Der Winter setzt sich bis Ende November zunächst mit nasskalten Temperaturen und einer stark schwankenden Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen durch. Der Grund für die kühle Witterung ist ein Trog über Mitteleuropa, welcher in Etappen weiter kühlere Luftmassen nach Deutschland führt.

Winterlich in den Dezember

Bis zum 1. Advent am 3. Dezember sinken die Temperaturen über Süddeutschland mit -4 bis +2 Grad weitgehend in den Dauerfrostbereich ab, während es nördlich der Linie von Köln und Dresden mit +0 bis +4 Grad nasskalt bleiben kann. Die Luftschichtung ist entsprechend labil, was bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken immer wieder zu Schneeschauern unterschiedlichster Intensität und oberhalb etwa 300 bis 500 Meter für die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen kann. Darüber sind sich beide Wettermodelle einig.

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Winterwetter: Trog bleibt erhalten und verstärkt sich noch

Beide Wettermodelle berechnen im Zeitraum vom 3. bis 6. Dezember (Nikolaus) eine weitere Intensivierung des Kaltluftzustroms, was in der Höhe von ca. 1.500 Meter Werte von -5 bis -10 Grad nach Deutschland führen könnte. So wären bis zum Nikolaus Tageshöchstwerte über dem Süden von unter 0 Grad und über dem Norden um die 0 Grad zu erwarten. Da die Luftschichtung labil bleibt, stehen die Chancen auf eine langsame, aber stetige Einwinterung teils bis auf tiefere Lagen herab nicht schlecht.

Kräftige Schneefälle?

In der Entwicklung der Großwetterlage sind sich die Wettermodelle bis zum 6. Dezember weitgehend einig. Differenzen gibt es hinsichtlich der Niederschlagsaktivität. Das amerikanische Wettermodell berechnet eine gradientenschwache Wetterentwicklung, was bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken gelegentlich auch zu Schneeschauern führen kann.

Anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hier greift ein Tiefdrucksystem zwischen Deutschland und Skandinavien durch, was die Niederschlagswahrscheinlichkeit bei Tageswerten um 0 Grad deutlich erhöhen sollte.

Wie viel Schnee ist zu erwarten?

Ob sich eine Schneedecke ausbreiten wird, hängt zum heutigen Stand noch von mehreren Faktoren ab und die nun folgenden - berechneten - Schneehöhen werden sich in den kommenden Tagen noch in die eine oder andere Richtung verändern können - sie zeigen aber ganz gut den Trend an, mit was für einem Wettercharakter zu rechnen ist. So sind am 1. Dezember bis auf tiefere Lagen herab 0 bis 2 cm, ab den mittleren Lagen 0,5 bis 4 cm und den höheren Lagen von Schwarzwald, den Mittelgebirgen und den Bayerischen Wald 8 bis 25 cm möglich. In den Alpen wird eine Neuschneedecke von 20 bis 70 cm berechnet.

Bis zum 6. Dezember sind über den tieferen Lagen im Südwesten, Westen und Norden 0 bis 1 cm über den östlichen und südlichen Landesteilen 0,5 bis 4 cm, ab den mittleren Lagen 1 bis 12 cm, in den höheren Lagen 15 bis 40 cm und an den Alpen 20 bis 80 cm möglich.

Kontrollläufe: Kaum Zweifel an winterliche bis nasskalte Wetterverhältnisse

Der Trog über Mitteleuropa ist auch in den Berechnungen der Kontrollläufe weitgehend gut verankert. Es zeigt sich aber auch, dass der Höhepunkt der Kälte im Zeitraum vom 2. bis 3. Dezember erreicht sein könnte. Anschließend steigen die Werte wieder etwas an, was vor allen in tieferen Lagen einen nasskalten Wettercharakter nicht ausschließen.

