Bis einschließlich Dienstag kommender Woche bleibt der Wettercharakter wechselhaft bei einem teils böigen Wind und die Temperaturen bewegen sich mit +12 bis +17 Grad überwiegend im herbstlichen Bereich. Am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch berechnen einige Wettermodelle erneut einen sog. Schnellläufer von der Nord- über die Ostsee ziehend, was nochmals zu einem Starkwindereignis mit Sturm- und Orkanartigen Windböen führen kann. Ob das im Detail so kommen mag, bleibt zum heutigen Stand aber noch abzuwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für den Oktober

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Es wird warm

Die Wettermodelle sind sich in ihren Berechnungen weitgehend einig. Ab der Wochenmitte verlagert sich das Tiefdruckzentrum weiter nach Westen in Richtung Island und ermöglicht den Aufbau von hohem Luftdruck von der Mittelmeerregion über Mitteleuropa bis über das östliche Europa. So entsteht zwischen beiden Wettersystemen eine markante Anströmung von Luftmassen aus südlichen Richtungen, welche für Mitte Oktober warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen können. Simuliert werden im Zeitraum vom 13. bis 18. Oktober Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +18 bis +24 Grad. Zum heutigen Stand bleibt über Deutschland das Hochdrucksystem in diesem Zeitraum dominierend, so dass nur mit einer sehr geringen Niederschlagsneigung und vermehrten Sonnenschein zu rechnen ist. Der goldene Oktober hält Einzug - doch für wie lange?

Goldener Oktober?

Ob das so kommen mag, wie von den Wettermodellen berechnet, bleibt zu derzeitigen Stand noch mit einer gewissen Skepsis zu betrachten. Warum? Die Wetterdynamik ist unverkennbar und das Hochdrucksystem nutzt die Chance, den freiwerdenden Platz über Skandinavien für sich zu erobern. Es kann zum heutigen Stand aber auch genauso gut sein, dass sich das Hoch weiter westlich oder gar östlich positioniert. Das hätte in der ersten Variante eine kühle Nordwestwetterlage und in der zweiten eine gemäßigt warme, aber wechselhafte Südwestwetterlage zur Folge.

Nichtsdestotrotz stützen die Kontrollläufe über dem Süden und Westen eine trockene Wetterphase im Zeitraum vom 12. bis 16. Oktober und über dem Norden und Osten vom 15. bis 17. Oktober. Gleichzeitig zieht der Temperaturtrend deutlich an, so dass man im Zeitraum vom 12. bis 17. Oktober tatsächlich so etwas wie der goldene Oktober möglich erscheint. Zum Vergleich: der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt heute bei etwa +10 Grad und steigt bis zum 16. Oktober auf +16 bis +18 Grad an.

Verfolgt man den Wettertrend der Wettermodelle weiter bis in das letzte Oktoberdrittel hinein, so wird eine Menge an Wettervarianten geboten - langweiliges Wetter ist also vorerst nicht zu erwarten. Eine der wahrscheinlichsten Varianten ist tatsächlich die Ausbreitung eines Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum und ob sich der "goldene Oktober" auch in der letzten Oktoberdekade halten kann, hängt davon ab, wie sich das Hochdrucksystem letztlich positionieren wird und wie sich die atlantische Frontalzone dazu verhält.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 07.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für Herbst und Winter unverändert

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalen Temperaturverlauf im Oktober 2017. Für den November wird eine Differenz von +0,5 bis +1 Grad im etwas zu warmen Bereich simuliert. Zusammen mit dem etwas zu kühlen September ergibt sich daraus ein normaler Temperaturmittelwert.
Etwas anders sieht es in der Niederschlagsprognose aus. Der September war zu nass und der Oktober zeigt eine ebenfalls positive (zu nasse) Entwicklungstendenz, welche vom Langfristmodell auch so gestützt wird. Im November zeigen sich indes kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert. Anders formuliert: Zum heutigen Stand ein normal temperiertes aber zu nasses Wetter im Herbst 2017.

Für den Winter 2017/18 bleibt nach dem heutigen Wettertrend alles wie gehabt. So werden die Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar mit einer durchschnittlichen Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert durchweg zu warm berechnet. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der Dezember und Februar weitgehend normal, während der Januar zu nass ausfallen könnte. Der Blick auf die Langfristmodelle ist aber nur einen Aspekt und dieser mag sich in den kommenden Wochen sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verändern können. Es gibt aber auch noch andere Faktoren, welche den Winter mit beeinflussen können. Darauf gehen wir Morgen in unserer Serie über das Winterwetter näher ein.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 07.10.2017

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