Die Wettermodelle berechnen bis zur kommenden Wochenmitte fast einheitlich den Erhalt des Hochdrucksystems mit warmen Temperaturen und einem trockenen Wettercharakter. Am wärmsten wird es mit Werten von +18 bis +23 Grad und örtlich bis +25 Grad wohl in der Zeit von Samstag bis einschließlich Montag. Ab Dienstag mehren sich die Wolkenfelder und in der Nacht auf Donnerstag scheint ein Wetterumschwung möglich zu sein. Mehr Details hierzu in unserer aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2017.

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Südwest oder West?

Ewig wird sich das Hochdrucksystem sowieso nicht halten können und schaut man sich die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik an, so ist diese bemerkenswert hoch, beißt sich aber aktuell am Hoch noch die "Zähne" aus und sorgt zeitgleich im Verbund mit dem Hochdruckgebiet für den außergewöhnlichen Warmluftschub.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 18. bis 20. Oktober einen weiteren Abbau der Hochdruckwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz. So wird der Weg für die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien frei und die Tiefdrucksysteme setzen sich langsam von Nord nach Süd durch. Bei starker Bewölkung kann in diesem Zeitraum mit einer etwas erhöhten Niederschlagsaktivität gerechnet werden, welche über Norddeutschland generell höher zu bewerten ist.
Das Hochdrucksystem lässt aber nicht locker und dehnt sich zum 20. Oktober erneut in Richtung Deutschland aus, was bei einem Mix aus Sonne und Wolken vom 21. bis 25. Oktober für einen weitgehend trockenen Wettercharakter sorgen kann. Mit einer südwestlichen Grundströmung werden zudem weiterhin milde Luftmassen nach Deutschland geführt, sodass die Tageswerte mit +16 bis +22 Grad im warmen Bereich verbleiben können.
Erst ab dem 25. Oktober zeigt sich nach diesen Berechnungen ein markanter Wetterwechsel mit Winddrehung auf nördliche Richtungen und der Zufuhr kalter Luftmassen. Simuliert werden bspw. für den 27. Oktober Tageshöchstwerte zwischen +5 bis +12 Grad.

Das europäische Wettermodell berechnet die Abschwächung des Hochdrucksystems zum 18. und 19. Oktober, anschließend kann es sich aber kurzweilig nochmals vom 21. bis 22. Oktober durchsetzen. Darüber hinaus berechnet das europäische Wettermodell eine Verlagerung des hohen Luftdrucks raus auf den Atlantik, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer nördlich ausgerichteten Grundströmung führen kann. Mit anderen Worten stimmen beide Wettermodelle mit ihren Berechnungen weitgehend überein.

Außergewöhnlich warm, dann außergewöhnlich kalt?

Die Kontrollläufe bestätigen ganz klar einen deutlich zu warmen Temperaturtrend in den kommenden Tagen bis etwa um den 20. Oktober herum. Der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +4 bis +7 Grad im zu warmen Bereich. Im letzten Oktoberdrittel zeigt sich eine langsame Normalisierung des Temperaturniveaus und bestätigt keine mehrheitliche Unterstützung eines Kaltlufteinbruchs Ende Oktober. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells gelten zum heutigen Stand noch als "kalter Ausreißer". Die Niederschlagsneigung nimmt über Deutschland allgemein ab dem 20. Oktober zu, was einen Wetterumschwung in der letzten Oktoberdekade bei einem zurückgehenden Temperaturtrend zunehmend wahrscheinlicher macht.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 13.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Oktober deutlich zu warm

Der Oktober nähert sich langsam seiner Halbzeit und die vergangenen 12 Oktobertage zeigen eine Temperaturabweichung von +2 Grad im deutlich zu warmen Bereich auf. Das wird sich bis zum 18. Oktober sicherlich noch erhöhen, so dass am 20. Oktober ein Temperaturüberschuss von +2,5 bis +3 Grad vorliegen könnte. Demnach müsste das letzte Oktoberdrittel etwa um 5 Grad zu kalt ausfallen um noch einem Normalzustand herbeizuführen. Ist zwar theoretisch möglich, zeigt sich aber in den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle nicht und macht es damit sehr unwahrscheinlich.

Die aktuellen Wetterprognosen des Langfristmodells berechnen den letzten Herbstmonat November mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis etwas zu warm. Zusammen mit dem zu kühlen September (-0,6) ergäbe sich hieraus - zum heutigen Stand - ein Herbst 2017, welcher etwa um +0,9 Grad zu warm ausfallen könnte.

Für die Wintersaison berechnet das Langfristmodell weiterhin eine zu warme Temperaturentwicklung, wobei der Dezember mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad weiterhin als "kältester" Wintermonat berechnet wird.

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