Eine absolut turbulente und spannende Wetterwoche steht bevor. Zunächst gibt es am Sonntag über den Mittelgebirgen und auch südlichen Landesteilen nochmals Schneefall - teils bis in tiefer Lagen herab. Geht es nach der aktuellen Schneeprognose, so sind - je nach Höhenlage - 1 bis 6 cm Neuschnee möglich. Dann geht es zum Start in die neue Dezemberwoche etwas mit den Temperaturen nach oben, was über dem Norden für milde +4 bis +8 Grad und über dem Süden für nasskalte +1 bis 5 Grad sorgen kann. Stürmisch wird es wohl zum Nikolaus am 6. Dezember und zum kommenden Dezemberwochenende droht sogar schwerer Sturm! Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Dezember 2017.

Sturmtief bringt den Winter zurück

Ok, zugegeben, die Überschrift klingt reißerisch. Aber beide Wettermodelle berechnen zum 7./8. Dezember ein Tiefdrucksystem bei England, welches nach dem europäischen Wettermodell als Sturm- und nach dem amerikanischen Wettermodell auch als Orkantief interpretiert werden kann. So werden in der Windprognose zum kommenden Freitag und Samstag Windgeschwindigkeiten im Bereich von 30 bis 60 kt simuliert (50 bis 110 km/h). Zeitgleich zieht das Tiefdrucksystem am Wochenende weiter nach Osten und sorgt auf seiner Rückseite für die Zufuhr kühler Luftmassen.

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Das lässt die Schneefallgrenze rasch auf 300 bis 600 Meter absinken und könnte für ein erneut winterliches Gefühl (oder vorweihnachtliches) am 2. Advent sorgen. Aber es gibt noch Differenzierungen! Das europäische Wettermodell neigt vom 8. bis 12. Dezember zu einer nordwestlich orientierten Großwetterlage, da sich das Hochdrucksystem auf dem Atlantik nicht als Blockadehoch behaupten kann und somit der Nachschub an Tiefdrucksystemen vom Atlantik kommend gesichert ist. Nasskaltes Dezemberwetter bei Temperaturen von +1 bis +6 Grad wären die Folge hieraus.

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine schwache Hochdruckbrücke von den Azoren bis über das europäische Nordmeer, was den Nachschub an Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik blockiert und das Tiefdrucksystem über Mitteleuropa in aller Ruhe austrogen kann. Die Temperaturen könnten ab dem 9./10. Dezember verbreitet in den Dauerfrostbereich absinken - vornehmlich über den Südlichen Landesteilen, da über dem Norden noch der maritime Einfluss geltend gemacht werden kann.

Winter im zweiten Dezemberdrittel?

Derzeit sieht alles danach aus, als ob eine kurze - aber nicht nachhaltige Milderung - Deutschland, Österreich und der Schweiz bevorsteht und der Winter, bzw. winterliche Wetterverhältnisse, in der zweiten Dezemberdekade wieder zurückkehren können. Das stützt die These von weiße Weihnachten nur bedingt, da eine länger andauernde Milderung zwar nicht zwingend, aber zunehmend bevorsteht. Dazu gehen wir Morgen in einer Fortsetzung unserer Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2017 etwas näher ein.

Die Kontrollläufe bestätigen in der heutigen Wetterprognose mehrheitlich die Milderung zum 6./7. Dezember mit anschließendem Temperaturrückgang vom 8. bis 12. Dezember. Darüber hinaus normalisiert sich der Temperaturtrend. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Dezember zwischen -6 und +5 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Süden, 0 Grad über dem Westen und Osten und +1 Grad über dem Norden) und am 15. Dezember zwischen -6 und +8 Grad (Mittelwert: +1 bis +2 Grad). Der Mittelwert sollte jeweils ausreichend für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer teils bis in tiefere Lagen sein und für eine Ausbreitung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen sorgen können. Das zeigt, dass man nach den Kontrollläufen dem Winter näher als einer nachhaltigen Milderung ist.

