Der Winter macht nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle Anfang Dezember vor allem ab den mittleren Lagen ernst. In tieferen Lagen wird es sich noch zeigen müssen, ob es nicht doch bei nasskalten Wetter mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bleibt.

Abkühlung kommt am Wochenende

Der erste Kaltluftzustrom erfolgt am Wochenende, bei der die Schneefallgrenze schon einmal bis auf mittlere Lagen hin absinken kann (s. Schneeprognose). In der neuen Woche Intensiviert sich der Trog über Mitteleuropa. Das hat aber zur Folge, dass am 28./29. November in der Höhe kurzzeitig mildere Luftmassen nach Deutschland geführt werden können. Da die Durchmischung aber insgesamt schwach ist, ist in tieferen Lagen bei +2 bis +6 Grad mit einem nasskalten Wettercharakter zu rechnen und die Schneefallgrenze kann kurzzeitig auf bis 1.000 Meter ansteigen.

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Zweiter Kaltluftschub bringt den Schnee

Mit der Intensivierung des Troges werden Anfang Dezember noch etwas kältere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt, was die gelegentlichen Schauer bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen lassen sollte. Ab den mittleren Lagen ist dann auch die Ausbildung einer Schneedecke möglich. Das amerikanische Wettermodell bestätigte diese Berechnungen der letzten Tage heute Nachmittag bis zum 1. Advent am 3. Dezember.

Die Wintervariante

Darüber hinaus berechnet das amerikanische Wettermodell einen für Winterfans äußerst interessanten Ansatz. Das Azorenhoch verstärkt sich auf dem Atlantik und rückt in Richtung Mitteleuropa vor. Gleichzeitig aber tropft vom europäischen Nordmeer in Richtung Skandinavien und Europa ein weiteres Tiefdrucksystem nach Süden ab. Dem Azorenhoch bleibt also der Weg nach Mitteleuropa versperrt.

In Folge daraus verstärkt sich die Trogwetterlage über Mitteleuropa, was in der Höhe Luftmassen von -5 bis -10 Grad nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Sollten sich exakt diese Berechnungen so einstellen, wäre ein im Zeitraum vom 3. bis 8. Dezember ein Wintereinbruch bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen, ja sogar wahrscheinlich.

Die milde Variante

Sollte sich das Hochdrucksystem aber über Mitteleuropa durchsetzen können, so wäre ein ruhiger, teils nebliger, teils sonniger Wettercharakter mit milden Temperaturen im Zeitraum vom 3. bis 8. Dezember zu erwarten.

Kontrollläufe: viel Spielraum, aber zu kalt

Sicherlich werden die Medien in den kommenden Tagen wieder Schlagzeilen mit "Kälte-Schock", "Horror-Winter", oder gar einen "Jahrtausend-Winter" aus den Schubladen hervorbringen und auch einige Wetterexperten werden mit irgendwelchen phänologischen Grundsätzen daherkommen. Fakt aber ist, dass Schnee oder gar ein Wintereinbruch im Dezember nichts außergewöhnliches darstellt und in der Vergangenheit schon öfters vorgekommen sein soll. Seltener passiert das aber in der ersten Dezemberdekade und die Großwetterlage hat Potential für mehr.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 24.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Sollte sich der Trog Mitteleuropa tatsächlich längere Zeit in einer Erhaltungsneigung stabilisieren können, so hätte das womöglich auch Auswirkungen auf den gesamten Winter. Denn der Dezember ist oftmals ein entscheidender Taktgeber. Man darf gespannt sein, wie sich das Wetter letzten Ende entwickeln wird. Grundsätzlich stehen die Chancen auf weiße Weihnachten 2017 mit einen kalten ersten Dezemberdrittel höher, als wenn der Wintereinbruch erst in der zweiten Dezemberdekade daher kommt.

