Die atlantische Frontalzone ist mittlerweile sehr weit nach Osten vorgedrungen und wird mit ihren Ausläufern zum 10. Oktober auch das westliche Russland erreichen. Die Konsequenz für das Wetter über Mitteleuropa ist eine stramme Westwetterlage. Dem Azorenhoch gelingt es nicht, sich über dem mitteleuropäischen Raum zu festigen und das Wetter zu stabilisieren. So kommt es in den kommenden Tagen bei einem böigen Westwind immer wieder zu Regenschauern, welche zwischendurch - besonders über den Staulagen - auch mal kräftiger und länger andauernd ausfallen können. Erst ab Mitte der neuen Oktoberwoche sorgt ein Hochdruckkeil über dem Süden für vermehrt sonniges, wärmeres und auch trockeneres Wetter, während es über dem Norden meist stark bewölkt, kühl und wechselhaft bleiben kann. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für den Oktober 2017.

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Tiefdruckschwerpunkt verlagert sich

Im Zeitraum vom 10. bis 15. Oktober berechnet das amerikanische Wettermodell eine Verlagerung des Tiefdruckzentrums von Skandinavien in Richtung Island, was dem Azorenhoch mehr Spielraum bietet, sich über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa hin auszudehnen und über Deutschland, Österreich und der Schweiz für ein südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster zu sorgen. So können die Temperaturen wärmer und die Niederschlagsneigung von Süden her nachlassen. Im Zeitraum vom 15. bis 20. Oktober berechnet das amerikanische Wettermodell eine weiterhin sehr hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, jedoch gelingt dem Azorenhoch die Keilausbildung von den Azoren über England bis nach Skandinavien, was die atlantische Frontalzone frühzeitig blockiert und die Wahrscheinlichkeiten für einen "goldenen Oktober" in der letzten Oktoberdekade ansteigen lässt.

Das europäische Wettermodell ist in seinen Berechnungen von Lauf zu Lauf noch inkonsequent und simuliert unterschiedliche Varianten. Aber auch hier zeigt sich zunehmend der Wettertrend für den Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa bis zum 15. Oktober. Anders aber wie beim amerikanischen Wettermodells läuft hier die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa auf, was Mitte Oktober im Verbund mit dem Hochdrucksystem mit +20 bis +25 Grad sehr warme Temperaturen zur Folge haben kann. Nichtsdestotrotz bleibt in diesen Berechnungen das Hochdrucksystem labil, so dass man nicht von einen stabilen Wettercharakter sprechen könnte.

Trend zur Wetterbesserung

Wetterbesserung ist immer so ein Wort, denn eigentlich gibt es ja kein schönes oder schlechtes Wetter - es allen recht machen kann das Wetter sowieso nicht. Die Kontrollläufe bestätigen in ihren Berechnungen zumindest den Wettertrend der letzten Tage zu einer Normalisierung der Temperaturen. Betrachtet man den aktuellen Mittelwert der bereits vergangenen Oktober-Tage, so liegt dieser mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von rund +2,5 Grad im zu warmen Bereich, was sich aber in den kommenden Tagen bis zum 10. Oktober weitgehend normalisieren sollte. Sollte das zweite Oktober-Drittel der Jahreszeit entsprechend ausfallen können, so kommt es wohl auf die letzte Oktoberdekade an.
In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich indes aber keine Unterstützung einer stabilen Wetterlage. Vielmehr ist über dem Norden vom 10. bis 20. Oktober mit einer hohen Niederschlagsaktivität zu rechnen, welche nach Süden nachlässt und vom 12. bis 14. Oktober auch für ein paar trockene Tage sorgen könnte. Normalisierung ja, zu warm eher nein.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 06.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wie wird der Herbst und der Winter?

Je weiter die Jahreszeit voranschreitet, desto mehr stellen unsere Leser die Frage nach dem Winter 2017/18. Hierzu setzen wir am Sonntag unsere Reihe über die Wetterprognose zum Winterwetter weiter fort. Nichtsdestotrotz zeigt sich eine relativ normaler Herbst, welcher nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells am Ende etwas zu warm ausfallen könnte. Gibt es denn Statistiken, welche von einer normalen Wetterentwicklung im Herbst auf den Winter schließen lässt?

Was folgt einem normalen Herbst für ein Winterwetter nach?

Wie wird das Wetter im Winter, wenn der Herbst normal ausfällt?
Jahr Abweichung Herbst Abweichung Winter
2010 -0,4 -1,5 Grad
2008 +0,1 Grad +2,8 Grad
2007 -0,6 Grad +4,18 Grad
2003 -0,2 Grad -0,8 Grad
2002 +0,2 Grad +1,8 Grad
1997 -0,4 Grad -0,5
1992 -0,4 Grad +1,3 Grad
1990 0 Grad +3,4 Grad
1989 +0,4 Grad +2,9 Grad
1988 -0,2 Grad +2,4 Grad
1986 +0,1 Grad -1,1 Grad
1984 +0,4 Grad +0,3 Grad
1983 +0 Grad +1,3 Grad
1981 +0,1 Grad -0,6 Grad

Nach einem normalen Herbst folgen häufig wärmere Winter nach

Die erste Auffälligkeit ist schnell ausgemacht. Einem normalen Herbst folgt in nur 7 Prozent der Fälle ein normaler Winter nach. Aber ob der Winter nun zu warm oder zu kalt ausfällt, lässt sich aus der Betrachtung heraus nicht ableiten, denn in 36 Prozent gab einen zu kalten und zu 57 Prozent einen zu warmen Winter. Wenn man möchte, so sind die Winter nach einem normalen Herbst tendenziell eher etwas wärmer.

Langfristmodell: Wettertrend Herbst und Winter

Das Langfristmodell stützt die Statistik. Nach dem zu kalten September soll der Oktober zum heutigen Stand mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und der November 2017 mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm ausfallen. Nimmt man alle drei Herbstmonate zusammen, so kommt dabei eine Abweichung von -0,04 Grad im normalen Bereich heraus. Betrachtet man die Niederschlagssimulation, so wird der Oktober zu nass und der November normal berechnet. Ein normales Herbstwetter mit dem Trend leicht zu nass auszufallen.

Und wie wird das Wetter im Winter 2017/18?

Auch hierauf hat das Langfristmodell eine Antwort, ist aber hinsichtlich des langen Zeitraums noch mit vielen Fragezeichen zu versehen. So soll demnach der Dezember 2017 mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu warm, der Januar 2018 mit +1 bis +2 Grad zu warm und der Februar 2018 mit +1 bis teilweise +3 Grad deutlich zu warm ausfallen. Rechnet man alle drei Wintermonate zusammen, so zeigt sich nach diesen Berechnungen und zum heutigen Stand eine Abweichung von rund +1,2 Grad im zu warmen Bereich, also etwas wärmer als im letzten Winter (Abweichung +0,7 Grad). Aber auch hier zeigt sich, dass einem normalen Herbst wohl kein normaler Winter nachfolgen wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 06.10.2017

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