalt ist. Diese Jahreszeitlich winterliche Temperaturentwicklung soll sich bis zum 13./14. Dezember halten können. Darüber hinaus gibt es zunehmend mildere Varianten, allerdings bewegt sich der Mittelwert gerade einmal auf den Jahreszeit typischen Wert zu. Anders formuliert ist eine Hitzewelle wie im letzten Dezember in diesem Jahr weniger wahrscheinlich.

Polarwirbel wenig stabilBerechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Instabiler Polarwirbel könnte den Winter bis Weihnachten verlängern

Blickt man in den Zeitraum über den 15. Dezember hinaus, so stellt man in den Simulationen des Polarwirbels fest, dass dieser weiterhin zu starken Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront neigt. Das alleine lässt noch keine Aussage darüber zu, ob es über Deutschland, der Schweiz oder Österreich kalt oder warm wird. Aber scheinbar schafft es die Erhaltungsneigung immer wieder den Zustrom kalter Luftmassen in Richtung Mitteleuropa aufrecht zu erhalten. Ob das so eintreten mag wie es auf der Karte Simuliert wird, bleibt abzuwarten. Sollte dies aber so eintreffen, müsste das Thema weiße Weihnachten 2017 ernsthaft diskutiert werden, was wir heute Nachmittag gegen 17:00 Uhr in einer weiteren Wetterprognose Weihnachten 2017 auch machen werden. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:30 Uhr an dieser Stelle mit einem Update der Winterprognose 2017.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:30 Uhr
Nach der kräftigen Milderung der kommenden Woche von Teils bis zu +10 Grad über den westlichen Landesteilen berechnen die Wettermodelle heute Abend zum kommenden Wochenende einen erneuten Wetterwechsel.

Der Sturm ist ein "Türöffner" für den Winter
Ohne Aktio keine Reaktio. Altbekannter Spruch aus der Statik, aber auch beim Wetter anwendbar. Das Sturmtief der kommenden Woche sorgt für den Warmluftschub auf seiner Vorderseite. Zieht es dann zum 8. Dezember weiter über Skandinavien, so folgt auf dessen Rückseite der erneute Zustrom arktischer Kaltluftmassen. So geht der Winter Anfang des zweiten Dezemberdrittels mit einer neuerlichen Trogwetterlage in die Verlängerung.

Winterlich bis in tiefere Lagen?
Geht es nach den Simulationen beider Wettermodelle, so hat die kommende winterliche Wetterlage mit Höhentemperaturen von -5 bis -9 Grad in ca. 1.500 Meter Höhe das Potential auch in tieferen Lagen für winterliche Wetterverhältnisse zu sorgen.

Wie viel Schnee ist möglich?
Bis zum 13. Dezember werden in den Simulationen von heute Abend in den tieferen Lagen Schneehöhen von 0 bis 4 cm, ab den mittleren Lagen von 2 bis 7 cm und ab den höheren Lagen von 10 bis 35 cm und an den Alpen von 20 bis 50 cm berechnet. Da bildet sich ab den höheren Lagen eine wunderbare Schneegrundlage für die Weihnachtsferien. Zum Vergleich: letztes Jahr lagen selbst bis an Weihnachten unterhalb etwa 2.000 Meter kein Schnee.

Winterwetter könnte länger andauernd sein Es zeigte sich schon seit dem Sommer mit dem Auf und Ab der Temperaturen und keiner beständigen Wetterlage. In diesem Jahr verlaufen die Großwetterlagen grundsätzlich anders. Auffällig ist und bleiben die Hochdrucksysteme in ungewöhnlichen Positionen. Sorgte das im Sommer und Herbst noch für zu warme Temperaturen, so startet der Winter mit dem Dezember definitiv zu kalt. Besonderes Merkmal ist hierbei die Trogwetterlage, welche sich zunehmend festigt und zu einer Art Erhaltungsneigung wird. Das ist für Freunde des Winterwetters insofern ein wichtiges Signal, als dass sich dir Grundströmungen im Polarwirbel anders einstellen, als wie bspw. in den letzten vier Jahren. Die Tiefdruckproduktion bei Neufundland kommt zwar in Gang, wird jedoch permanent durch ein Hochdrucksystem an ein Weiterkommen in Richtung Deutschland, Österreich und die Schweiz gehindert. In den Jahren zuvor lag das Hoch zwischen der Mittelmeerregion und dem östlichen Europa und sorgte somit für die sehr warme West- bis Südwestströmung. Aber eines ist auch klar: sollte der Atlantikblock fallen, so ist mit einer länger andauernden milden Wetterphase zu rechnen.

Blickt man auf den Polarwirbel, so zeigt dieser sich auch in den Simulationen von heute Abend unverändert instabil - und das bis zum 19. Dezember. Das ist zwar noch kein Garant für Winterwetter, macht dies aber grundsätzlich einmal wahrscheinlicher. Ein weiterer Fürsprecher für winterliche Wetterverhältnisse ist der AO- und NAO-Index, welche jeweils negativ, bzw. neutral mit Trend zu negativ berechnet werden. Was lässt sich daraus schließen? Eine nachhaltig warme West- bis Südwestwetterlage erscheint bis Mitte Dezember unwahrscheinlich.

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