Ein sehr interessanter und zu Unwetter neigender Wettervorgang ist heute und am Sonntag über Deutschland möglich. Aus einer Tiefdruckwelle entwickelt sich über Süddeutschland ein abspaltendes Tiefdrucksystem. So kann der Wind lokal über Baden-Württemberg und Bayern mal kräftiger blasen und teils auch stürmisch sein. Das Hauptproblem werden aber die Niederschlagssummen sein. Simuliert werden über dem Süden in der Niederschlagsprognose bis einschließlich Montag verbreitet 10 bis 30 l/m², in den Staulagen der Alpen und des Schwarzwaldes sind 30 bis 60 l/m² und örtlich bis 100 l/m² möglich. Das kann zu örtlichen Überflutungen führen. Etwa nördlich der Linie Saarbrücken und Nürnberg sind mit 2 bis 10 l/m² deutlich weniger Niederschläge zu erwarten - mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage November 2017.

Schneefall bis auf mittlere Lagen - wie viel Schnee ist zu erwarten?

Am Sonntag rauscht die Kaltfront über Deutschland hinweg und sorgt nachfolgend für die Zufuhr kühlerer Luftmassen, was die Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen um 400 bis 600 Meter absinken lassen kann. Die Frostgrenze liegt bei etwa 700 Meter und so stellt sich schon die Frage: Wie viel Schnee ist zu erwarten? In Lagen zwischen 400 und 500 Meter sind über Süddeutschland kurzzeitig zwischen 0 bis 2 cm möglich. Ab etwa 600 Meter sind es 1 bis 4 cm und oberhalb 700 Meter 3 bis 9 cm. Über den Alpen werden - je nach Höhenlage - Neuschneemengen von 10 bis 100 cm berechnet. Mehr dazu in der aktuellen Schneeprognose.

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Wetter beruhigt sich kurzzeitig- neuerlicher Anlauf des Winters?

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Verlauf der kommenden Woche eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, welche den hohen Luftdruck von den Azoren weiter nach Osten in Richtung Mitteleuropa wegdrücken. Das führt dazu, dass die Niederschlagsneigung ab Dienstag weiter nachlässt und sich teils zähe Nebel- und Hochnebelfelder ausbreiten können.

Bereits zum kommenden Wochenende scheint sich die Wetterlage aber zu wiederholen. Der Tiefdruckkern verlagert sich weiter nach Osten in Richtung Skandinavien, während das Hochdrucksystem weiter nach Westen auf den Atlantik verlagert und dort zum 17. November nach Norden in Richtung Grönland aufkeilt. Daraus entsteht eine meridionale Großwetterlage, bei der Deutschland zunächst noch in den warmen, zum 18. November aber in den kalten Zustrom der Luftmassen gelangen kann. Bei Tagestemperaturen von +0 bis +5 Grad wären vom 20. bis 25. November wieder Schneefälle bis auf mittlere Lagen herab nicht auszuschließen. Das lässt das Thema um einen Wintereinbruch im November nicht abklingen.

Das europäische Wettermodell zieht - anders wie in den vergangen Tagen - mit und berechnet eine ganz ähnliche Wetterentwicklung wie das amerikanische Wettermodell und verschärft die Entwicklung mit einem Hochdruckkeil von Spanien über England, Island und Grönland noch etwas, was den Kaltluftzustrom in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz zum 20. und 21. November noch weiter intensivieren kann.

Wie stehen die Chancen auf Winter im November?

