Der Goldene Oktober geht ab Mitte der kommenden Woche mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit bei Temperaturen von +16 bis +22 Grad nochmals in die Verlängerung. Gleichzeitig aber sind die Tage der +20 Grad Markenüberschreitung zunehmend gezählt. Nicht nur der sinkende Sonnenstand und die kürzer werdenden Tage tragen dazu bei, sondern auch die Wahrscheinlichkeiten für einen Wetterwechsel nehmen Anfang November zu, wobei es zum heutigen Stand noch drei mögliche Varianten für das Wetter im November gibt.

Normalisierung Anfang November

Die Kontrollläufe bestätigen eine zu warme Temperaturentwicklung noch in der letzten Oktoberdekade bei einer Normalisierung der Temperaturen zum November hin. Im Trend sind die Werte aber auch leicht zu kühl zu bewerten. Woran liegt das? Mal angenommen, es kommt zu einem Wetterwechsel. Dieser muss nach einer langen Hochdruckdominanz die warmen Temperaturen regelrecht vertreiben. Das gelingt nicht von heute auf morgen, sondern geschieht meist in Etappen.

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Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 20.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Blickt man auf den Jetstream, so zeigt sich eine Interessante Entwicklung. Ende Oktober, Anfang November kippt der Jetstream nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells über Grönland nach Norden und über dem nördlichen Europa nach Süden - also eine kräftige Wellenbewegung mit meridionalem Muster (Nord-Süd, Süd-Nord). Das wäre eine Grundlage für einen markanten Wetterwechsel, welches das Wetter im ersten Novemberdrittel nachhaltig beeinflussen könnte. Schneeschauer bis auf mittlere lagen hinab wäre bei solche einer Wetterentwicklung nicht auszuschließen. Und an dieser Stelle sei nochmals der Tipp mit den Winterreifen erwähnt. Auch wenn es derzeit sehr warm ist, es ist nur eine Frage der Zeit bis es kälter wird und der Übergang wird dann sicherlich für viele wieder überraschend kommen.

Verantwortlich für diese Verlagerung des Jetstreams ist ein Hochdruckkeil, welcher sich in Richtung Grönland und dann weiter in Richtung Polregion verlagert. Gleichzeitig sorgen aber Tiefdrucksysteme im Bereich der Barentssee und der Karasee im Verbund mit dem Hochdruckkeil für einen Abtransport kalter Luftmassen nach Süden - zumindest einmal bis nach Skandinavien. Ob Deutschland, Österreich und die Schweiz davon betroffen sein werden, bleibt abzuwarten. Denn zum heutigen Stand kann sich genauso gut das Hochdrucksystem über Mitteleuropa behaupten. Spannend ist diese Wetterentwicklung aber allemal.

Wettertrend Herbst und Winter 2017/18

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose den letzten Herbstmonat November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Zusammen mit den deutlich zu warmen Oktober und dem leicht zu kühlen September wird der Herbst 2017 nach den heutigen Berechnungen etwa um +1 Grad zu warm ausfallen können.

Für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar ergeben sich keinerlei Veränderungen und der Wettertrend für den Winter bleibt mit einer Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zwischen +1 bis +2 Grad zu warm. In der Niederschlagsberechnung werden die Monate von November bis einschließlich Februar positiv berechnet (zu nass).

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 20.10.2017

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