Anfang November kommt es zu einer äußerst spannenden Wetterentwicklung, welche für Ende Oktober und Anfang November gar nicht einmal so untypisch ist. Aus dem Goldenen Oktober kann mit der kommenden Wetterentwicklung rasch ein nasskalter Wettercharakter entstehen, bei dem aus nordwestlichen Richtungen kühle Luftmassen herangeführt werden können.

Wann kommt der erste Schnee?

Zunächst einmal wird der Kaltlufteinbruch in den Simulationen von heute Nachmittag bestätigt und verläuft wohl in zwei Etappen. Ende Oktober verlagert sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa weiter auf den Atlantik und liegt zum 1. November zwischen England, den Azoren und Island. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit am östlichen Rand des Hochdrucksystems. Gleichzeitig strömen vom europäischen Nordmeer her Tiefdrucksysteme nach Süden und trogen über Mitteleuropa allmählich aus.

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Kalte Luft kommt in Etappen

Kühler wird es nach den jüngsten Berechnungen vom 29. bis 31. Oktober. Am 1. November gelangt Deutschland kurzzeitig in eine milde Westströmung und ab dem 2. und 3. November bricht der Trog kurzzeitig bis über die Alpen nach Süden aus. Die Temperaturen sinken in der Höhe von ca. 1.500 Meter auf -5 bis -8 Grad ab und man kann dies auch als Kaltluftdusche bezeichnen. Das könnte zudem auch ausreichend sein für die ersten Schneeschauer bis auf mittlere Lagen herab und auch der eine oder andere Graupelschauer bis in tiefere Lagen wäre demnach möglich. Mit einem nachhaltigen Wintereinbruch ist das aber noch nicht gleichzusetzen. Da aber auch Nachtfrost nicht ausgeschlossen werden kann, sollte man sich so langsam Gedanken um die Winterreifen machen, denn dass es kühler werden wird, ist nur eine Frage der Zeit (Guter Zeitpunkt wäre z.B. am Mittwoch oder Donnerstag) .

Schneefallgrenze bis auf mittlere Lagen hinab?

Sollten die Simulationen der Wettermodelle tatsächlich so eintreten, so wäre eine Schneefallgrenze bei Tageswerten von +2 bis +9 Grad von 800 bis 1.200 Meter möglich, welche in den Nächten bei Werten von -1 bis +4 Grad auch bis auf 400 bis 600 Meter absinken kann. Nasskaltes Herbstwetter Anfang November.

Kaltlufteinbruch nicht nachhaltig

Solche Kaltlufteinbrüche kommen häufiger vor. Anfang November sind aber die Luftmassen noch zu warm, um für einen nachhaltigen Winter bereit zu sein. Nicht selten kippt so eine Wetterlage anschließen in eine westlich orientierte Großwetterlage. In Folge daraus ist im gesamten ersten November Drittel mit einer höheren Wahrscheinlichkeit mit einem wechselhaften Wettercharakter zu rechnen. Die Temperaturen aber können zum heutigen Stand durchweg als zu kühl bis normal bewertet werden, was im nachfolgenden Diagramm deutlicher wird.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 23.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Reaktion von den Langfristmodellen?

Zumindest für den letzten Herbstmonat November zeigt sich eine leichte Korrektur nach unten. Lag die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert in den letzten Tagen noch zwischen +1 bis +2 Grad, so sind es nun +0,5 bis +1 Grad. Da ist also noch Spielraum gegeben. Für die Wintermonate von Dezember bis Februar bleibt hingegen mit einer simulierten Abweichung von +1 bis +2 Grad alles wie gehabt. Anders formuliert ist nach den Berechnungen des Langfristmodells ein zu warmer Winter 2017/18 zu erwarten. Aber ob das in dieser Deutlichkeit ablaufen wird, darf zum heutigen Stand noch bezweifelt werden.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 23.10.2017

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