Von Sonntag bis einschließlich Dienstag gelangen aus nordwestlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland und sorgen für einen unbeständigen Wettercharakter, bei dem es vom 10. bis 12. November auch stürmische Windböen geben kann. Das Novemberwetter zeigt sich nun von seiner turbulenten Seite, zumal auch die Schneefallgrenze allmählich bis auf 500 Meter herabsinken kann (mehr dazu in der Schneeprognose).

Hält der Winter Einzug?

In den Medien ist etwas von Kälteschock zu lesen - ist da was dran? Nein! Temperaturwerte von +3 bis +8 Grad sind zwar nicht die angenehmsten Werte, aber für den November absolut normal und als nasskalt zu bewerten. Die Frostgrenze kommt kurzzeitig mal auf etwa 700 Meter herab, was in Lagen oberhalb zur Ausbreitung einer Schneedecke führen kann, doch nachhaltig ist das noch nicht.

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Sind winterliche Tendenzen zu erkennen?

Der November 2017 hat gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell ein Temperaturüberschuss von rund +3 Grad und ist somit viel zu warm. Die kommenden Tage sorgen nun für eine Abkühlung, so dass sich der Überschuss einigermaßen normalisieren sollte.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 15. bis 23. November eine hohe Tiefdruckaktivität zwischen Island, England und Skandinavien. Deutschland liegt weitgehend am südlichen Gradienten der Tiefdrucksysteme, was neben einem unbeständigen und regnerischen Wettercharakter auch zu Jahreszeit typischen Temperaturen führen kann. Mit entsprechender Tiefdruckvorderseite können kurzzeitig auch wärmere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden, was die Werte auf bis zu +15 Grad ansteigen lassen kann - meist sind es aber Werte von +4 bis +10 Grad, welche zu erwarten sind. Anders formuliert: Winterwetter nein, eher Jahreszeit typisches und unbeständiges Herbstwetter.

Das europäische Wettermodell geht in eine ganz andere Richtung als das amerikanische Wettermodell. Hier verlagert sich ein Hochdrucksystem direkt über Mitteleuropa und lässt die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa auflaufen. In Folge daraus wäre im Zeitraum vom 14. bis 19. November mit einem ruhigen und für die Jahreszeit recht warmen Wetter zu rechnen. Hat hingegen der zähe Nebel längere Zeit Bestand, so bleiben die Temperaturen mit Werten um +5 Grad relativ kühl.

Kontrollläufe: normales Wetter

Schaut man sich die Kontrollläufe an, so sind keine großartigen Extreme zu beobachten. Vielmehr pendelt alles um den Jahreszeit typischen Wert herum. Ob ein Hochdrucksystem seine Chancen hat? Die Niederschlagsneigung wird generell leicht bis mäßig hoch berechnet, was die Variante des amerikanischen Wettermodells plausibler macht. Der Mittelwert des Temperaturspektrums schwankt zumeist zwischen +4 bis +7 Grad. Nasskaltes Novemberwetter mit Schneeoptionen für die höheren Lagen (oberhalb etwa 700 bis 900 Meter).

Langfristmodell: Winter 2017/18 zu warm

Nein, neu ist die Nachricht nicht, als dass das Langfristmodell den Winter 2017/18 zu warm berechnet - und das nun schon seit Wochen in einer sehr konstanten Art und Weise. Man wartet - wie in den letzten Jahren - regelrecht darauf, dass sich einmal etwas verändert - tut es aber nicht. So soll der Dezember 2017 und der Februar 2018 mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad zu warm und der Januar 2018 mit +2 bis +3 Grad deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagsberechnung werden alle drei Wintermonate etwas zu nass berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 09.11.2017

Da die Wetterentwicklung - insbesondere am kommenden Wochenende mit Sturm und absinkender Schneefallgrenze - spannend bleibt, erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr ein kurzes Update der Wetterprognose zum Winterwetter.

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Aktualisierung der Wetterprognose 20:01 Uhr
Der Kaltlufteinbruch am Wochenende kommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Die Temperaturen sinken in der Höhe von ca. 1.500 Meter auf bis zu -6 Grad ab. Bei einem Geopotential von 145 resultiert hieraus eine Schneefallgrenze von rund 400 Meter und eine Frostgrenze von 670 Meter. Gut möglich also, dass es im Zeitraum vom 12. bis 14. Februar teil bis in tiefere Lagen herab Schneeflocken (Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer) herabrieseln können. Kurzzeitig winterlich kann es dann oberhalb etwa 700 Meter werden. Wer selber die Schneefallgrenze berechnen möchte, kann dies mit der Schneeprognose ausprobieren.
Es bleibt nicht kalt
Das was da kommt, ist für den November nichts außergewöhnliches und eher als nasskalte Wetterlage zu bewerten. Ein Wintereinbruch sieht anders aus. Daran haben die Simulationen von heute Nachmittag und heute Abend nichts geändert. Interessant bleiben aber die Berechnungen des Polarwirbels. Dank der Hochdruckeinschübe sieht dieser zum Ende des Vorhersagezeitraums alles andere als stabil aus. Er wird regelrecht auseinandergenommen - zumindest in der Simulation.

Polarwirbel 09. November 2017Simulation eines instabilen Polarwirbels © www.meteociel.fr



AO-Index: Negativ
Ein Indiz, dass mit dem Polarwirbel in den kommenden Tagen tatsächlich etwas passieren könnte, zeigt auch der sog. AO-Index, welcher deutlich negativ berechnet wird. Was bedeutet das? Zunächst einmal ist es nur eine Simulation. Sollte diese sich bewahrheiten, so würde zu einem recht frühen Stadium der Polarwirbel ein Polarwirbelsplit erleiden. Kommt im Winter schon mal häufiger vor, gerade in der Anfangs- und Endzeit des Winters. Spannend ist diese Entwicklung aber auf jeden Fall, ergeben sich hieraus doch äußerst interessante Wetterentwicklungen. Anders formuliert, sind sowohl sehr warme, aber auch schon winterliche Wetterentwicklungen im letzten Novemberdrittel nicht ausgeschlossen. Mehr dazu in der morgigen Winterprognose.

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