Die Simulationen der Wettermodelle bleiben sehr spannend. Nach der außergewöhnlichen Wärme wird zunehmend einheitlich der nächste markante Wetterwechsel am kommenden Novemberwochenende in Aussicht gestellt.

Hitze nur von kurzer Dauer?

Sieht ganz danach aus, jedenfalls zeigt sich das in den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle, welche zum Ende November und zum Start in den Dezember eine meridionale Großwetterlage berechnen, bei der sich das Hoch über der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa nicht halten und sich weiter nach Westen auf den Atlantik zwischen die Azoren und Grönland verlagern kann. Gleichzeitig positioniert sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien und bildet dort ein zentrales Tiefdrucksystem aus, welches im Verbund mit dem Hoch Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen können.

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Deutschland, Österreich und die Schweiz würden nach diesen Berechnungen im Zeitraum vom 28. November bis 2. Dezember in den Zustrom kalter Luftmassen gelangen, was die Schneefallgrenze bis auf mittlere Lagen absinken lassen kann. z.T. gibt es aber auch Berechnungen, welche Schneefall bis in tiefere Lagen nicht ausschließen (Mehr Details in der aktuellen Wetterprognose Dezember 2017).

Wie stehen die Chancen auf einen Wintereinbruch Anfang Dezember?

Da beide Wettermodelle die Entwicklung der Großwetterlage ähnlich berechnen, steigt die Eintreffwahrscheinlichkeit grundsätzlich einmal an. Zudem wird der kommende Wetterwechsel erneut bestätigt, was eine länger andauernde Warmphase weniger wahrscheinlich macht.

Die Kontrollläufe stützen zudem eine nasskalte Temperaturentwicklung Ende November, Anfang Dezember mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter). So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 2. Dezember zwischen -3 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +3 bis +4 Grad. Der Mittelwert liegt um, bzw. knapp unter dem langjährigen Mittelwert. Geht es rein nach dem Durchschnittswert, so wäre ein nachhaltiges Winterszenario oberhalb etwa 600 bis 800 Meter nicht auszuschließen. Aber - und das sei an dieser Stelle auch ausdrücklich erwähnt - muss sich diese Wetterentwicklung in den kommenden Stunden und Tage noch verifizieren und bestätigen lassen. Die Richtung des Wettertrends ist aber deutlich zu erkennen.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 20.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Polarwirbel kommt nicht zur Ruhe

Möchte man die Ursachen für die raschen und sicherlich auch kreislaufbelastenden Wetterwechsel herausfinden, so lohnt sich der Blick auf die Entwicklung des Polarwirbels. Dieser zeigt weiterhin eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront, dessen Taktgeber zum wiederholten Male der hohe Luftdruck von den Azoren in Richtung Grönland ist. Der sog. NAO- und AO-Index zeigen sich Anfang Dezember neutral bis leicht positiv. Möchte man diese Berechnungen interpretieren, so ist eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine normale bis nasskalte West- bis Nordwestwetterlage gegeben. Ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tieferen Lagen ist aber in den ersten Dezembertagen zum heutigen Stand nicht zu erkennen.

Polarwirbel 20. November 2017Polarwirbel neigt zu Wellenbewegungen entlang der Polarfront © www.meteociel.fr

Gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update mit der Wetterprognose des Langfristmodells und den Berechnungen der Wettermodelle vom Abend.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:11 Uhr
In den Simulationen von heute Abend wurden zwei Wetterentwicklungen bestätigt. Zum einen die außergewöhnliche Warmphase, welche ihren Höhepunkt am 23./25. November erreicht haben kann (je nach Wettermodell) und die zweite Entwicklung einer Wetterumstellung Ende November / Anfang Dezember wurde ebenfalls bestätigt.

Kältere Temperaturen zunehmend wahrscheinlicher
Das Tiefdrucksystem festigt seine Position zum 25. November über Skandinavien und trogt allmählich in Richtung Mittelmeerregion aus. Das Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion weicht nach Westen aus und keilt zum 27. November voraussichtlich nach Norden aus. Je nachdem ob dies gelingen mag, ergeben sich hieraus zwei Wetterentwicklungen.

Westwetterlage
Das Hoch bleibt in flacher West-Ost Ausrichtung seiner Achse über den Azoren liegen. Bedingt durch die Position kommt die atlantische Tiefdruckrinne in Gang und sorgt von Neufundland über Island bis nach Skandinavien für reichlich Nachschub an Tiefdrucksystemen. Ein wechselhafter, unbeständiger und windiger Wettercharakter bei mäßig milden Temperaturen wäre die Folge hieraus. Schneefalloptionen wären dann für die höheren Lagen ab ca. 800 Meter gegeben.

Nordwestwetterlage / Trog Mitteleuropa
Keilt das Hoch nach Norden in Richtung Grönland aus, so fehlt der unterstützende hohe Luftdruck über der Mittelmeerregion und der Weg für einen Trog Mitteleuropa würde frei werden. Je nach Achsverlauf wäre eine nasskalte Nordwestwetterlage mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen oder eine kalte Nordströmung mit nachfolgenden Wintereinbruch bis auf tiefere Lagen möglich.

Bestätigung steht noch aus
Die Wiederholungen in den Simulationen der Wettermodelle einer möglich winterlichen Variante bis auf mittlere Lagen herab bestätigen bisweilen lediglich eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit, ob das wirklich so kommen mag, wird sich in den kommenden Tagen bestätigen lassen müssen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 20.11.2017

Langfristmodell: Winterprognose bleibt warm
Trotz der möglich kühlen Wetteraussichten Anfang Dezember, bleibt das Langfristmodell seinen Berechnungen der letzten Wochen treu und berechnet die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Dezember 2017 mit +1 bis +2 Grad zu warm und den Januar und Februar 2018 mit +1 bis +3 Grad zu warm bis deutlich zu warm. Die Niederschlagsneigung bleibt über alle Wintermonate hinweg leicht erhöht.

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