Das Wetter hat es im Verlauf der kommenden Woche in sich. So ist zunächst mit Schneefall bis auf mittlere Lagen zu rechnen, doch bereits zum Start in die neue Woche wird mit einer kräftigen Südwestströmung rasch wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Tageswerte auf +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad ansteigen lassen kann.

Wetteraktivität nimmt zu

Ob sich die milde Luft längere Zeit über Deutschland wird behaupten können, bleibt abzuwarten, aber im Moment sieht es nicht danach aus. Das amerikanische Wettermodell berechnet zum kommenden Wochenende ein Sturmtief über die Nord- bis zur Ostsee ziehend und sorgt über Deutschland für ein erhöhtes Sturmpotential bei einem insgesamt durchwachsenen Wettercharakter. Auf der Rückseite führt das Tiefdrucksystem wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die außergewöhnliche Warmphase beendet (Mehr Details hierzu in der Wettervorhersage November).

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Betrachtet man die nach dem amerikanischen Wettermodell berechneten Strömungsmuster, so ist mit der Zufuhr kühlerer Luftmassen auf dem Atlantik über Mitteleuropa mit einer zunehmenden Wetteraktivität zu rechnen. So können bis Ende November mit einer westlichen Grundströmung immer wieder Tiefdrucksysteme unterschiedlicher Intensität über Deutschland hinweg geführt werden können. Vorderseitig werden warme und auf der Rückseite des abziehenden Tiefdrucksystems entsprechend kühlere Luftmassen herangeführt. Als ein turbulenter und abwechslungsreicher Wettercharakter ist das zu bewerten.

Warmphase nur vorübergehend - Winterwetter wenig wahrscheinlich

Das europäische Wettermodell stützt die milde Wetterphase bis zum 24. November mit Höhepunkt zum 23. November. Darüber hinaus positioniert sich ein Tiefdrucksystem über Skandinavien und bläst die milde Luft mit einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung von Deutschland weg und ersetzt diese durch Jahreszeit typische Werte, was bei einer gleichsam hohen Wetteraktivität wieder Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab ermöglichen könnte.

Die Kontrollläufe bestätigen einen etwa um 4 bis 7 Grad zu warmen Zeitraum vom 21. bis 26. November. Anschließend zeigt sich ein Normalisierungstrend der Temperaturen bis Ende November, wobei sowohl die Berechnungen des amerikanischen, als auch europäischen Wettermodells die kühleren Varianten darstellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist zum heutigen Stand aber nur von einer vorübergehenden, dafür aber von einer außergewöhnlich warmen Mildphase auszugehen, was sich auch ganz gut aus den zu kalten, normalen und zu warmen Varianten der Kontrollläufe im nachfolgenden Diagramm entnehmen lässt.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 19.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammenfassung

  • Heute und Anfang der Woche Schneefall bis auf mittlere Lagen herab
  • Ab Dienstag deutliche Erwärmung
  • Höhepunkt der Warmphase um den 23. / 24. November mit +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad
  • Wetterumschwung zum kommenden Wochenende
  • Potential für Starkwindereignisse am 25./26. November
  • Nachfolgend Normalisierungstrend der Temperaturen
  • Schneeoptionen bis auf mittlere Lagen Ende November nicht auszuschließen
  • Mit Winter hat die Wetterentwicklung zunächst einmal wenig zu tun

Wie sich das Wetter Anfang Dezember entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr und heute Abend erfolgt gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:03 Uhr
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Nachmittag und auch heute Abend die warme Zirkulationsstruktur anhaltend bis Ende November.

Kälterer Trend Anfang Dezember
Wo viel Wärme nach Norden "gepumpt" wird, werden auf der anderen Seite entsprechend kühlere Luftmassen nach Süden geführt. Und da das gesamte Wetterkonstrukt sich weiter Ostwärts verlagert, berechnet das amerikanische Wettermodell heute Abend eine deutlich kühlere Variante für Anfang Dezember, bei der die Höhentemperaturen auf -4 bis -8 Grad absinken könnten. Sollte das gelingen, so wären winterliche Verhältnisse mit Schnee in höheren Lagen möglich und ab den mittleren Lagen wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer zu erwarten. In tieferen Lagen sind zwar grundsätzlich Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer nicht auszuschließen, doch gleicht der Wettercharakter mehr einem nasskalten als einem winterlichen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 19.11.2017

Milde Aussichten in der Winterprognose des Langfristmodell
Der Dezember könnte mit einer Abweichung der Temperaturen von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert - zum heutigen Stand - noch der "kälteste" Wintermonat werden. Denn der Januar und Februar wird mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet. Und das gilt nicht nur für Deutschland, denn ganz Europa wird deutlich zu warm berechnet, wobei über Westeuropa die Differenz mit +0,5 bis +1 Grad noch geringer als mit +2 bis +3 und örtlich gar bis +4 Grad über Osteuropa ausfällt. In der Niederschlagsprognose werden alle drei Wintermonate normal bis leicht zu nass simuliert.

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