Langfristmodell: Winter 2017/18 zu warm

In der aktuellen Wetterprognose Winter 2017/18 berechnet das Langfristmodell die Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar 2018 mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad durchweg zu warm. Immerhin gab es eine kleine Korrektur, was die Abweichung von +3 Grad aus den Simulationen entfernte. Sollte sich der Trog über Mitteleuropa Anfang Dezember festsetzen können, so ist mit weiteren Korrekturen des Langfristmodell auszugehen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 24.11.2017

Heute Abend erfolgt an dieser Stelle gegen 20:30 Uhr eine Aktualisierung dieser Wetterprognose. Dann auch mit einem Blick auf den Polarwirbel und einer Zusammenfassung der Simulationen der Wettermodelle vom Abend.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:23 Uhr
Dem Trog werden in den Simulationen von heute Abend zum Ende November kurzzeitig warme Luftmassen in der Höhe zugeführt, was nach dem Wochenende die Schneefallgrenze auf bis zu 1.000 Meter ansteigen lassen kann.

Trog über Mitteleuropa verstärkt sich - Winterwetter wahrscheinlich
Die einen mögen ihn, die anderen mögen ihn gar nicht: den Winter. Deutschland. Österreich und die Schweiz gehören aber nun einmal zu den Klimazonen, bei der ein gemäßigter Winter mit etwas Schnee völlig normal ist und in den letzten 4 Winterjahren waren diejenigen, welche mit dem Winterwetter nicht so viel anfangen können, außerordentlich gut bedient.

In 2017 sieht der Winterverlauf aber vielleicht schon wieder ganz anders aus, egal was das Langfristmodell derzeit für die Wintersaison prognostiziert. Es ist schon auffällig, wie seit dem Sommer und auch Herbst über immer wieder Wetterlagen dominant waren, welche für die Jahreszeit eigentlich untypisch sind. Letztlich war aber sowohl der Frühling, der Sommer und auch der Herbst teils deutlich zu warm. Eine ähnlich ungewöhnliche Konstellation zeigt sich nun im Dezember: Trog Mitteleuropa. An sich eigentlich nicht ungewöhnlich, aber die Dauer und die Stabilität mit der der Trog berechnet wird, ist erstaunlich. Letztlich muss er sich aber noch beweisen, sollte er es aber tun, so könnte die erste Dezemberdekade um 3 bi 6 Grad zu kalt ausfallen.

Kommt den auch Schnee?
Simuliert wird der Schnee schon in der erweiterten Schneeprognose. So sind bis zum 3. Dezember (1. Advent) über dem Nordwesten 0 bis 1 cm, über dem Norden, Osten und Süden 0,5 bis 5 cm, ab den mittleren Lagen 5 bis 10 cm und an den Alpen 10 bis 60 cm an Neuschnee zu erwarten. Anders formuliert wird aus nasskalt allmählich winterlich. Daran ändert sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells von heute Abend bis zum 8. Dezember nichts. Es bleibt für die Jahreszeit zu kalt und hin und wieder sind Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer zu erwarten.

Polarwirbel 24. November 2017 AbendsSimulation des amerikanischen Wettermodells © www.meteociel.fr


Polarwirbel: Trog Mitteleuropa sorgt für winterliche Wetterverhältnisse
Die Simulation des Polarwirbels vom amerikanischen Wettermodells zeigt es ganz gut, wie "glücklich" sich die Winterfans schätzen können. Der Trog ist recht schmal, entsteht aber genau an der "richtigen" Stelle und wird jeweils östlich und westlich von Hochdrucksystemen gestützt. Kippt allerdings eines der Hochdrucksysteme weg, wars auch schon um den Trog geschehen. Das ist und bleibt ein Unsicherheitsfaktor, welcher den Winterliebhabern die Aussichten noch verderben könnte. Aber zum aktuellen Stand deutet vieles auf winterliche Wetterverhältnisse hin - vor allem in den mittleren Lagen.

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