Nach dem durchwachsenen und vielerorts nasskalten Wetter vom Wochenende, kann es zum Start in die neue Woche teils bis auf 300 Meter herunter Schneefall geben, welcher aber über dem Westen bereits im Tagesverlauf vom Montag bis auf rund 1.000 Meter wieder in Regen übergehen kann. Nachfolgend setzt sich bis zum Freitag eine Milderung durch, welche verbreitet zu Temperaturen zwischen +10 bis +15 Grad sorgen kann.

Westwetterlage?

Der Grund für die Milderung ist ein Tiefdrucksystem bei England, welches auf dem Weg nach Osten von einem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion daran gehindert wird, sich über Skandinavien zu positionieren. Das Tiefdrucksystem läuft sozusagen auf und sorgt im Verbund mit dem Hoch für eine sehr warme Anströmung der Luftmassen aus südwestlichen bis südlichen Richtungen. Weitere Detail in der aktuellen Wettervorhersage November 2017.

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Das amerikanische Wettermodell berechnet die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik entsprechend hoch, sodass sich die südwestlich orientierte Großwetterlage nicht behaupten kann. Stattdessen erreicht das Tiefdruckgebiet am 25. November den skandinavischen Raum und zieht auf seiner Rückseite entsprechend kalte Luftmassen nach Süden, was zum Wochenende zwischen dem 25. und 26. November wieder zu einem nasskalten Wettercharakter mit Schneeoptionen bis auf mittlere Lagen herab sorgen kann.

Im weiteren Verlauf berechnet das amerikanische Wettermodell eine erhöhte Tiefdruckaktivität über dem südlichen Grönland, welcher durch die Kaltluftzufuhr in Gang gesetzt werden kann. So kommt es nach dieser Simulation zu einer sehr abwechslungsreichen Großwetterlage, bei der ein Tiefdrucksystem nach dem anderen Deutschland, Österreich und die Schweiz überqueren kann. Vorderseitig werden mal mildere und auf der Tiefdruckrückseite kältere Luftmassen herangeführt. Mit anderen Worten berechnet das amerikanische Wettermodell eine abwechslungsreiche Großwetterlage, bei der sowohl eine dauerhafte Milderung, als auch ein nachhaltiger Wintereinbruch wenig Chancen haben.

Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls nur geringe Wahrscheinlichkeiten für einen nachhaltigen Wintereinbruch im letzten Novemberdrittel. Stattdessen besteht eine hohe Übereinstimmung mit den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, was die Milderung der kommenden Woche nahezu sicher und eine Abkühlung der überhitzten Werte zum darauffolgenden Wochenende in Aussicht stellt.

Milderung nur von kurzer Dauer? Wie stehen die Chancen auf Winter?

Die Kontrollläufe berechnen einen Temperaturanstieg in der kommenden Woche um bis zu 10 Grad, wobei der Höhepunkt der milden Temperaturen mit +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad am 23. und 24. November erreicht sein sollte. Bis Ende November bleibt das Temperaturniveau nach den Kontrollläufen gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 1 bis 3 Grad zu warm, wobei das Entwicklungsspektrum breit aufgestellt bleibt. Der Zeitraum vom 22. bis 25. November wird als niederschlagsarm berechnet, zuvor und danach zeigt sich eine leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsneigung.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 18.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Was bedeutet das? Wahrscheinlich ist ein unbeständiger und wechselhafter, teils windiger Wettercharakter im letzten Novemberdrittel, welcher Anfangs deutlich zu warm ausfallen und sich darüber hinaus nur langsam normalisieren kann. Winterliche und auch warme Optionen bleiben ab dem 26. November erhalten, wenngleich zum heutigen Stand nichts nachhaltiges zu erwarten ist. Ob sich im Tagesverlauf daran etwas verändert und welche Varianten das Langfristmodell für den Winter 2017/18 in Aussicht stellt, klären wir in einem kurzen Updaten heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:07 Uhr
Die Wettermodelle berechneten tagsüber kaum Veränderungen. So wird nach dem nasskalten Sonntag und Montag mit Schneefall teils bis auf 300 Meter herab das Wetter im weiteren Wochenverlauf deutlich milder. In der Höhe von ca. 1.500 Meter können Luftmassen von bis zu +12 Grad über Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden.

Es wird für die Jahreszeit viel zu warm
In tieferen Lagen hätte das - je nach Sonnenscheindauer - Temperaturen von +10 bis +15 Grad und örtlich gar bis +17 Grad zur Folge. Das ist ein ganz schön ordentlicher Kontrast zum aktuellen Wetter.

Veränderungen ab dem 27. November möglich
Zum derzeitigen Stand wird sich die warme Südwestströmung aber nicht halten können und das amerikanische Wettermodell berechnet nachfolgend eine turbulente Wetterphase, bei der ein Tiefdrucksystem nach dem anderen Deutschland überqueren kann. Mit Winter hat das weniger etwas zu tun. Vielmehr ist das eine für die Jahreszeit durchaus typische Westwetterlage, welche Vorderseitig für milde und nachfolgend für kühle Temperaturen sorgen kann

Chancen auf Winter erst wieder Anfang Dezember
Ist der Westdrift erst einmal in Gang gesetzt, wird er auch eine Weile anhalten können. Etwas erhöhte Chancen für einen Wetterwechsel in die nasskalte Richtung berechnet das amerikanische Wettermodell für die ersten Dezembertage. Das wird auch weitgehend von den Kontrollläufen so gestützt.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 18.11.2017

Winterprognose des Langfristmodells
Keinerlei Veränderungen gegenüber den vorherigen Wochen zeigt das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose für den Winter 2017/18. So soll der Dezember 2017 und der Februar 2018 gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +1 bis +2 Grad zu warm und der Januar 2018 mit +1 bis +3 Grad zu warm bis deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagsberechnung werden alle drei Wintermonate leicht zu nass berechnet.

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