Schneefall Ende November und Anfang Dezember 2017 bis auf mittlere Lagen herab - Warum nicht? Die Wettermodelle stützen das jedenfalls mehrheitlich, was die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Wetterlage in tieferen Lagen und teils schon winterliche bis auf mittlere Lagen herab ab dem 26. November erhöht. Eigentlich kaum vorstellbar, bei den aktuell sehr warmen +15 bis +18 Grad. Aber so ist das Wetter - immer für eine Abwechslung gut!

Meridionale Ausrichtung verantwortlich für einen Hauch von Winter

Sowohl das amerikanische, wie auch europäische Wettermodell berechnen auf dem Atlantik ein aufstrebendes Azorenhoch in Richtung Island und Grönland. Das unterbindet zum einen den Tiefdrucknachschub für die abgekapselte Frontalzone über Skandinavien und zum anderen fehlt über der Mittelmeerregion der hohe Luftdruck, was das Tiefdruckgebiet über dem skandinavischen Raum nach Süden austrogen lassen kann. So entsteht ein meridionales Zirkulationsmuster, welches über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur Ende November, sondern auch Anfang Dezember für einen nasskalten Wettercharakter sorgen kann.

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Heute Nachmittag berechnet das amerikanische Wettermodell bspw. am 1. Dezember Tageshöchstwerte von -1 bis +4 Grad und am 1. Advent werden über dem Süden -2 bis +3 Grad und über dem Norden +4 bis +8 Grad in Aussicht gestellt. Das bringt uns zu der Frage:

Wie nachhaltig ist die winterliche Großwetterlage

Eine winterliche Großwetterlage ist noch nicht mit einem Wintereinbruch bis in tiefere Lagen gleichzusetzen, vielmehr beschreibt sie eine für den Winter typische Wetterlage.

Das europäische Wettermodell berechnet zum 2. Dezember hohen Luftdruck im Bereich zwischen den Bermudas über Island und Grönland bis nach England und weiter rauf über das europäische Nordmeer bis in den Polarwirbel hinein. Auf der östlichen Seite strömen die kälteren Luftmassen nach Süden. Diese Simulation hat etwas nachhaltiges an sich, muss sich in den kommenden Stunden aber noch mehrmals bestätigen lassen. Die Grundvoraussetzungen für einen winterlichen Abschnitt in mittleren Lagen sind hier aber gut zu erkennen.

Das amerikanische Wettermodell kippt zum 1. Advent und berechnet das Hochdruckkonstrukt in stabiler Verfassung westlich von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gleichzeitig strömen über dem östlichen Kanada bis nach Neufundland sehr kalte Luftmassen auf den Atlantik, so dass es hiernach nur eine Frage der Zeit für eine Milderung ist. Dem Hochdruckgebiet auf dem Atlantik fehlt zudem der Drang sich nach Norden auszudehnen. Mit anderen Worten zusammengefasst ist eine nasskalte bis etwas zu milde Wetterentwicklung wahrscheinlicher.

Kontrollläufe: nasskalt bis winterlich

Die Kontrollläufe bleiben dem Schema einer nasskalten bis winterlichen Großwetterlage bis weit in das erste Dezemberdrittel hinein treu. So liegt das Temperaturspektrum die meiste Zeit über zwischen -5 bis +8 Grad bei einem Mittelwert von +0 Grad über dem Osten, +1 Grad über dem Süden, +3 Grad über dem Norden und Westen. Deutlicher zeigt sich der Wettertrend im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 22.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Winterwetter: Bewegt sich das Langfristmodell?

Eine für die Jahreszeit etwa um 1 bis 4 Grad zu kalte Temperaturentwicklung Anfang Dezember müsste sich doch so langsam auch in der Wetterprognose des Langfristmodells widerspiegeln? Nein, das tut es noch nicht. So wird der Dezember 2017 mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +1 bis +2 Grad, der Januar und Februar 2018 mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm simuliert.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 22.11.2017

Die Wetterentwicklung hat Potential. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr eine Aktualisierung der Wetterprognose für den Winter 2017/18.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:01 Uhr
Es bleibt dabei, die Wettermodelle berechnen auch heute Abend eine Großwetterlage, bei der das Strömungsmuster über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab dem 26. November meridionalisieren kann.

Schneeoptionen bis in tiefere Lagen und winterlich ab den mittleren Lagen
Bis Anfang Dezember berechnet das amerikanische Wettermodell die Zufuhr kühler Luftmassen von -4 bis -7 Grad in der Höhe. Bei einen sog. Geopotential von 140 liegt die Schneefallgrenze zwischen 100 bis 400 Meter und die Frostgrenze schwankt zwischen 300 bis 800 Meter. Das bedeutet, dass der Winter sich mit einer Frostgrenze um die mittleren Lagen herum durchaus mit der Ausbildung einer Schneedecke bemerkbar machen kann, während es in Lagen darunter eher nasskalt bleibt.

Wie lange bleibt die winterliche Wetterlage bestehen?
Eines vorweg: zu warme Varianten sind in den Berechnungen der Wettermodelle kaum mehr zu sehen. Die Frage, die sich stellt: nasskaltes oder winterliches Wetter? Das amerikanische Wettermodell berechnet ein Hochdrucksystem westlich von Europa in einer gut ausgeprägten Struktur und kugelrunder Formation. In Folge dessen können die Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend nicht blockiert werden, "rutschen" aber auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems nach Südosten hin ab. Das entspricht keiner Trogwetterlage, sondern einer maritimen Nordwestwetterlage. Anders formuliert bleibt es nasskalt mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen. Ein wirklich nachhaltiger Wintereinbruch mit Dauerfrost sieht definitiv anders aus.

Kaltluftzustrom bei Neufundland

Mit entscheidend über die Nachhaltigkeit des Troges wird zudem sein, wie sich der Polarwirbel mit seinem Kältepol über Kanada und Grönland verhalten wird. Zum aktuellen Stand sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells einer halbwegs aktiven West- bis Nordwestwetterlage durchaus plausibel, da der Trog über Mitteleuropa von der Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik weg gedrückt wird.

Polarwirbel 22. November 2017 AbendsSimulation des amerikanischen Wettermodells © www.meteociel.fr


Europäische Wettermodell mit Blockadehoch
Das der Trog über Mitteleuropa auch noch etwas länger Bestand haben könnte, berechnet das europäische Wettermodell. Hier stellt sich das Hoch auf dem Atlantik steil von den Azoren über Island bis über das europäische Nordmeer nach Norden auf, was ein meridionales Grundmuster stärkt. Zwei Wettermodelle, zwei unterschiedliche Varianten. So bleibt die kommende Wetterentwicklung schon nicht langweilig.

Polarwirbel 22. November 2017 AbendsSimulation des europäischen Wettermodells © www.meteociel.fr

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