Der November hat also tatsächlich das Zeug dazu, als normaler Herbstmonat in die Wettergeschichte einzugehen. Zwar liegt die aktuelle Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell mit +2,8 Grad noch deutlich im zu warmen Bereich, doch das sollte sich in den kommenden Tagen weiter normalisieren können. Darüber hinaus berechnen die Kontrollläufe einen Temperaturanstieg vom 15. bis 18. November mit anschließender Abkühlung. Vom 20. bis 26. November werden Varianten berechnet, welche mehrheitlich kühl ausfallen, es sind aber auch eine höhere Anzahl von Varianten vertreten, welche das letzte Novemberdrittel warm gestalten könnten. Mit anderen Worten ist eine höhere Wahrscheinlichkeit für nasskaltes Wetter in der letzten Novemberdekade gegeben, aber noch keineswegs sicher. Varianten mit Dauerfrost über Süddeutschland haben zum heutigen Stand eine Relevanz von 15 bis 25 Prozent.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 11.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Polarwirbel bleibt im Stress

Hochdrucksysteme schieben sich von den Azoren, den Aleuten und dem sibirischen Raum in Richtung Polarregion vor und sorgen für eine erhöhte Wellenbewegung entlang der Polarfront. Das erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeiten für die simulierten Trogwetterlagen, doch sollte ein Hochdrucksystem in einer nur geringfügig anderen Position nach Norden vorstoßen können, so kann Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die warme Vorder- oder auch Rückseite des Troges gelangen. Das unterstreicht zwei Dinge: Zum einen ist die Wetterentwicklung unsicher und zum anderen ein Wintereinbruch bis auf mittlere Lagen herab in der letzten Novemberdekade nicht vom Tisch.

Da es spannend bleibt, erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 19:54 Uhr
Der winterliche Hauch mit etwas Schneefall bis auf mittlere Lagen herab hält bis Dienstag. Anschließend legt sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs quer über Mitteleuropa und sorgt von Dienstag bis einschließlich Freitag für relativ trockenes und ruhiges Wetter, welches zu teils zähen Nebel- und Hochnebel neigt.

Winterlich? Wetterlage neigt zur Wiederholung
Nicht nur heute Nachmittag, sondern auch heute Abend berechnen die Wettermodelle eine Wiederholung der Großwetterlage. Ein Tiefdrucksystem zieht bis zum 18. November bis über Skandinavien. Gleichzeitig strebt ein Hochdruckkeil des Azorenhochs nach Norden, was im Verbund beider Wettersysteme kalte Luftmassen vom europäischen Nordmeer bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Die Höhentemperaturen sinken bei einem Geopotential von rund 140 auf bis -7 Grad ab, was die Schneefallgrenze bis auf 400 Meter und die Frostgrenze bis auf 640 Meter absinken lassen kann. Winterliches Wetter für die höheren Lagen.

Trog Mitteleuropa bis Ende November?
Die Großwetterlage hat ein hohes Potential, sich bis Ende November so zu erhalten, was im letzten Novemberdrittel in höheren Lagen ab etwa 700 bis 1.000 Meter für ordentliche Neuschneemengen sorgen könnte. Weiter unten wäre der Wettercharakter allenfalls als nasskalt zu bewerten und die Neigung zu Nachtfrost bleibt erhalten.

Kontrollläufe - warme Varianten wenig wahrscheinlich
Heute Abend berechneten die Kontrollläufe nur noch wenige Varianten, welche im letzten Novemberdrittel im zu warmen Bereich liegen. Der Mittelwert des Temperaturspektrums schwankt um, bzw. knapp unter dem langjährigen Mittelwert, was zu einem Temperaturspektrum von +1 bis +7 Grad führen kann. Die Niederschlagsneigung wird leicht erhöht berechnet.

Polarwirbel 11. November 2017 AbendsSimulation des Polarwirbels © www.meteociel.fr



Polarwirbel stabilisiert sich allmählich
Der Polarwirbel wird durch die Hochdruckeinschübe in Richtung Polarregion ganz schön auseinandergenommen. Doch im weiteren Verlauf kann sich dieser bis zum 25. November weitgehend normalisieren. Aber auch der NAO- und AO-Index zeigen in der letzten Novemberdekade eine Normalisierung. Mit anderen Worten ist zum heutigen Stand ein nachhaltiger Wintereinbruch im November nur den höheren Lagen vorbehalten. Weiter unten ist es eher das für November typische nasskalte Wetter, wobei ein Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf mittlere Lagen sehr wahrscheinlich und in tieferen Lagen nur bei günstigen Voraussetzungen zu erwarten sind .

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