Anfang Dezember sorgt eine nasskalte Witterung immer wieder für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer, welche in Lagen oberhalb etwa 300 bis 500 Meter auch liegen bleiben können. Das Wetter wird zunehmend winterlicher und in den Nächten werden verbreitet Temperaturen von -5 bis 0 Grad zu erwarten sein.

Schnee zum Nikolaus am 6. Dezember?

Schon der 1. Advent hat am 3. Dezember ein hohes Potential mit -2 bis +2 Grad über dem Süden verbreitet ein Wintertag mit Dauerfrost zu werden. Weiter nördlich sind die Werte mit -1 bis +3 Grad etwas milder, wird aber ausreichend sein, um sich den Glühwein auf den Weihnachtsmärkten noch besser schmecken zu lassen. Darüber hinaus bleibt der Trog über Mitteleuropa erhalten und sorgt bei Tageswerten zwischen +1 bis +5 Grad immer wieder für Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer, was in Lagen oberhalb etwa 400 bis 600 Meter die Schneedecke weiter ansteigen lassen kann.

Anzeige

So werden bis zum 6. Dezember in der Schneeprognose Schneemengen von 0 bis 2 cm in tieferen Lagen, 0,5 bis 5 cm in mittleren Lagen und 15 bis 50 cm in höheren Lagen, sowie 20 bis 80 cm an den Alpen simuliert. Weniger hoch liegen die Chancen auf Ausbreitung einer Schneedecke für den Westen und Nordosten, was sich in den kommenden Tagen aber noch ändern kann. So hat der Nikolaus in diesem Jahr tatsächlich die Möglichkeit mit dem Schlitten unterwegs zu sein.

Kippt der Trog?

Auch der stabilste Trog findet irgendwann sein Ende und schon in der Wetterprognose für Weihnachten 2017 wurde über die Folgen einer Milderung im zweiten Dezember-Drittel spekuliert. Nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells bleibt der Trog voraussichtlich bis zum 8./10. Dezember über Deutschland dominierend. Auf dem Atlantik aber kippt die Hochdruckachse zwischen den Azoren und Grönland weg und sofort nutzt ein Tiefdrucksystem die frei werdende Lücke und setzt sich bis zum 10. Dezember über Island fest. Die Hochdruckachse schwenkt über Mitteleuropa, was das Tiefdrucksystem auflaufen und die Temperaturen in der Höhe ansteigen lassen kann. Da das Hochdrucksystem über Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen könnte, ist eine Inversionswetterlage (oben warm, unten kalt) nach dieser Simulation nicht auszuschließen.

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hier liegt bis zum 7. Dezember das Tiefdruckzentrum über dem nördlichen Skandinavien. Gleichzeitig positioniert sich das Blockadehoch auf dem Atlantik zwischen Grönland, Island und England. Im Detail wird es darauf ankommen, ob das Tiefdrucksystem in dieser nördlichen Position bleibt, oder ob es weiter nach Süden austrogen kann. Bleibt es nördlich, so ist zum 6. Dezember mit einer Milderung zu rechnen. Gelingt die Initialisierung eines Alpen- oder Mittelmeertiefs, so würde sich der Trog erneuern und auch noch bis in das zweite Dezemberdrittel Bestand haben.

Kontrollläufe: winterliche Wetterverhältnisse ab den mittleren Lagen

Der Temperaturdurchschnitt liegt Anfang Dezember mit einem Mittelwert von etwa -1 Grad über dem Süden und +1 Grad über dem Norden um 3 bis 6 Grad unter dem Jahreszeit typischen Wert. Darüber hinaus steigt das Temperaturniveau wieder etwas an und liegt am 9. Dezember mit einem Mittelwert von +0 Grad über dem Süden und +1,5 Grad über dem Norden nur noch knapp unter dem langjährigen Mittelwert. Die Niederschlagsneigung ist vom 1. bis 5. Dezember als leicht erhöht und darüber hinaus als leicht bis mäßig erhöht einzustufen. Warme Varianten sieht man kaum und die milde Berechnung des amerikanischen Wettermodells ist nach den Kontrollläufen als eine der wärmeren Varianten zu bewerten. Anders formuliert: erste Dezemberdecke teils nasskalt, teils winterlich mit Trend zur Milderung in der zweiten Dezemberdekade.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 26.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Winterprognose Langfristmodell: mild

