Die atlantische Frontalzone läuft Anfang Oktober zur "Höchstform" auf, kann sich aber nur bedingt gegen das Hochdruckbollwerk über dem skandinavischen Raum durchsetzen. So ist der Wettercharakter in den kommenden Tagen als leicht wechselhaft zu bewerten, bei dem Niederschläge - teils auch kräftigere und länger andauernde - nicht auszuschließen sind. Der überwiegende Anteil bewegt sich aber in dem Spektrum, welcher bis Montag dem Altweibersommer zuzuschreiben ist.

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Erst zum 2. Oktober überquert ein Tiefdrucksystem Deutschland von West nach Ost und sorgt kurzweilig für einen wechselhaften und auch kühleren Wettercharakter. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für den Oktober 2017.

Herbst, wohin geht die Reise?

Hält sich das Hoch, so bleibt der Altweibersommer mit warmen Temperaturen bei einem leicht wechselhaften Wettercharakter bestehen. Gelingt es der atlantischen Frontalzone der Durchbruch, so ist typisch windiges und wechselhaftes Herbstwetter zu erwarten.

Das amerikanische Wettermodell berechnet zum 29. September einen Kaltluftausbruch bei Grönland in Richtung Atlantik. So prallen kühle Luftmassen auf sehr feuchte, warme und damit energiegeladene Luftmassen auf dem Atlantik. Das sind die besten Zutaten um die Tiefdruckdynamik anzukurbeln. In Folge daraus entstehen an den südlichen Tiefdruckgradienten Randtiefsysteme, welche regelrecht in Richtung Mitteleuropa geschleudert werden. Das Hoch über Skandinavien bleibt aber standhaft, so dass die Tiefdrucksysteme nach diesen Berechnungen zwischen England und Skandinavien auflaufen und nach Norden abgelenkt werden. Deutschland bleibt davon aber nicht ganz unbehelligt, so dass im Zeitraum vom 4. bis 10. Oktober immer wieder mit Niederschlägen gerechnet werden kann. Von einem durchweg regnerischen Wettercharakter ist nach dieser Simulation aber nicht auszugehen. Die Temperaturen pendeln sich auf +14 bis +18 Grad ein.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz andere Variante. Zwar bleibt auch hier das Skandinavienhoch erhalten, doch setzt sich die Tiefdruckaktivität zum 3. Oktober bis über die Nord- und Ostsee durch, so dass der nachfolgende Hochdruckaufbau so seine Schwierigkeiten haben könnte. Anders formuliert sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells vom 2. bis 6. Oktober deutlich herbstlicher angehaucht.

Temperaturrückgang

Die Kontrollsimulationen der Wettermodelle berechnen Anfang Oktober eine Normalisierung der Temperaturen und im Zeitraum vom 3. bis 5. Oktober können die Temperaturen auch in den leicht zu kühlen Bereich absinken. Vom 5. bis 11. Oktober zeigt sich anschließend wieder ein normaler Temperaturtrend. Die Niederschlagsberechnungen sind vom 1. bis 4. Oktober als erhöht zu bewerten und sinken im weiteren Verlauf in den schwachen bis leicht erhöhten Bereich ab. Interpretiert man das, so ist Anfang Oktober mit einer zunehmenden Tiefdruckaktivität zu rechnen, bevor im weiteren Verlauf sich zunehmend wieder hoher Luftdruck durchsetzen könnte. Der Kampf zwischen Hoch und Tief Anfang Oktober ist also noch nicht entscheiden.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 26.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterausblick auf den Herbst und Winter

Man sollte aber angesichts der hohen Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik nicht allzu viel vom Oktober erwarten. Erfahrungsgemäß wechseln sich bei solch einer Wetterlage wärmere und kühlere Phasen ab, so dass am Ende im Mittelwert ein Jahreszeit typisches Temperaturniveau dabei herauskommen kann.

Schaut man auf die aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells für den Herbst 2017, so wird der Oktober mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu mild berechnet. In der Niederschlagsprognose werden sowohl der Oktober als auch November zu nass berechnet. Demnach ist typisches Herbstwetter wahrscheinlicher als ein goldener Oktober.
Der letzte Herbstmonat November zeigt eine Differenz von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Zusammen mit einem leicht unterkühlten September könnte der Herbst 2017 normal ausfallen. Der letzte zu kalte Herbst liegt übrigens sieben Jahre zurück und wurde im Jahr 2010 mit einer Abweichung von -0,4 Grad registriert.

Für das Wetter im Winter 2017/18 berechnet das Langfristmodell für Deutschland, Österreich und die Schweiz einen leicht zu warmen Dezember 2017 und einen zu warmen Januar und Februar 2018, so dass im Mittel die Temperaturabweichung über die Wintermonate bei etwa +1 Grad liegen kann. Im Niederschlagstrend zeigt sich ein leicht zu trockener Dezember, ein zu nasser Januar und ein normaler Februar. Kaum Veränderungen also gegenüber dem letzten Tagen und Wochen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 25.09.2017

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