Am Wochenende setzt sich über Skandinavien ein Tiefdrucksystem fest und bestimmt mit einer Trogbildung bis über die Mittelmeerregion auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Besondere an dieser Wetterlage ist die sich einstellende Grundströmung und auch die Entwicklung der Großwetterlage wird dadurch weitgehend beeinflusst. So wird es am Wochenende nochmals einen Tick kälter werden und die Temperaturen könnten am Sonntag nur noch nasskalte +3 bis +8 Grad erreichen, was die Schneefallgrenze auf etwa 800 Meter absinken lassen kann.

Wie weit sinkt die Schneefallgrenze ab?

In der erweiterten Schneeprognose sieht man in der Simulation bis +6 Tage, dass sich auch Schnee über den höheren mittleren Lagen (500 bis 800 Meter) ausbreiten kann. Für November nichts ungewöhnliches und doch kommt es für einige nach dem viel zu warmen Oktober etwas überraschend. Und insbesondere bei Aufklaren ist in den Nächten wieder mit Nachtfrost zu rechnen.

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Das amerikanische Wettermodell geht aber noch einen Schritt weiter und festigt eine für die Jahreszeit normale Entwicklung, was einen warmen Wettercharakter unwahrscheinlich macht. Viel wahrscheinlicher ist, als dass man noch im November mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen und ab den mittleren Lagen mit der Ausbildung einer Schneedecke rechnen kann. Warum? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik bleibt hoch. Durch den Trog Mitteleuropa am Wochenende wird aber dem Azorenhoch der Weg über die Mittelmeerregion versperrt und muss seine Position auf dem Atlantik behaupten. Das wiederum lässt die Tiefdrucksysteme in einer nördlicheren Bahn über Grönland und Island ziehen um über Skandinavien wieder nach Süden in Richtung Mitteleuropa abzutropfen. Gelingt dies, so wäre dieser Vorgang als Ausgleichsverhalten zu bezeichnen und die Großwetterlage könnte sich nachhaltig in Richtung Winterwetter verändern.

Kältepol des Polarwirbels verschiebt sich

Um die Nachhaltigkeit des Troges etwas besser einordnen zu können, gilt auch der Blick auf den Polarwirbel und dessen Verhalten. Das amerikanische Wettermodell berechnet im zweiten Novemberdrittel die Höhenströmung des Jetstreams vor Mitteleuropa südlich orientiert, was im Grundsatz den Trogansatz nachhaltiger machen kann. Dem Azorenhoch bleibt in dieser Konstellation gar nichts anderes übrig, als nach Norden aufzukeilen und ein meridionales Strömungsmuster herbeizuführen (Nord-Süd, Süd-Nord). Gleichzeitig aber strebt von der gegenüberliegenden Seite zwischen den Aleuten und Alaska ein weiteres Hochdrucksystem in Richtung Polregion vor, was den Kältepol des Polarwirbels von Kanada weiter nach Osten in Richtung europäisches Nordmeer, Skandinavien und der Karasee verlagert. Auch das kann als unterstützende Maßnahme für eine länger anhaltende Trogwetterlage herangezogen werden.

Aber so einfach ist es "noch" nicht. Das europäische Wettermodell berechnet zwar ganz ähnliche Grundstrukturen der Entwicklung, jedoch zeigt sich hier die Aufwölbung des Hochdrucksystems zum 15. bis 17. November über Mitteleuropa. Das Zirkulationsmuster wäre zwar auch hier meridional, doch würden Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der warmen Süd-Nord Anströmung der Luftmassen liegen.

Kontrollläufe: markante Kaltluftzufuhr

Die Kontrollläufe stützen einen Rückgang der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter vom 12. bis 15. November auf etwa -5 Grad bei einem Geopotential von 140 bis 150. Die errechnete Schneefallgrenze liegt zwischen 300 bis 500 Meter und die Frostgrenze liegt zwischen 600 bis 720 Meter. Anders formuliert kann es in Höhenlagen ab 600 Meter in diesem Zeitraum winterlich werden.

Doch der November schwankt, schließlich ist er der letzte Herbst- und noch kein Wintermonat. Schneefälle ja, aber ein nachhaltiger Wintereinbruch ist eher selten. So steigt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe im Zeitraum vom 15. bis 21. November wieder an und erreicht mit seinem Mittelwert durchaus einen Jahreszeit typischen Wert. Nach den vergangenen - viel zu warmen Novembertagen (Abweichung aktuell bei +3,6 Grad) wird sich das mit den aktuellen Temperaturen bis zum Wochenende weitgehend normalisieren können. Anders formuliert hat der November 2017 ein sehr hohes Potential als normaler Herbstmonat in die Wettergeschichte einzugehen.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 07.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristprognose Winter 2017/18

Anders sind und bleiben hingegen die Wetterprognosen des Langfristmodells für die anstehende Wintersaison 2017/18. Seit Wochen werden ohne erkennbare Veränderung des Musters die Wintermonate von Dezember bis Februar 2018 zu warm berechnet. Teils mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von bis zu +3 Grad. Berechnet man den Mittelwert, so liegt die Temperaturabweichung zum heutigen Stand im Winter mit +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Das mag sich in den kommenden Wochen sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verändern, doch der Trend zu einem allgemein zu warmen Winter ist nicht nur in der Simulation zu erkennen. Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung dieser Wetterprognose.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 07.11.2017

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Das Grundmuster wiederholte sich heute im Tagesverlauf in den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, was die Eintreffwahrscheinlichkeit grundsätzlich erhöht. So wird am kommenden Wochenende ein Trogvorstoß berechnet, mit dessen Hilfe am Sonntag kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. In der Höhe von ca. 1.500 Meter können die -5 Grad erreicht werden, was die Schneefallgrenze auf 300 bis 600 Meter und die Frostgrenze auf 600 bis 750 Meter absinken lassen kann. Wenn man so will, ein Hauch von Winter, denn auch in tieferen Lagen wären nach diesen Berechnungen im Zeitraum vom 12. bis 14. November Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen.
Aber so bleibt es nicht
Im Zeitraum vom 14. bis 18. November rückt vom Atlantik ein weiteres Tiefdrucksystem nach und schiebt die Hochdruckachse des Azorenhoch kurzzeitig in Richtung Mitteleuropa, was den Wettercharakter insgesamt ruhiger gestalten kann. In einem gradientenschwachen Umfeld werden in der Höhe zwar mildere Luftmassen nach Deutschland geführt, welche mit der fehlenden Durchmischung aber nicht die tiefere Lagen erreichen können. Typisches Novembergrau bei Temperaturen von +0 bis +6 Grad wären zu erwarten, wobei mit Sonnenschein auch bis +10 Grad möglich sind.
Wie im November üblich reiht sich nachfolgend schon das nächste Tiefdrucksystem ein und so ist ein Wechselspiel aus ruhigen und unbeständigen Wetter im zweiten Novemberdrittel zu erwarten. Mal gehen die Temperaturen etwas nach oben, mal wieder nach unten. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind möglich, ein nachhaltiger Wintereinbruch ist aber nicht zu erkennen. Hierfür ist die Zeit auch noch etwas zu früh.
Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten hierfür?
Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine Variante, bei der die Temperaturen mit einem Mittelwert von +5 bis+7 Grad im Jahreszeit typischen Bereich liegen könne. Zugleich wird vom 10 bis 22. November eine mäßig hohe Niederschlagswahrscheinlichkeit berechnet. Mit anderen Worten wird das Wetter wohl nicht langweilig werden.

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