In der Diskussion steht auch heute wieder ein markanter Wetterwechsel Anfang November 2017. Entscheidend ob dieser gelingt und ein Ausgleichsverhalten nach sich ziehen kann, ist der Polarwirbel und dessen ausgeprägte Wellenbewegung entlang seiner Polarfront Ende Oktober.

Polarwirbel könnte für einen nachhaltigen Wetterumschwung sorgen

Eigentlich weniger der Polarwirbel, als vielmehr Hochdrucksysteme, welche in Richtung Polarregion vordringen können. So berechnet das amerikanische Wettermodell am 1. November den Vorstoß eines Hochdruckkeils von Alaska und dem westlichen Kanada und gleichzeitig strebt das europäische Hoch in Richtung England, Island und Grönland vor. Beide Hochdrucksysteme versuchen also einen Brückenschlag. Ob der gelingt oder nicht, sei einmal dahingestellt und ist Anfang November auch weniger wichtig.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang aber das daraus meridionalisierende Zirkulationsmuster. Eine stringentes West-Ost Strömungsmuster hat geringere Chancen sich durchzusetzen und so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Temperaturrückgang im ersten Novemberdrittel merklich an. Das bestätigen zum heutigen Stand auch die Kontrollläufe. So kann das Temperaturspektrum am 1. November zwischen +5 bis +16 Grad (Mittelwert: +9 Grad) und am 5. November zwischen +2 bis +13 Grad (Mittelwert: +8 Grad) liegen. Der Herbst kann es - nach dem fast schon sommerlich anmutenden Wetterabschnitt aus dem Oktober - also doch noch und normalisiert sich demnach im ersten Novemberdrittel - die Aussichten hierfür sind jedenfalls gar nicht einmal so schlecht.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 21.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Der November ist die Zeit der Nachtfröste und der ersten Schneefälle

Der erste - verbreitete - Nachtfrost ist auch nicht mehr weit entfernt, simuliert wird er zumindest schon einmal und ist im Zeitraum vom 2. bis 5. November - vor allem bei Aufklaren - mit -0 bis -4 Grad gar nicht einmal so abwegig. Apropos abwegig - wie sieht es mit Schnee Anfang November aus? Gelingt die Konstellation aus hohem Luftdruck westlich von Europa und einem Tiefdruckkomplex über der Barentssee, so können Kaltluftmassen arktischen Ursprungs ohne weiteres auch nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden, was bei Tageswerten von +1 bis +7 Grad zumindest einmal Schneeschauer bis auf mittlere Lagen hinab nicht ausschließt. Auch hier gab es von den Simulationen von heute Nachmittag eine Bestätigung in der Form, als die Entwicklung der Großwetterlage erneut so berechnet wurde.

Ausblick auf den Winter

Der erste Schnee im November ist nichts außergewöhnliches, aber nach den letzten zu warmen Wintern sicherlich für viele etwas interessantes - schließlich gibt es in einigen Regionen eine junge Generation, welche so gut wie noch keine Schneeflocken in ihrem Leben gesehen hat.

Das Langfristmodell lässt sich in seiner Wetterprognose von heute nicht beirren und berechnet sowohl den November, als auch die Wintermonate Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Und auch in der Niederschlagsberechnung wird der letzte Herbstmonat und die gesamte Wintersaison leicht zu nass simuliert. Man darf gespannt sein, wie sich das in den kommenden Wochen weiterentwickeln wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 21.10.2017

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