Über den mittleren Lagen von Süddeutschland liegt örtlich schon bis auf 300 Meter herab eine dünne Schneedecke, welche in Höhenlagen von etwa 500 Meter auf bis zu 5 cm angewachsen ist. Etwas Schnee kommt heute noch hinzu, viel ist aber bis zum 1. Advent nicht mehr zu erwarten. Erst zum Start in die neue Dezemberwoche breitet sich über Süddeutschland wieder Schneefall aus und könnte den Berufsverkehr am Montag beeinträchtigen. Anschließend wird es auch über Süddeutschland milder, sodass sich der Wettercharakter in ganz Deutschland auf einen nasskalten Bereich angleicht.

Schneeprognose: Wie viel Schnee ist zu erwarten?

In der aktuellen Schneeprognose zeigt sich bis zum 4. Dezember eine Schneehöhe von 0 bis 0,2 cm etwa nördlich der Linie Köln und Dresden. Südlich der Mittelgebirge ist bis in tiefere Lagen mit 0 bis 2 cm, ab den mittleren Lagen mit 1 bis 6 cm und ab den höheren Lagen mit 5 bis 20 cm und in den Alpen mit 20 bis 60 cm zu rechnen. Frühwinter.

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Wetterlage stellt sich um

Bis zum 5. Dezember kann sich der Trog über Mitteleuropa einigermaßen behaupten und in tieferen Lagen für den nasskalten und den teils winterlichen Wettercharakter ab den mittleren Lagen sorgen. Ein Tiefdrucksystem dreht sich vom 5. bis 8. Dezember über England ein und sorgt auf seiner Vorderseite für die Zufuhr milder Luftmassen, was die Schneedecke bis auf höhere Lagen wieder abschmelzen lassen sollte.

Wie nachhaltig ist die Umstellung?

Das ist zum heutigen Stand die große Frage. Wird es zum zweiten Dezemberdrittel hin richtig mild und turbulent, oder erneuert sich der Trog und sorgt erneut für winterliche Wetterverhältnisse? Nach den aktuellen Berechnungen beider Wettermodelle wird es wohl auf ein Mischmasch hinauslaufen. Bspw. berechnet das amerikanische Wettermodell vom 6. bis 10. Dezember eine durchaus milde, windige und auch Niederschlagsreiche Süd- bis Südwestwetterlage. Anschließend zieht das Tief weiter nach Osten, während sich auf dem Atlantik das Azorenhoch wieder weit nach Norden als Blockadehoch aufstellen kann. So wäre vom 10. bis 15. Dezember wieder mit einer nasskalten Witterung in tieferen und winterlichen Wetterlage ab den mittleren Lage zu rechnen.

Ganz ähnlich sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Mild im Zeitraum vom 6. bis 8. Dezember, anschließend wieder nasskalt.

Normaler Dezember? Großer Entwicklungsspielraum!

Nach dem doch deutlich zu warmen November schickt sich das erste Dezemberdrittel dazu an, gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal auszufallen. Und sollte sich die nasskalte bis winterliche Wetterentwicklung in der zweiten Dezemberdekade einstellen können, so wäre auch hier eine Jahreszeit typische Temperaturen möglich.

So einfach ist das aber mit dem Mittelwert nicht. Zwar zeigt sich auch in den Kontrollläufen eine Normalisierung des Mittelwertes über den 8. Dezember hinaus, doch das Temperaturspektrum spricht mit einer Differenz von bis zu 16 Grad Bände! Zum Vergleich: für eine halbwegs vernünftige Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert. Und bereits zum 8. Dezember geht die Differenz weit auseinander. Da ist also noch einiges an Spielraum gegeben - auch wenn der Mittelwert für nasskaltes Wetter spricht. Die Simulationen des europäischen und amerikanischen Wettermodells gehören im Zeitraum vom 6. bis 10. Dezember zu den wärmeren und darüber hinaus zu den kühleren Varianten. Das zeigt, dass sich die Simulationen in den kommenden Stunden noch in die eine oder andere Richtung bewegen können.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 30.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Was da alles zusammenspielt und wie sich das Wetter in der Vorweihnachtszeit und evtl. auch an Weihnachten entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2017 und heute Abend erfolgt gegen 20:00 Uhr eine kurze Aktualisierung der Winterprognose 2017/18.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:00 Uhr
Die Berechnungen der Wettermodelle hinsichtlich der Milderung ab dem 5. Dezember wurden sowohl heute Nachmittag, als auch am Abend bestätigt. So wird der Wettercharakter vom 6. bis 8. Dezember über dem Süden nasskalt und über dem Norden mit +4 bis +8 Grad relativ mild.

Kontrollläufe bestätigen Milderung
Die kurze winterliche Episode ab den mittleren Lagen findet wohl ihr Ende, denn auch die Kontrollläufe bestätigen einen wärmer werdenden Temperaturtrend, welcher sich im Mittel dem Jahreszeit typischen Wert annähert. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 8. Dezember zwischen +0 bis +10 Grad bei einem Mittelwert von +4 Grad über dem Süden und +6 Grad über dem Norden.

Erhaltungsneigung oder Ausgleichsverhalten
Setzt sich eine nachhaltige Milderung durch, oder kehrt rasch die frühwinterliche Trogwetterlage wieder? Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 10. bis 16. Dezember weder eine winterliche, noch milde Wetterlage und endet in der Jahreszeit typischen Nordwestwetterlage, bei der in raschen Abständen Tiefdrucksysteme Deutschland überqueren. Zwar ist hin und wieder ein Trogansatz zu erkennen, jedoch ist die Tiefdruckdynamik auf den Atlantik zu hoch, als dass sich das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beruhigen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 30.11.2017Polarwirbel mit Konzentration auf Kanada und Grönland © www.meteociel.fr

Polarwirbel ist und bleibt der Taktgeber
Zwar ist die gezeigte Wetterkarte vom Polarwirbel wenig relevant, da sie den berechneten Zustand des Polarwirbels für den 16. Dezember 2017 zeigt und sich in den kommenden Tagen noch mehrmals verändern wird. Aber vor solch einer Konstellation der Kaltluftmassen sollten sich die "Winterfans fürchten". Zu sehr konzentriert sich die kalte Luft über dem kanadischen und grönländischen Raum, was das Azorenhoch weit nach Süden weg drückt. Der Weg für eine westlich orientierte Großwetterlage wäre demnach frei. Das entspräche in etwa dem Weihnachtstauwetter, wobei es auch erst einmal etwas geben muss, was tauen kann. Nichtsdestotrotz zeigt sich weiterhin ein wenig stabiler Polarwirbel, was im negativen AO-Index heute bestätigt wird. Der NAO-Index bleibt neutral mit der Tendenz leicht negativ auszufallen - das ist im Wesentlichen ein Fürsprecher einer gemäßigt milden Nordwestwetterlage im zweiten Dezemberdrittel.

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