Gilt das als gesichert? Nein! Zwar ist im Wettertrend eine erneute Trogwetterlage in der zweiten Dezemberdekade möglich, da die Wettermodelle aber noch differenzierte Darstellungen berechnen, ist noch eine gesunde Skepsis angebracht. Nach den Kontrollläufen bettet sich zwar das amerikanische Wettermodell ganz gut in den Mittelwert ein, bleibt aber nach hinten raus eines der kälteren Varianten. Veränderungen sind möglich.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 02.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Winterprognose 2017/18: Langfristmodell mit weiteren Korrekturen

Bei der fast schon winterlichen Witterung Anfang Dezember ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das etwas trägere Langfristmodell den aktuellen Berechnungen anpasst. So eine Korrektur bedeutet aber auch eine zunehmend höhere Wahrscheinlichkeit für ein Ausbleiben einer nachhaltigen Milderung. So wird der Dezember 2017 mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm berechnet. Das sah in den letzten Wochen mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad noch etwas anders aus. Unverändert aber bleiben die Wetteraussichten für den Januar und Februar 2018. Hier liegt die Abweichung - zum heutigen Stand - weiterhin bei warmen +1 bis +2 Grad.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 02.12.2017

In der Niederschlagsberechnung wird der Dezember zu nass, der Januar 2018 etwas zu nass und der Februar normal bis leicht zu trocken berechnet. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Winterprognose.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 19:50 Uhr
Aktuell gibt es hinsichtlich winterliche Wetterverhältnisse absolut spannende Simulationen der Wettermodelle, allen voran das amerikanische Wettermodell.

Erst windig, dann winterlich
Ein Sturmtief sorgt für die verschiedenen Gesichter des Wetters. Zunächst wird es zwischen dem 6. und 7. Dezember auf dessen Vorderseite relativ mild - örtlich können über dem Westen bis +10 Grad erreicht werden. Um so viel warme Luft nach Norden zu "pumpen" ist auch entsprechender Wind nötig, welcher von Mittwoch bis einschließlich Samstag für starke Windböen und über den Küsten von Nord- und Ostsee, sowie über exponierten Lagen auch für schwere Sturmböen sorgen kann.

Schon zum Freitag gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die kalte Rückseite des nach Osten abziehenden Tiefdruckkomplexes. So sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wieder bis auf tiefere Lagen herab möglich und ab den mittleren Lagen ist auch wieder mit der Ausbreitung einer Schneedecke zu rechnen.

Winterliche Wetterlage könnte länger anhaltend sein
Beide Wettermodelle berechnen im zweiten Dezemberdrittel eine neuerliche Trogwetterlage zum wiederholten Male, was diese auch zunehmend wahrscheinlicher macht. Aber auch die sog. Kontrollläufe ziehen mit und berechnen das Temperaturspektrum vom 8. bis 13. Dezember etwa um 3 bis 5 Grad unter dem Bereich, welcher für die Jahreszeit typisch wäre. Interessant sind dabei die Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, welche durchweg bei einem Mittelwert von -7 Grad liegen. Das sollte für Schneefälle bis in tiefere Lagen ausreichend sein. Ob der Schnee auch liegen bleibt, müssen die kommenden Simulationen zeigen. Die Wahrscheinlichkeiten sind ab Höhenlagen von 300 Meter für eine Einwinterung als günstig zu bewerten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 30.11.2017Polarwirbel bleibt "gestört" © www.meteociel.fr

Polarwirbel: kommt es zum Polarwirbelsplitt?
Immer wieder gibt es Berechnungen, welche von Sibirien aus über das polare Zentrum hinweg bis zu den Aleuten und Alaska ein Hochdrucksystem berechnen, welches den Polarwirbel spaltet (dipolare Wirbel). Das kommt zum Winterbeginn schon mal vor, häufiger ist das aber zum Ende des Winters zu beobachten. Eigentlich sollte der Polarwirbel langsam in Schwung kommen. Aber wie bereits seit Tagen beobachtet, findet der Prozess nicht statt. Stattdessen "piesacken" immer wieder Hochdrucksysteme den Wirbel. So bleibt die Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen erhalten - ob warm oder kalt spielt hier zunächst einmal eine untergeordnete Rolle.

Meteorologisches Unwort: Zonale Windumkehr - QBO
Ein Highlight für Winterfans ist die zonale Windumkehr der sog. 10 hPa Fläche entlang des 65 Breitengrades. Die aktuellen Berechnungen gehen davon aus, dass sich der Wert gegenüber seinem langjährigen Mittelwert und Schwankungsspektrum deutlich negativ entwickelt. Das könnte ein früher Indikator für eine weitere Instabilität des Polarwirbels sein. Noch ist es aber zu früh und in den kommenden Tage ist mehr in Erfahrung zu bringen. Spannend ist die Wetterentwicklung aber allemal und unterstreicht erneut: Der Winter 2017/18 wird anders verlaufen als wie in den Jahren zuvor!

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