Das Wetter für Anfang Oktober 2017 zeigt eine deutliche Tendenz zur Veränderung. So zieht ein erster Tiefdruckausläufer am 30. September und 1. Oktober über Deutschland hinweg und sorgt auch in den darauf folgenden Tagen für einen wechselhaften Wettercharakter, welcher mit einem zweiten Tiefdrucksystem am Montag auch regnerisch ausfallen kann. Gleichzeitig erreichen die Temperaturen mit +20 bis +25 Grad - teils bis +26 Grad - am Samstag ihren vorläufigen Höhepunkt und kühlen sich bis zum 4. Oktober auf +13 bis +18 Grad ab und mit einer etwas längeren Sonnenscheindauer können auch die +20 Grad erreicht werden.

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Steter Tropfen höhlt den Stein

Auch wenn der Wettercharakter nun wechselhafter wird, so ist noch keinesfalls geklärt, welches der Wettersysteme den nachfolgenden Zeitraum bestimmen wird. Klar scheint nach der heutigen Wetterprognose der Wettermodelle zu sein, dass sich das Skandinavienhoch langsam der Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik nicht mehr erwehren kann und an Kraft und Position verliert.

So sind im Wesentlichen drei unterschiedliche Wetterentwicklungen im ersten Oktoberdrittel denkbar:

  1. Dem Skandinavienhoch gelingt der Aufbau einer Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa und blockiert die atlantische Frontalzone weiterhin. In Folge daraus könnte sich ein Wettercharakter einstellen, welcher dem "goldenen Oktober" entspricht: warm und trocken
  2. Das Hochdrucksystem zieht sich weit nach Süden zurück und macht den Weg für die atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien frei. So kann sich die Tiefdruckrinne von Neufundland über England bis nach Skandinavien und Deutschland frei entfalten, was einen typisch herbstlichen Wettercharakter mit Wind, Regen und kühleren Temperaturen zur Folge haben kann
  3. Weder den Tiefdrucksystemen, noch dem Hoch gelingt es, seinen Einfluss auf Deutschland geltend zu machen und so bleibt der Wettercharakter wechselhaft. Mal tiefdruck-, mal hochdruckdominiert bei Temperaturen, welche im Jahreszeit typischen Bereich liegen können

Kühlere Varianten

Nach dem 4. Oktober bleibt bis zum 11. Oktober die Niederschlagsneigung nach Simulation der Kontrollläufe leicht erhöht, bei Temperaturen welche um, bzw. auch knapp unter dem Jahreszeit typischen Werten liegen können. So schwankt das Temperaturspektrum bspw. am 5. Oktober zwischen +9 bis +18 Grad (Mittelwert: +14 bis +15 Grad) und am 11. Oktober zwischen +9 bis +20 Grad (Mittelwert: +13 bis +14 Grad). Ein für die Jahreszeit typischer Wert wäre +15 bis +16 Grad. Mit anderen Worten ist der Wettercharakter im ersten Oktoberdrittel als wechselhaft zu bewerten und der "goldene Oktober" hat nur geringe Wahrscheinlichkeiten sich durchzusetzen. Es gibt auch Varianten in den Kontrollläufen, welche für die ersten Schneeflocken in höheren Lagen sorgen könnte. Das hat aber zum derzeitigen Stand eine gleich niedrige Wahrscheinlichkeit, wie der "goldene Oktober".

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 27.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterausblick Herbst und Winter

Der September hat aktuell eine Temperaturabweichung von rund -0,8 Grad vorzuweisen und mit den bevorstehend warmen Tagen könnte sich der Mittelwert auf etwa -0,4 bis -0,5 Grad in den leicht zu kühlen Bereich einpendeln. Im Niederschlagwert haben die zurückliegenden Septembertage bereits 100 Prozent ihres Solls erfüllt und könnte letzten Endes etwas zu nass ausfallen. So ist der erste Herbstmonat 2017 wohl leicht zu kühl und etwas zu nass.

Ganz ähnlich könnte nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells auch der restliche Herbst verlaufen. So liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober und November zwischen -0,5 bis +1 Grad, wobei der Oktober den Trend zur Normalität und der November einen leicht zu warmen Temperaturtrend aufzeigt. Im Niederschlagsverhalten werden beide Herbstmonate zu nass bewertet.

Für den Winter 2017/18 berechnet das Langfristmodell in seinem heutigen Wettertrend eine Abweichung im Dezember von -0,5 bis +2 Grad. Schaut man etwas genauer hin, so ist die Abweichung über Norddeutschland mit -0,5 bis +0,5 Grad geringer als über dem Süden mit +0,5 bis +2 Grad zu bewerten. Für den Januar und Februar bleibt alles wie gehabt und die Differenz beträgt +1 bis +2 Grad und liegt damit im zu warmen Bereich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 27.09.2017

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