So liegt das Temperaturspektrum am 3. Dezember zwischen -4 bis +8 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Süden und Osten und +2 Grad über dem Westen und Norden) und am 6. Dezember zwischen -7 bis +10 Grad (Mittelwert: -0 Grad über dem Süden und Osten und +2 Grad über dem Westen und Norden). Viel Bewegung ist beim Mittelwert nicht drin, welcher gegenüber den Jahreszeit typischen etwa um 1 bis 3 Grad zu kalt ausfallen kann. Anders formuliert haben warme Varianten im ersten Dezemberdrittel - zum aktuellen Stand - nur wenig Relevanz. Sollte aber nur ein Hochdrucksystem westlich oder östlich des Troges weg kippen, so würde der Trog abgeschnürt und sich rasch mildere Luftmassen durchsetzen können. Das ist und bleibt weiterhin ein Unsicherheitsfaktor.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 26.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Welche Auswirkungen eine länger andauernde Trogwetterlage auf das zweite Dezemberdrittel und möglicherweise auch auf weiße Weihnachten haben kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Weihnachten 2017. Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update der Winterprognose - dann auch mit einem Blick auf die Berechnungen der Langfristmodelle für die Wintersaison 2017/18.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:09 Uhr
Der Trog über Mitteleuropa wird auch heute Abend erneut berechnet und setzt sich über Mitteleuropa im ersten Dezember-Drittel so richtig in Szene.

Frühwinterliche Höhenkaltluft
Der Winter hat sich in Europa - und im speziellen über Nordeuropa - noch nicht festgesetzt. In Folge daraus wird es mit einer nördlichen Grundströmung nicht "bitterkalt", wie es vielleicht im Hochwinter Mitte Januar der Fall wäre. Insofern passt der Begriff von Frühwinter ganz gut zu der sich nun einstellenden Großwetterlage.

Kaltluft streicht über die warme Nordsee
Wenn kalte Luft von Nord nach Süd geführt wird, muss diese über die Nord- und Ostsee. Dabei kann sich die kalte Luft erwärmen, hat aber u.a. auch zur Folge, dass kräftige Schauer über Norddeutschland möglich sein können, während es über dem Süden häufiger auch mal sonnig und trocken bleiben kann - trotz der Trogwetterlage. Der zweite Effekt einer nördlichen Grundströmung sind aber die gemäßigt kalten Temperaturen. Während von den Wettermodellen im ersten Dezember Drittel eine hohe Übereinstimmung darüber herrscht, dass es über Süddeutschland verbreitet zu Dauerfrost kommen kann, sind über dem Norden mit +1 bis +5 Grad nasskalte Wert wahrscheinlicher.

Winterprognose der Langfristmodelle
Schaut man sich die Kontrollläufe von heute Abend an so bleibt der Mittelwert des Temperaturspektrums gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 1 bis 4 Grad zu kalt. Grund genug der Annahme, als dass die Langfristmodelle reagieren?
  • Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Winter 2017/18 mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad zu warm. Für Teile der südlichen Schweiz und dem östlichen Österreich liegt die Abweichung auch zwischen +1 bis +2 Grad.
  • Das Langfristmodell der NASA simuliert den Dezember 2017, Januar und Februar 2018 mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm
  • Das Langfristmodell CFSv2 bleibt seiner Linie mit einer +1 bis +2 Grad zu warmen Wintersaison ebenfalls treu
  • Das METOffice Simuliert eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent ein zu warmen, von 20 bis 60 Prozent von einem normalen und 0 bis 20 Prozent von einem zu kalten Winterverlauf.
  • Das IRI-Modell bleiben mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eines normalen Winter 2017/18 seiner Linie ebenfalls treu

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 26.11.2017


Unterm Strich bleibt das Resümee der Langfristmodelle erhalten. Eines berechnet den Winter normal, alle anderen zu warm. Man darf gespannt sein, ob und was der Kaltluftschub Anfang Dezember für Auswirkungen in den Langfristprognosen haben wird.

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