Ein Tiefdrucksystem über Italien sorgt in den kommenden Tagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer nördlichen Grundströmung für kühlere Temperaturen, welche mit Werten zwischen +5 bis +10 Grad und örtlich bis +3 Grad in den nasskalten Bereich absinken können. Die Schneefallgrenze sinkt im Verlauf der kommenden Tage auf etwa 800 Meter ab und über den Alpen und im Voralpengebiet zeigt sich in der Schneeprognose ordentlicher Zuwachs an Neuschnee.

Wird es noch kälter?

Schneefall in höheren Lagen ist Anfang November nichts außergewöhnliches. Interessant ist der Ansatz der Wettermodelle aber allemal. So "kämpfen" weiterhin zwei Wettersysteme um die Vormachtstellung beim Wetter. Zum einen ist da das Azorenhoch, welches weiterhin versucht, eine Hochdruckverbindung zum Kontinentalhoch aufzubauen, was aber voraussichtlich wegen dem Italientief nicht gelingen wird. Zum anderen ist da die aktive Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik, welche versucht sich bis über Skandinavien festzusetzen. Je nachdem, welches der Wettersysteme sich durchsetzen kann, ergeben sich grundsätzlich andere Wetterentwicklungen.

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Von mild bis zu einem winterlichen Hauch

Das amerikanische Wettermodell berechnet bis zum 10. November einen Hochdruckkeil des Azorenhochs bis über Deutschland reichend. So wird sich an dem weitgehend ruhigen, teils bewölkten und unbeständigen Wettercharakter nur wenig ändern. Darüber hinaus verlagert sich bis zum 11. November die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien und leitet eine nördliche bis nordwestliche Grundströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein, was Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer im Zeitraum vom 12. bis 15. November teils bis auf die mittleren und tieferen Lagen ermöglichen könnte. Wintereinbruch? Nein, eher nasskalt und für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Diese Wetterentwicklung hat aber durchaus Potential für einen nachhaltigen Wetterwechsel.

Ungemütlich, windig und kalt

Etwas anders sind die Wetterprognosen des europäischen Wettermodells. Zunächst relativ ruhiges Wetter bis zum 9. November, dann aber greift die atlantische Frontalzone auf Mitteleuropa über, während sich das Azorenhoch weit nach Westen in Richtung Neufundland verlagert. Diese Wetterlage hat das Potential für Starkwindereignisse und bei Temperaturen von +2 bis +7 Grad wären auch die ersten Schneeflocken bis auf mittlere Lagen herab nicht auszuschließen. Aber ein Wintereinbruch ist auch hier nicht zu erkennen und schon gar kein nachhaltiger.

Für die Jahreszeit angemessene Temperaturen

Die Kontrollläufe bestätigen den Temperaturtrend der letzten Tage, welcher sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im normalen bis leicht zu kühlen Bereich bewegt, was die Chancen auf warme Varianten deutlich verringert. So liegt das Temperaturspektrum meist im Bereich von +2 bis +14 Grad bei einem Mittelwert von +6 bis +8 Grad. Die Niederschlagserwartung ist vom 6. bis 9. November als gering und darüber hinaus als erhöht zu bewerten.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 04.11.2017
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Kühle Temperaturen wahrscheinlicher als zu warme

Das ein Wetterwechsel zum zweiten Novemberdrittel ansteht, bekommt von den Simulationen von Tag zu Tag mehr Unterstützung. Schaut man sich die Simulation des Jetstreams an, so dreht die Höhenströmung auf dem Atlantik nach Norden und kippt zwischen England und Portugal weit nach Süden ab. Das begünstigt wiederum normale Novembertemperaturen, welche unter bestimmten Voraussetzungen auch kühler ausfallen können.

Polarwirbel neigt zur Instabilität

So langsam sollte der Polarwirbel den "Sack" zumachen. Stattdessen wird er aber permanent von Hochdrucksystemen "gepiesackt". Mal drückt ein Hoch von den Aleuten her nach Norden, mal eines von Sibirien. Mit anderen Worten stehen da spannende Wetterentwicklungen bevor.

Wettertrend Winter 2017/18 des Langfristmodells

Zeit, dass sich die Wetterprognosen des Langfristmodells hinsichtlich des Winters ändern? Ja, heute gab es wieder eine leichte Korrektur - wenngleich für Freunde des Winterwetters wenig erfreulich. So soll der November mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad normal ausfallen und im Trend mit +1 Grad leicht zu mild. Der Dezember wird mit +1 bis +2 Grad zu warm, der Januar mit +2 bis +3 Grad nun in ganz Deutschland deutlich zu warm und der Februar mit +1 bis +2 Grad und örtlich bis +3 Grad ebenfalls zu warm berechnet. Alle drei Wintermonate sollen nach diesem Wettertrend also deutlich zu warm ausfallen. Ob das so kommt, bleibt abzuwarten. Am morgigen Sonntag setzten wir unsere mehrteilige Reihe über das Wetter im Winter 17/18 weiter fort und betrachten einmal die aktuellen Entwicklungen der Randfaktoren.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 04.11.2017
Wetterprognose des Langfristmodells zum Winter 2017/18

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