Das Langfristmodell bleibt - trotz der hohen Wahrscheinlichkeit einer zu kalten ersten Dezemberdekade - in seiner Wetterprognose zu mild. So sollen alle Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar 2018 um +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen. Allerdings zeigen sich auf den zweiten Blick die ersten Veränderungen, bei der bspw. über Skandinavien und dem westlichen Russland der Temperaturüberschuss im Dezember 2017 mit +0,5 bis +2 Grad deutlich geringer berechnet wird, als wie noch in den Wochen zuvor. Mit anderen Worten ausgedrückt wird sich mit einer stabilen Trogwetterlage das Langfristmodell noch anpassen müssen. Sollte der Trog aber bereits zum 5./6. Dezember sein Ende finden können, so könnte das Langfristmodell erneut ein früher Trendsetter sein.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 27.11.2017

Die Wetterentwicklung bleibt spannend und aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle ein kurzes Update der Winterprognose.

Anzeige

Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:04 Uhr
Der Trog über Mitteleuropa sorgt Ende November und Anfang Dezember in tieferen Lagen für einen nasskalten und etwa ab 400 bis 500 Meter für einen winterlichen Wettercharakter. Die Niederschlagsneigung ist Anfang Dezember als gering einzustufen, steigt aber zum 1. Advent am 3. Dezember an.

Wie lange bleibt der winterliche Trog erhalten?
Es kommt - wie immer - auf die Position eines Hochdrucksystems an. Dieses Mal sind es gleich zwei Hochdrucksysteme. Eines über dem westlichen Russland und Sibirien, das Zweite im Bereich zwischen Grönland und Island. Diese Hochdrucksysteme verstärken das meridionale Zirkulationsmuster und halten die Trogstruktur über Mitteleuropa aufrecht. Kippt eines der Hochdrucksysteme weg, wars auch um den Trog geschehen.

Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Nachmittag und heute Abend im Ansatz zwei Varianten. In der ersten Variante erholt sich der Trog nach einer kurzen Schwächephase zwischen dem 5./6. Dezember, bevor er dann zum 10. Dezember vollends zusammenbricht. In der zweiten Variante erhält sich die Trogstruktur, nur liegt Deutschland ab dem 9./10. Dezember auf der warmen Vorderseite. Zwei unterschiedliche Berechnungen mit dem gleichen Ergebnis - es wird zum Ende des ersten und zum Beginn des zweiten Dezember-Drittel wärmer.

Kontrollläufe: Amerikanisches Wettermodell ist zu warm
Um die Berechnungen hinsichtlich einer deutlichen Milderung besser einschätzen zu können, ist ein Blick auf die Kontrollläufe ganz sinnvoll. Hier zeigt sich durchweg ein Mittelwert, welcher bis zum 12. Dezember gegenüber seinem langjährigen Durchschnittswert um 1 bis 4 Grad zu kalt ist. Der sog. Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells gehört zu den wärmeren Varianten. Gut möglich, dass dieser in den kommenden Stunden kippt, oder eben der frühe "Trendsetter" ist. Die kommenden Tage werden das zeigen müssen.

Polarwirbel 27. November 2017 AbendsSimulation des amerikanischen Wettermodells © www.meteociel.fr


Geht das Winterwetter in die Verlängerung?
Der Polarwirbel hat weiterhin so seine Schwierigkeiten an Stabilität zu gewinnen, was sich recht deutlich in den Simulationen von heute Abend zeigt. Immer wieder preschen die beiden Hochdrucksysteme über Grönland und Sibirien in Richtung Polregion vor und "provozieren" regelrecht den Trog über Mitteleuropa. Entsprechend stark negativ sind die Berechnungen des AO-Index, welcher stark vereinfacht den Zustand des Polarwirbels widerspiegelt. Der NAO-Index verhält sich neutral und tendenziell negativ. Beides sind unterstützende Indikatoren für Trogwetterlagen. Man darf gespannt sein, wohin die Reise in Richtung Dezembermitte und Weihnachten wohl gehen wird.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen